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Elektroauto: Ach, Sie wollen gar keine Kaufprämie?

Seit Anfang Juli kann man die Kaufprämie für Elektroautos abrufen - doch im zuständigen Amt gehen nur wenige Anträge ein. Überraschend ist das nicht.

Artikel veröffentlicht am , Matthias Breitinger/Zeit Online
Ladeparkplatz für Elektroautos (Symbolbild): Wo laden Stadtbewohner ihre Autos?
Ladeparkplatz für Elektroautos (Symbolbild): Wo laden Stadtbewohner ihre Autos? (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Na, haben Sie schon Ihre Kaufprämie beantragt? Die für das Elektroauto? Ach, Sie wollen gar keinen elektrisch fahrenden Wagen kaufen - auch nicht, obwohl Ihnen die Bundesregierung und der Hersteller jeweils 2.000 Euro dazugeben?

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Dann geht es Ihnen wie dem Großteil der Deutschen. Die Subvention, die seit rund acht Wochen abgerufen werden kann, zieht bisher nämlich nicht. Das für die Prämie zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat seit dem Start des Förderprogramms lediglich 3.027 Anträge für den Zuschuss erhalten: 1.973 für reine batterieelektrische Fahrzeuge und 1.054 für Plug-in-Hybride, also Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor. Zum Vergleich: Allein im Juli wurden beim Kraftfahrt-Bundesamt insgesamt fast 279.000 Pkw neu zugelassen.

Die Nachfrage nach dem Umweltbonus - so heißt die Förderung offiziell - war Anfang Juli schon schleppend gestartet, doch für ein Zwischenfazit war es damals noch zu früh. Jetzt zeichnet sich aber deutlich ab: Davon, dass die Prämie den Absatz von Elektroautos erhöht, kann nicht die Rede sein. Selbst Fachleute wie Stefan Bratzel sind überrascht: "Obwohl ich der Elektroauto-Prämie skeptisch gegenüberstehe, hätte ich mir doch etwas mehr Begeisterung dafür vorstellen können", sagt der Professor für Automobilwirtschaft.

Die Elektroautos sind zu teuer

Der Neuwagenmarkt ist in erster Linie ein Geschäftskundenmarkt. Im ersten Halbjahr 2016 wurden laut den offiziellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts nur 35 Prozent aller neuen Autos auf Privatpersonen zugelassen, 65 Prozent dagegen auf gewerbliche Halter. Und die zögern bei Elektroautos eher, weil sie deren Wiederverkaufswert - eine entscheidende Größe bei der gewerblichen Fahrzeuganschaffung - aktuell noch kaum kalkulieren können. Unternehmen machen unter den Antragstellern beim Bafa deswegen auch nur 40 Prozent aus.

Doch auch für Privatpersonen rechnet sich der Kauf eines Elektroautos eher nicht. Die meisten Modelle sind erheblich teurer als vergleichbare Autos mit Benzin- oder Dieselmotor, sodass sich selbst mit der Kaufprämie die Anschaffung nur über einen ziemlich langen Zeitraum mit sehr vielen gefahrenen Kilometern lohnt. Im Vergleich zu einem Verbrenner spart man im Alltag, weil die Energiekosten tendenziell geringer sind und Elektroautos weniger Wartung benötigen. Doch das macht sich erst auf Dauer bezahlt.

Geringe Reichweite

Dem stehen allerdings nach wie vor die bekannten Nachteile gegenüber. Vor dem Kauf eines Elektroautos muss jeder Interessent prüfen, ob die gebotene Reichweite zum persönlichen Mobilitätsbedarf passt. Nach rund 200 Kilometern muss bei den meisten Fahrzeugen der Akku wieder an die Steckdose - doch diese Zahl steht auf dem Papier, die Fahrweise, Außentemperatur und andere Faktoren drücken den Wert in aller Regel auf eine viel niedrigere Zahl.

Für viele Autofahrer dürfte die Reichweite im Alltag genügen. Wer fährt schon ständig mehr als 150 oder 200 Kilometer am Stück? Andererseits leben Autokäufer seit vielen Jahrzehnten eben mit der Flexibilität, an einem Tag mit ihrem Wagen nur 50 Kilometer zu fahren, am nächsten aber auch 800 Kilometer oder mehr. Doch selbst wenn nicht ständig Langstrecken zu bewältigen sind, stellt sich die Frage, wo man den Wagen auflädt. Wer eine eigene Garage hat, kann dort an der Haushaltssteckdose den Strom ziehen. Das dauert dann zwar Stunden, macht über Nacht aber ja nichts.

Dünnes Schnellladenetz

Doch gerade Städter in zentralen Lagen haben oft keine eigene Lademöglichkeit und müssen auf öffentliche Stationen zurückgreifen, von denen es noch zu wenige gibt. Und dann muss man noch Glück haben, dass die Ladestelle nicht zugeparkt ist. Ebenfalls noch schlecht ausgebaut ist das Netz an Schnellladestationen, an denen man den Akku in etwa 30 Minuten fast komplett wieder aufladen kann. Darum wäre es sinnvoller, die Regierung würde das Geld aus der Kaufprämie nutzen, um damit den Ausbau der bisher unzureichenden Ladeinfrastruktur noch stärker als geplant zu unterstützen.

Die Schnellladestationen müssen zudem besser werden. Die derzeitige Leistung, 50 Kilowatt, wird für Autos mit größeren Akkus, die schon in Planung sind, nicht mehr reichen, um ein wirklich schnelles Aufladen zu gewährleisten. Schon heute liegen die Supercharger, die Tesla für eigene Kunden entlang deutscher Autobahnen aufgebaut hat, mit 120 kW drüber. Auch die Bezahlung an den öffentlichen Stationen muss noch einfacher werden.

Die Fachleute der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers sind ebenfalls skeptisch. Sie sehen selbst unter sehr optimistischen Bedingungen für 2020 nur rund 500.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride auf deutschen Straßen - die Bundesregierung hatte sich eine Million Stromer im Jahr 2020 als Ziel gesetzt. Das ist längst utopisch, daran wird auch eine Subvention in Milliardenhöhe nichts ändern.

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Xstream 16. Sep 2016

Autos sind bei weniger als 30%

User_x 10. Sep 2016

mal schauen, wenn der herbst und winter da sind... :-) nass wirds auf jeden fall. ich hab...

ChMu 08. Sep 2016

Ja gut, ich kann ja nur sagen was bei uns abgerechnet wird und auf dem Zaehler steht...

gadthrawn 08. Sep 2016

hm.. hier (ebenfalls in Deutschland) gibt es z.B. einen Kindernotdienst. Während der...

Sebbi 08. Sep 2016

In der Ebene spielt es kaum eine Rolle, am Berg kommt es allerdings vor, dass man durch...


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