Elektroauto: Elektro-Rennwagen Spark-Renault SRT_01E geht an den Start

Jetzt kann es mit dem elektrischen Motorsport losgehen: Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt ist das erste Auto vorgestellt worden, das in der Saison der neuen Rennsportserie Formel E(öffnet im neuen Fenster) an den Start gehen wird.







Alejandro Agag, Chef der Formula E Holdings (FEH), die die Rennserie vermarktet, und Jean Todt, Präsident des Weltauto- und Motorsportverbandes Fédération Internationale de l'Automobile (FIA), haben auf der IAA den Spark-Renault SRT_01E(öffnet im neuen Fenster) enthüllt. In der ersten Saison werden alle 20 Fahrer mit diesem Auto an den Start gehen. Später können die Teams eigene Rennwagen entwickeln.
Schwerer Formel-Rennwagen
Der SRT_01E ist ein Formel-Rennwagen, also ein offenes, einsitziges Auto mit freistehenden Rädern. Von der Form her erinnert er also an die Wagen, die auch Nico Rosberg oder Sebastian Vettel steuern. Allerdings ist er mit einem Gewicht von 800 Kilogramm inklusive Fahrer deutlich schwerer - wobei der Akku allein 200 Kilogramm ausmacht. Gebaut wird es von dem französischen Hersteller Spark Racing Technology(öffnet im neuen Fenster) , der von Frédéric Vasseur geleitet wird. Vasseur war bereits Teamchef in verschiedenen Formel-Serien.
Angetrieben wird das Fahrzeug von einem Elektromotor, der eine Maximalleistung von 200 Kilowatt (kW) hat. Diese Leistung soll allerdings nur im Training und in der Qualifikation zur Verfügung stehen. Im Rennen ist die Leistung auf 133 kW begrenzt. Den Fahrern stehen aber die fehlenden 67 kW in bestimmten Situationen für kurze Zeit zur Verfügung. Der Motor beschleunigt das Auto in rund 3 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde (km/h). Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 225 km/h beschränkt sein. Dabei sollen die Elektrorennwagen rund 80 Dezibel laut sein.
Boxenstopp mit Fahrzeugwechsel
Zur Reichweite gibt es noch keine Angaben. Fest steht aber, dass eine Akkuladung nicht für ein ganzes Rennen ausreichen wird. Eine knappe halbe Stunde soll er Strom liefern. Für jeden Fahrer werden deshalb zwei Autos zur Verfügung stehen, zwischen denen er in voraussichtlich einem oder mehreren Boxenstopps wechseln wird. Das US-Unternehmen Qualcomm steuert sein drahtloses Ladesystem Halo(öffnet im neuen Fenster) bei.
An dem E-Rennauto sind verschiedene namhafte Hersteller beteiligt: Das Monocoque Chassis, das wie in vielen modernen Rennserien aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff und Aluminium besteht, kommt von dem italienischen Hersteller Dallara(öffnet im neuen Fenster) , der Chassis für viele Rennsportklassen baut, auch für die Formel 1. Der Antriebsstrang stammt von zwei ausgewiesenen Rennsportspezialisten: McLaren Electronics(öffnet im neuen Fenster) baut den Motor, das Getriebe und die Elektronik, Williams Advanced Engineering(öffnet im neuen Fenster) liefert den Akku und das dafür nötige Managementsystem. An der Systemintegration hat zudem Renault mitgearbeitet.
10 Teams, 20 Fahrer, 40 Autos
10 Teams(öffnet im neuen Fenster) sollen in der Formel-E mit je zwei Fahrern antreten. Bisher stehen allerdings erst drei fest: das US-Team Andretti Autosport(öffnet im neuen Fenster) des ehemaligen Formel-1- und Indycar-Fahrers Michael Andretti, China Racing(öffnet im neuen Fenster) sowie Drayson Racing(öffnet im neuen Fenster) , das vom ehemaligen britischen Wissenschaftsminister Paul Drayson geleitet wird. Fahrer sind noch keine benannt.
Die erste Saison(öffnet im neuen Fenster) der Formel E soll im September 2014 starten. Geplant sind zehn Läufe in Metropolen in Amerika, Asien und Europa. Darunter sind London, wo voraussichtlich das Eröffnungsrennen stattfinden wird, Rio de Janeiro, Rom, Los Angeles, Bangkok, Peking sowie Berlin, wo auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof gefahren werden soll.