Elektroauto: Tesla will Akkuzellen selbst produzieren
Raus aus der Abhängigkeit von Panasonic: Der US-Elektroautohersteller Tesla will die Akkuzellen für seine Fahrzeuge und externen Energiespeicher künftig selbst produzieren, statt sie vom japanischen Hersteller Panasonic zu beziehen.
Derzeit fertigt Panasonic die Akkuzellen für die Autos und externen Akkus in der Gigafactory , der Fabrik von Tesla in der Wüste von Nevada. Die Zellproduktion lief aber in der Vergangenheit nicht schnell genug, so dass Tesla weniger Autos und Wandakkus verkaufen konnte. Die Verzögerungen in der Produktion des Model 3 gingen auf Probleme bei der Akkufertigung zurück.
Aus dieser Abhängigkeit wolle sich Tesla befreien, berichtet der US-Fernsehsender CNBC(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des Elektroautoherstellers. Demnach arbeitet Tesla an einer eigenen Zellfertigung in einem Labor in Kalifornien, nicht weit entfernt von der Fabrik in Fremont, wo die Elektroautos Model S, Model X und Model 3 gebaut werden. Dort entwickelten Tesla-Angestellte die Akkuzellen ebenso wie die Ausrüstung und die Prozesse für eine Massenfertigung. Zudem hat Tesla Stellenausschreibungen für Akkuexperten geschaltet.
Eine eigene Zellfertigung könnte Vorteile für Tesla haben: Wenn der Hersteller die Akkus selbst baut, könnte er die Produktionskosten und damit auch die Preise für seine Elektroautos senken. Zudem würde das in Musks Vision eines Unternehmens passen, das alles, was es braucht, selbst herstellt – und auch vermarktet. Auf der anderen Seite würde die eigene Fertigung von Akkuzellen noch mehr Aufwand für Tesla bedeuten.

Es wird aber dennoch noch eine ganze Zeit dauern, bis Tesla keine Akkuzellen mehr von anderen Herstellern bezieht. Neben Panasonic werde LG die Akkus liefern, die Tesla für seine Produktion in China benötige, sagten Tesla-Mitarbeiter CNBC. Teslas Werk in Schanghai soll noch in diesem Jahr fertig werden. Ab 2020 sollen dort Elektroautos in Serie gebaut werden.
Leseraufruf
Immer wieder versprechen Wissenschaftler und Hersteller bahnbrechende Neuerungen bei Akkus, Brennstoffzellen und anderen Energiespeichern. Akkus laden angeblich schneller, sie haben mehr Kapazität bei gleichem Gewicht, sie sind nicht feuergefährlich. Manches davon ist Humbug, andere Innovationen funktionieren im Labor, brauchen aber Jahre, bis sie serienreif sind.
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