Elektro-Schifffahrt: Weltgrößte Elektro-Fähre startet Testbetrieb in Tasmanien

Der tasmanische Schiffbauer Incat(öffnet im neuen Fenster) hat mit den offiziellen Testfahrten der weltweit größten batterieelektrischen Fähre begonnen. Die Incat 096, ein 130 Meter langer Katamaran, absolvierte die ersten Manöver in den Gewässern vor Hobart, Tasmanien. Das als sogenanntes Utility Ro-Pax-Schiff klassifizierte Fahrzeug wurde für das südamerikanische Unternehmen Buquebus entwickelt und soll künftig im Linienverkehr zwischen Argentinien und Uruguay zum Einsatz kommen.
40 Megawattstunden Speicherkapazität
Die technischen Spezifikationen des Schiffes setzen neue Maßstäbe in der maritimen Elektromobilität. Das Antriebssystem stammt vom Technologiekonzern Wärtsilä und liefert eine elektrische Gesamtleistung von rund 40 Megawattstunden. Als Energiespeicher dient ein massives Batteriesystem von Corvus Energy aus der Dolphin-NextGen-Serie. Mit einer Gesamtkapazität von über 40 Megawattstunden verfügt die Fähre über das größte bisher auf einem Schiff installierte Batteriepaket. Zum Vergleich: Diese Kapazität entspricht etwa dem Speichervermögen von 400 bis 500 modernen Elektroautos der Oberklasse.
Der komplett aus Aluminium gefertigte Katamaran bietet Platz für bis zu 2.100 Passagiere und 225 Fahrzeuge. Durch die konsequente Verwendung von Leichtbaumaterialien konnte Incat das Gesamtgewicht des Schiffes trotz der schweren Batterielast optimieren, was die Effizienz des rein elektrischen Antriebs signifikant erhöht. Das Schiff ist darauf ausgelegt, die Strecke über den Río de la Plata zwischen Buenos Aires und Montevideo vollständig emissionsfrei zurückzulegen.
Erprobung der Strahlantriebe und Systeme
Während der aktuellen Testphase in den tasmanischen Gewässern werden vor allem die komplexen Antriebssysteme, das Batteriemanagement sowie die allgemeine Manövrierfähigkeit unter realen Bedingungen geprüft. Die Incat 096 nutzt insgesamt acht Wasserstrahlantriebe (Waterjets), die eine präzise Steuerung des 130-Meter-Kolosses ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit den Partnern Wärtsilä und Corvus Energy war laut Hersteller entscheidend, um die notwendige Leistungselektronik für ein Projekt dieser Größenordnung zu integrieren.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Testreihen und der finalen Zertifizierung wird das Schiff nach Südamerika überführt. Für Buquebus markiert die Inbetriebnahme der Incat 096 einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung der eigenen Flotte. Das Projekt gilt in der Branche als Referenzmodell dafür, dass batterieelektrische Antriebe mittlerweile auch für große Passagier- und Fahrzeugfähren auf Langstrecken wirtschaftlich und technisch umsetzbar sind.



