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Elektroauto: Der Markt wartet nicht auf VWs E-Polo - oder?

Kleine, gute Elektroautos gibt es mittlerweile zuhauf. VW kommt mit seinem Polo wirklich spät – aber nicht zu spät.
/ Tobias Költzsch
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Der ID.Polo von VW (Bild: VW)
Der ID.Polo von VW Bild: VW
Inhalt
  1. Elektroauto: Der Markt wartet nicht auf VWs E-Polo - oder?
  2. Auswahl an kleinen, guten Elektroautos wächst

Wenn man die Medienberichterstattung über Elektroautos verfolgt, liest man nicht nur in Foren öfters ungefähr Folgendes: Die deutsche Automobilindustrie ist am Boden, Europa wird von preiswerten und technisch sehr guten asiatischen, vor allem chinesischen Elektroautos überschwemmt. Das war's, finito. Mercedes-Benz, Audi und vor allem VW sind am Ende.

Entsprechend kommt VWs Elektro-Polo , dessen Eckdaten der Wolfsburger Hersteller jüngst präzisiert hat, sehr spät. Der Markt ist aufgeteilt; es gibt genügend gute Konkurrenten, die einfach schneller als VW waren.

An den Vorwürfen ist also was dran. Zu lange hat die deutsche Automobilindustrie mit dem Umstieg auf Elektromobilität gewartet, ihn dann nur halbherzig umgesetzt (looking at you, E-Golf) und zieht nun den Kürzeren.

Die Zulassungszahlen zu Elektroautos in Deutschland scheinen allerdings das Gegenteil widerzuspiegeln: VW landet im laufenden Jahr 2025 mit den Modellen ID.7, ID.3 und ID.4/ID.5 auf den ersten drei Rängen, gefolgt von drei weiteren Fahrzeugen von Marken der VW-Gruppe. BMW als erstes Nicht-VW-Unternehmen erreicht Platz sieben; vom X1 wurden nur halb so viele Fahrzeuge zugelassen wie von VWs ID.7.

Hyundai Inster mit gutem Jahr

Der erste asiatische Hersteller in der Liste des Kraftfahrt-Bundesamts ist Hyundai: Bis einschließlich November 2025 wurden 9.759 Inster zugelassen – zweifelsfrei ein starkes Ergebnis für den südkoreanischen Hersteller, aber eben auch deutlich weniger als bei VW.

Vor allem VW macht seit Jahren ein gutes Geschäft mit seinen Elektroautos, hat dabei aber in der Tat den Markt der Klein- und Kleinstwagen vernachlässigt. Das zeigt die Statistik deutlich, in der VW nur mit größeren Modellen vertreten ist – auch der ID.3 ist kein Kleinwagen.

In diesem Segment haben sich mittlerweile andere Hersteller breitgemacht – neben Hyundai mit dem Inster sind Citroen mit dem e-C3, BYD mit dem Dolphin Surf und Leapmotor mit dem T03 zu nennen.

Kleinst- und Kleinwagen sind in der Regel die preiswertesten Fahrzeuge am Markt – also tendenziell die Autos, die sich die meisten Menschen leisten können. Fehlt in diesem Bereich ein großer Hersteller wie VW, fällt das natürlich auf.

Die Frage ist: Welche Chancen hat der ID.Polo im Vergleich mit dem bestehenden Angebot am Markt?


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