Elektroauto-Startup: Faraday Future schließt Autofabrik in Kalifornien

Die Schlinge zieht sich weiter zu: Das Elektroauto-Startup Faraday Future hat seine Fahrzeugfabrik in Kalifornien schließen müssen. Einige Mitarbeiter sind schon entlassen, andere in den unbezahlten Urlaub geschickt worden.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
Der FF 91 mit ausfahrbarem Laserscanner auf der Motorhaube
Der FF 91 mit ausfahrbarem Laserscanner auf der Motorhaube (Bild: Faraday Future)

Faraday Future hat seine Elektrofahrzeugfabrik in Kalifornien geschlossen. Die meisten Mitarbeiter im Werk Hanford, in dem das vollelektrische Auto FF91 gebaut werden sollte, wurden laut einem Bericht von Electrek entlassen oder beurlaubt.

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Electrek zufolge, die sich auf anonyme Quellen berufen, soll Faraday Future sogar Maschinen versteigert haben. Das Unternehmen versuche nach wie vor, neue Investoren zu finden, sagte ein Sprecher Electrek.

Der US-Sender ABC hatte zuvor berichtet, im Oktober seien etwa 40 Personen entlassen und 60 weitere beurlaubt worden. Es verblieben nur noch etwa zehn Mitarbeiter in der Fabrik. Dag Reckhorn, ein ehemaliger Tesla-Manager, der die Produktion von FF leiten sollte, ging ebenfalls. Die Mitgründer Nick Sampson und Peter Savagian waren schon davor abgesprungen.

Die chinesische Holdinggesellschaft Evergrande hatte Faraday Future noch im Oktober 2018 eine Investition von zwei Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Evergrande gab zunächst 800 Millionen US-Dollar frei, die restlichen 1,2 Milliarden sollten in separaten Raten zu je 600 Millionen Dollar in den Jahren 2019 und 2020 überwiesen werden.

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Dann begannen die Probleme. Faraday Future gab bis Juli 2018 rund 800 Millionen US-Dollar aus. Das Unternehmen einigte sich mit dem Investor dann auf einen Vorschuss von 700 Millionen US-Dollar. Doch dann trat Evergrande nach Angaben der Anwälte von Faraday Future von der Übereinkunft zurück. Faraday musste Mitarbeiter entlassen und versuchte, die verbleibende Belegschaft zu überreden, Gehaltssenkungen zu akzeptieren.

Wenn keine neue Finanzierung erfolgt, ist das Unternehmen bis Mitte Dezember 2018 vollständig zahlungsunfähig. Faraday Future habe seinen Lieferanten Anfang Oktober 59 Millionen US-Dollar geschuldet, heißt es in Gerichtsunterlagen.

Der chinesisch-kalifornische Elektroautohersteller stellte erst im August 2018 sein erstes serienreifes Elektro-SUV vom Typ FF 91 vor. Der Prototyp war Anfang vergangenen Jahres auf der CES in Las Vegas gezeigt worden. Das SUV wird von einem 783 kW (1.050 PS) starken Elektromotor angetrieben. Der Akku hat eine Kapazität von 130 kWh. Faraday Future wirbt damit, das Auto beschleunige noch etwas schneller als Teslas Model S: Der FF 91 soll in 2,475 Sekunden von null auf 100 km/h kommen.

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