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Elektroauto: Tesla will bestimmte Unfalldaten unter Verschluss halten

Die Washington Post möchte Details zu Tesla-Unfällen erfahren, unter anderem zu Software- und Hardwareversionen. Tesla will das verhindern.
/ Tobias Költzsch
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Der Cybertruck von Tesla (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Der Cybertruck von Tesla Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Tesla hat vor Gericht beantragt, dass die US-Straßensicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) bestimmte Details zu Unfällen mit Tesla-Fahrzeugen nicht herausgeben darf. Das berichtet Reuters(öffnet im neuen Fenster) . Die Informationen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und könnten Tesla schaden.

Die Washington Post klagte auf Herausgabe bestimmter Daten durch die NHTSA, die Unfälle betreffen, bei denen Teslas Assistenzsysteme verwendet wurden. Tesla zufolge könnten Konkurrenten die Daten dazu verwenden, um an Details über die die Fahrassistenzsysteme von Tesla zu gelangen und diese zu ihrem eigenen Nutzen zu verwenden.

Die Zeitung forderte in der Klage von der NHTSA unter anderem, dass Informationen zu den genutzten Technologien bei Unfällen sowie zu den Orten der Crashs herausgegeben werden. Tesla hingegen sagt in seiner Einlassung, dass Informationen zu den Unfallumständen und dem Verhalten der Fahrer geheim bleiben sollen.

NHTSA soll keine Versionsdaten herausgeben dürfen

Auch dürfe die NHTSA Tesla zufolge keine Informationen zu den Software- und Hardwareversionen der Unfallfahrzeuge herausgeben. Damit will Tesla verhindern, das die Effizienz der Komponenten berechnet werden könnte. Die Washington Post argumentierte, dass die Daten an sich nicht geheim seien, da Tesla-Fahrer sie einfach über das Infotainmentsystem ihrer Fahrzeuge einsehen könnten.

Teslas Fahrassistenzsysteme erlauben es Besitzern, ihre Autos mehr oder weniger autonom fahren zu lassen. Dabei navigieren die Fahrzeuge selbsttätig zum einprogrammierten Ziel, sofern sie das Softwarepaket installiert haben. Tesla betont, dass Fahrer dennoch aufmerksam und bereit sein müssen, jederzeit einzugreifen – was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war und es entsprechende Unfälle gab.

Tesla muss künftig grundsätzlich weniger Unfälle an die NHTSA melden : Die US-Regierung änderte die Vorgaben, nach denen Autohersteller in den USA Unfälle melden müssen, die während autonomem Fahren geschehen. Künftig müssen Unfälle mit Fahrzeugen, die mit Fahrassistenzsystemen ausgestattet sind, nicht mehr der NHTSA gemeldet werden, wenn dabei ein Auto abgeschleppt werden musste, es aber keine Verletzten oder Toten gab, oder wenn sich die Airbags nicht öffneten.

Tesla muss weniger Unfälle melden

Von der neuen Regelung profitiert vor allem Tesla stark: Der Hersteller verzeichnet bisher den Hauptteil der meldepflichtigen Level-2-Unfälle. Von 2.359 seit 2021 gemeldeten Unfällen entfielen 2.030 auf Tesla.


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