Elektroauto: MIT-Forscher entwickeln Akkus mit halbfester Speicherschicht

Bruchsicher, flexibel und vor allem viel günstiger in der Herstellung: US-Forscher haben ein neues Verfahren für die Produktion von Akkus entwickelt. Sie sollen sich unter anderem für Elektroautos eignen.

Artikel veröffentlicht am ,
Akku mit halbfesten Elektroden: Herstellungskosten um die Hälfte gesenkt
Akku mit halbfesten Elektroden: Herstellungskosten um die Hälfte gesenkt (Bild: 24M)

Ein neues Herstellungsverfahren soll Lithium-Ionen-Akkus leistungsfähiger und günstiger machen. Entwickelt wurde es vom Team um Yet-Ming Chiang, Materialwissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Gründer der Unternehmen 24M und A123. Die Forscher stellen ihr Konzept in der Fachzeitschrift Journal of Power Sources vor.

Der Akku basiert auf einem Konzept, das Chiang vor einigen Jahren vorgestellt hat: Die Elektroden bestehen aus einem gallertartigen Material - bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus sind die Elektroden aus einem festen Material. Vorteile dieser halbfesten Akkus sind, dass sie weniger Material benötigen und dass bei der Herstellung ein teurer Produktionsschritt entfällt.

Halbfeste Elektroden sind dicker

Da die Elektroden nicht fest sind, werden die Transportwege für geladene Teilchen durch das Material deutlich kürzer. Dadurch können die Elektroden dicker ausfallen als bei Akkus mit festen Elektroden. Das spart Material: Eine Lithium-Ionen-Akkuzelle besteht aus mehreren Elektrodenschichten, die jeweils durch eine Metallfolie getrennt sind. Da die halbfesten Elektroden dicker sind, hat eine Zelle weniger Schichten, braucht also weniger Trennmaterial.

Das Elektrodenmaterial wird bei der Herstellung in flüssigem Zustand auf ein Trägermaterial aufgebracht. Da die Elektroden gallertartig bleiben, entfällt nach Angaben der MIT-Forscher das Trocknen. Bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus wird für diesen Prozess viel Energie aufgewendet.

Der Akku ist formbar

Der Akku ist aber nicht nur günstiger in der Produktion - die MIT-Forscher sagen, es sei ihnen gelungen, die Herstellungskosten um die Hälfte zu senken. Da die Elektroden nicht starr sind, kann der Akku auch verformt werden. Das macht den Akku robuster. Außerdem ist es dadurch möglich, den Akkus alle möglichen Formen zu geben.

24M hat auf einer Prototyp-Fertigungsanlage bereits 10.000 Akkus dieses Typs gebaut. Die Anlage wird jetzt von Auftragsherstellern getestet. 24M will die Akkus zunächst als Speicher in Stromnetzen einsetzen, in denen etwa Energie aus erneuerbaren Quellen zwischengespeichert wird. Zudem sollen sie sich gut für Anwendungen eignen, bei denen es auf Gewicht und Volumen ankommt, etwa Elektroautos.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Ach 02. Jul 2015

Du platscht mit deinen Händen wütend auf den anrollenden Tsunami. Konzentrierte...

Peter(TOO) 01. Jul 2015

Bei ortsfesten Akkus wäre nur der Preis ausschlaggebend, wenn man da nur die halben...

Peter(TOO) 01. Jul 2015

Was aber bei allen diesen Wunderakkus fehlt, sind die Angaben zur Zyklenzahl, bzw...

jo-1 30. Jun 2015

wie wäre's damit fertige oder zumindest realistische Produkte als Artikel zu...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
OpenAI
Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store

Nur einen Tag, nachdem OpenAI ChatGPT für Entwickler geöffnet hat, lassen sich Angebote finden, die es nicht geben dürfte.

OpenAI: Girlfriend-Chatbots verstoßen gegen die Regeln des GPT-Store
Artikel
  1. Stromautobahn: Bahnstromnetz soll bei Energiewende helfen
    Stromautobahn
    Bahnstromnetz soll bei Energiewende helfen

    Der Ausbau der Übertragungsnetze in den Süden hängt dem Aufbau von Windkraft im Norden hinterher. Entlastung soll das Bahnstromnetz liefern.

  2. Dune 1984: Autor findet David Lynchs Skript zum zweiten Teil von Dune
    Dune 1984
    Autor findet David Lynchs Skript zum zweiten Teil von Dune

    Der zweite Teil des 1984 erschienenen Sci-Fi-Epos Dune wurde nie Realität. Ein Skript gibt Einblicke, wann und wo der Film gespielt hätte.

  3. Windows 11: Microsoft testet Copilot im Autostart
    Windows 11
    Microsoft testet Copilot im Autostart

    Die KI-App könnte künftig automatisch starten, wenn Windows 11 lädt. Standardmäßig ist das Feature aktiviert, kann aber abgewählt werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /