Elektroauto: 2020 wird E gut

2019 wurden bereits annähernd doppelt so viele Elektroautos zugelassen wie im Jahr davor. Wird 2020 das übertreffen - und vielleicht das Jahr des E-Autos in Deutschland? Einiges spricht dafür.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Elektroauto VW ID.3: Ist das der Volkselektrowagen?
Elektroauto VW ID.3: Ist das der Volkselektrowagen? (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Knapp 60.000 Elektroautos wurden 2019 in Deutschland zugelassen. 2018 waren es noch 36.000. Die Akzeptanz von E-Autos steigt also rasant. Zudem wurden einige wichtige Schritte unternommen: Die Bundesregierung will die Kaufprämie verlängern, der E-Mobilitäts-Avantgardist Tesla will nach Deutschland kommen und einer der größten Autohersteller der Welt ist jetzt richtig in das Thema eingestiegen.

Eigentlich war Elon Musk nach Berlin gekommen, um die Auszeichnung einer deutschen Automobilzeitschrift entgegenzunehmen. Doch statt brav mit Moderatorin Barbara Schöneberger zu plaudern, platzte ein ungewohnt linkischer Musk mit einer Bombennachricht heraus: Tesla werde eine Gigafactory bauen, die vierte, in Deutschland. Aber nicht, wie viele geglaubt hatten, im Emsland in Niedersachsen, sondern unmittelbar vor den Toren der Hauptstadt.

In rund zwei Jahren wollen die Kalifornier in Brandenburg Elektroautos bauen: zuerst das Model Y, dann das Model 3. Der Zeitplan erscheint ehrgeizig, ist aber nicht unrealistisch. In der chinesischen Metropole Schanghai hat Tesla Anfang Januar mit dem Bau der Gigafactory 3 begonnen, im Oktober startete die Testproduktion.

Ein Grund für Panik bei der einheimischen Konkurrenz? Denn gern wird über die langsame deutsche Automobilindustrie gelästert, Tesla habe die Traditionsunternehmen wie Volkswagen (VW), Mercedes oder BMW abgehängt. Lange - zu lange? - haben sich die deutschen Hersteller auf den Verbrennungsantrieb konzentriert.

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"Die Kompetenz der Automobilhersteller ist Motorenkompetenz. Die Automobilindustrie lebt vom Motorenbau", sagte der italienische Designer und Autoexperte Paolo Tumminelli dazu schon vor Jahren im Golem.de-Interview. Dass Elektromobilität hierzulande nur langsam vorankam, lag demnach in der Firmenkultur begründet.

Dass Kulturwandel dauert, bekamen wir 2016 mit: Da waren wir dabei, als Ingenieure eines deutschen Herstellers mit leuchtenden Augen neue Motoren präsentierten, benzin- und dieselgetrieben, mit Turbolader und Abgasreinigung. Das war etwas mehr als ein Jahr, nachdem Betrügereien mit der Software bei Dieselfahrzeugen aufgeflogen waren.

Inzwischen scheint der Wandel zumindest in einigen Vorständen vollzogen: Daimler etwa will zumindest vorerst keine neuen Verbrennermotoren mehr entwickeln. Die Stuttgarter könnten sich auf den Elektromotor konzentrieren. Denn der ist, wie das Münchener Startup Volabo mit seinem Antrieb zeigt, noch nicht ausentwickelt.

Bei VW forderte der Vorstandsvorsitzende Herbert Diess im vergangenen Jahr kurz nach seinem Amtsantritt, dass VW in die Akkuzellfertigung einsteigt, sein Vorgänger Matthias Müller hatte das noch als Blödsinn abgetan. Knapp anderthalb Jahre später ist eine Pilotanlage in Salzgitter in Betrieb. Anfang 2024 soll direkt nebenan eine große Fabrik stehen, in der VW zusammen mit dem schwedischen Unternehmen Northvolt im Jahr 16 Gigawattstunden Speicherkapazität produzieren will. Eine Recycling-Anlage befindet sich gleich um die Ecke.

Kürzlich sprach Diess sich sogar für eine Emissionssteuer aus: "Man sollte die fossilen Energien Kohle, Öl, Gas stärker besteuern", sagte der VW-Chef im Gespräch mit der Fachzeitschrift Automobilwoche. "Der richtige Weg sind elektrische Fahrzeuge und Strom aus erneuerbaren Energien. Wir müssen es schaffen, mehr CO2-freien Strom zu produzieren." Die CO2-Emissionen müssten verteuert werden, "um die Menschen zum Umdenken zu bewegen".

Ist Diess also zum Öko geworden?

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Copper 08. Jan 2020

Prof. (Un-) Sinn hat ja bereits in seinem angestammten Betätigungsfeld, der Wirtschaft...

plutoniumsulfat 03. Jan 2020

Ach, Ladegeschwindigkeiten variieren auf einmal doch? Dann habe ich ja doch ein Problem...


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