Elektroauto: Daimler elektrifiziert bis 2022 alle Modelle

Nach Volvo und Maserati kündigt auch Daimler die komplette Elektrifizierung aller Neufahrzeuge an. Nebenbei verrät der Autokonzern, warum eine Vollelektrisierung problematisch ist.

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Daimler-Chef Dieter Zetsche vor dem Generation EQ SUV
Daimler-Chef Dieter Zetsche vor dem Generation EQ SUV (Bild: Mercedes-Benz)

Der Autokonzern Daimler will in fünf Jahren nur noch Fahrzeuge mit einem voll- oder teilelektrischen Antrieb produzieren. "Bis 2022 werden wir das gesamte Produktportfolio von Mercedes-Benz elektrifizieren", sagte der Vorstandsvorsitzende von Daimler, Dieter Zetsche nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters am Montag auf dem Kapitalmarkttag in Sindelfingen. Demnach sind mehr als 50 Modelle mit Stromantrieb geplant, "in allen Kombinationen, nicht nur Elektroautos". Im vergangenen März hatte Daimler angekündigt, bis 2022 zehn reine Elektroautos auf den Markt zu bringen. Den Kleinwagen Smart soll es bereits von 2020 an nur noch vollelektrisch geben.

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Aktuell hat Daimler nur den Smart und die B-Klasse elektrifiziert und bietet eine Reihe von Hybridfahrzeugen an. Die Hybridtechnik sieht Daimler als Brückentechnik hin zu reinen Elektroautos. Dazu zählen neben Plugin-Hybriden auch sogenannte Mild-Hybride, die den Verbrennungsmotor lediglich unterstützen können. Einen solchen Antrieb hat Daimler zusammen mit der Mitsubishi Electric Corporation (Melco) für die S-Klasse entwickelt. Der Starter-Generator auf 48-Volt-Basis sitzt direkt auf der Kurbelwelle und dient als Antriebsverstärker beim Start sowie zum Rekuperieren beim Bremsen.

Elektroautos sollen nicht mehr teurer sein

Die Elektrifizierung aller Modelle bedeutet daher ebenso wie bei Volvo und Maserati noch lange keinen Abschied vom Verbrennungsmotor. So erwartet Daimler bis 2025 bei vollelektrisch angetriebenen Fahrzeugen einen Verkaufsanteil von 25 Prozent. Allerdings geht das Unternehmen davon aus, dass bis Mitte des nächsten Jahrzehnts die Batteriepreise so weit sinken, um die Elektroautos zu gleichen Preisen wie Benziner und Diesel zu produzieren.

Das bedeute nach Ansicht Daimlers jedoch nicht, dass die derzeitige Kapitalrendite von zehn Prozent gehalten werden könne. "Wir werden weiterhin zehn Prozent anstreben, aber wir müssen während des Übergangs auf einen Korridor von acht bis zehn Prozent vorbereitet sein", sagte der Finanzchef der Pkw-Sparte Mercedes-Benz, Frank Lindenberg, nach Angaben von Reuters. Daimler-Chef Zetsche sagte demnach: "Verbrennungsmotoren bleiben über längere Zeit das Rückgrat für die CO2-Ziele und auch unsere Finanzstärke."

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Im Juli 2017 hatte die Firmenleitung zusammen mit dem Betriebsrat des Stammwerkes in Stuttgart-Sindelfingen eine Vereinbarung getroffen, um den "schrittweisen Übergang der Produktion von konventionellen Motoren, Getrieben und Achsen hin zu künftigen Powertrain-Komponenten für Elektrofahrzeuge" zu ebnen. Dem Reuters-Bericht zufolge will Daimler künftig jedoch die Kosten für die erforderlichen Investitionen dadurch herausholen, indem die Produktion stärker ausgelagert wird. Das dürfte weitere Konflikte mit dem Betriebsrat heraufbeschwören, falls damit Stellenstreichungen verbunden sind.

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