Elektroauto: Audi A4 E-Tron kommt offenbar erst 2029
Der VW-Konzern steht nach Informationen aus Konzernkreisen vor einer erneuten Verschiebung seiner zentralen Elektroautoprojekte. Der elektrische Audi A4 E-Tron, eines der ersten Modelle auf der neuen Konzernplattform SSP, dürfte frühestens im März 2029 in Produktion gehen, berichtete das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster). Insider halten demnach sogar einen Start Ende April oder Anfang Mai für möglich.
Ursprünglich war der Produktionsbeginn für Mitte 2028 geplant. Noch im Sommer erklärte Audi-Technikchef Rouven Mohr(öffnet im neuen Fenster), es gebe keinen Grund zur Korrektur des Zeitplans. Inzwischen deutet jedoch vieles darauf hin, dass diese Einschätzung nicht länger haltbar ist.
Drei Jahre Rückstand auf BMW und Mercedes
Das könnte laut Handelsblatt für Audi Folgen haben. BMW und Mercedes wollen ihre elektrischen Mittelklassemodelle i3 und C-Klasse noch in diesem Jahr auf den Markt bringen. Audi hätte damit rund drei Jahre lang kein vergleichbares elektrisches Angebot im Programm, obwohl gerade Firmenkunden in diesem Segment stark nachfragen.
Als Gründe für die Verzögerungen gelten sowohl technische Hürden als auch langwierige Abstimmungsprozesse innerhalb des Konzerns. Hinzu kommt der wachsende Spardruck. Allein die Volumenmarken Volkswagen, Skoda und Seat/Cupra sollen ihre Forschungs- und Entwicklungskosten einem Beschlusspapier zufolge um 14,6 Milliarden Euro senken. In der Markengruppe um Audi sind weitere Einsparungen von knapp elf Milliarden Euro vorgesehen.
48-Volt-Entscheidung bremst die Entwicklung
Technisch trägt offenbar auch eine Entscheidung von Audi-Chef Gernot Döllner zur Verzögerung bei. Auf seinen Wunsch hin wurde mitten in der Entwicklung beschlossen, den A4 E-Tron mit einem 48-Volt-Bordnetz auszustatten. Künftig sollen alle Fahrzeuge auf der SSP-Plattform diese Technik erhalten. Die höhere Spannung ermöglicht leistungsfähigere Rechner und dünnere Kabel, erhöht aber den Entwicklungsaufwand, da nahezu alle europäischen Zulieferer bislang mit 12 Volt arbeiten.
Die Entscheidung wirkt zudem in das Gemeinschaftsprojekt mit dem US-Start-up Rivian hinein, mit dem Volkswagen eine neue Software- und Elektronikarchitektur entwickelt. Änderungswünsche der Marken werden über eine zentrale Anlaufstelle gebündelt, was nach Einschätzung Beteiligter Zeit kostet und zu Abstimmungsverlusten führt. Hinzu kommt die Zeitverschiebung von rund neun Stunden zwischen Wolfsburg und dem Silicon Valley.
SSP wird verkleinert, Golf und T-Roc warten bis 2030
Um die Komplexität zu verringern, wurde SSP inzwischen kleiner aufgesetzt. Statt acht Varianten soll der Baukasten nur noch vier umfassen, der Anteil gemeinsam genutzter Komponenten soll steigen. Auch andere Modelle hängen an der Plattform: Die Elektrovarianten von T-Roc und Golf dürften Unternehmenskreisen zufolge nicht vor 2030 erscheinen.
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