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Elektro-Kombi: Opel Astra setzt auf Effizienz statt großen Akku

Mit dem Opel Astra Sports Tourer kommt der erste vollelektrische Kombi eines deutschen Herstellers auf den Markt.
/ Friedhelm Greis
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Der Opel Astra Sports Tourer ist der erste vollelektrische Kombi eines deutschen Herstellers. (Bild: Opel)
Der Opel Astra Sports Tourer ist der erste vollelektrische Kombi eines deutschen Herstellers. Bild: Opel

Der Opel Astra Sports Tourer Electric soll im kommenden Frühjahr als erster vollelektrischer Kombi eines deutschen Herstellers auf den Markt kommen. Bei einer Brutto-Akkukapazität von 54 Kilowattstunden (kWh) benötige der Astra 14,9 kWh auf 100 Kilometer, teilte der Rüsselsheimer Autohersteller am 30. November 2022 mit(öffnet im neuen Fenster) . Neben dem Kombi ist auch eine vollelektrische fünftürige Limousine verfügbar. Einen Preis hat Opel noch nicht genannt.

Opel hatte den neuen Astra bereits im September 2021 vorgestellt und damit die elektrischen Versionen angekündigt . Bislang sind aber nur Verbrennerversionen sowie ein Plugin-Hybrid lieferbar gewesen. Die Limousine und der Kombi gehörten traditionell zu beliebtesten Modellen in der Kompaktklasse, doch in der aktuellen Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes(öffnet im neuen Fenster) (KBA) liegt der Astra weit abgeschlagen hinter Modellen wie dem Ford Focus oder dem Skoda Octavia.

Ob der elektrische Astra ein Verkaufsschlager wird, bleibt abzuwarten. Opel ist bei seinen elektrischen Modellen weiterhin auf die Verbrennerplattformen der Konzernmutter Stellantis angewiesen. Der Astra basiert auf der Efficient Modular Platform 2 (EMP2)(öffnet im neuen Fenster) . Anders als beispielsweise der Modulare Elektrobaukasten (MEB) von VW verfügt dieser im Pkw-Segment lediglich über die recht kleine Akkugröße von 51 kWh netto.

Der Astra nutzt dabei denselben Antriebsstrang wie der e-308 des Schwesterunternehmens Peugeot. Den Entwicklern ist es laut Peugeot (öffnet im neuen Fenster) gelungen, durch "Entwicklungen in Bezug auf Motor, Batterie, Aerodynamik (Optimierung des Vorderwagens und des Unterbodens) sowie Gewichtsoptimierung (EMP2-Plattform) und Reduzierung der Reibungsverluste" den Energieverbrauch zu senken.

Bei der Vorstellung des e-308 gab Peugeot einen noch nicht homologisierten Durchschnittsverbrauch von 12,7 kWh/100 km an, der nun aber auf 14,9 kWh/100 km gestiegen ist. Inwieweit das die von Opel und Peugeot angegebene Reichweite von mehr als 400 km beeinflusst, ist unklar. In den WLTP-Verbrauch werden auch die Ladeverluste einbezogen(öffnet im neuen Fenster) , so dass nicht direkt auf die Reichweite umgerechnet werden kann. Würde der Astra tatsächlich 400 km nach WLTP kommen, wäre das Auto sehr effizient.

Bis zu 1.553 Liter Stauraum

Bei der Motorisierung ist die Auswahl ebenfalls bescheiden. So gibt es den elektrischen Astra nur mit einem Elektromotor, der eine, laut Opel, "verantwortungsbewusste Leistung" von 115 Kilowatt (156 PS) bei einem Drehmoment von 270 Newtonmetern liefert. Der Astra wird bei 170 km/h abgeregelt. Die maximale Ladeleistung liegt bei 100 kW. An einer 100-kW-Ladestation kann der Akku in weniger als 25 Minuten von 20 Prozent auf 80 Prozent aufgeladen werden. Serienmäßig kann der Astra mit 11 kW Wechselstrom laden.

Die äußeren Maße unterscheiden sich nicht von den Verbrennermodellen. Die Limousine ist 4,37 m lang, 1,86 m breit und 1,41 bis 1,47 m hoch. Der Kombi ist 4,6 m lang, 1,44 bis 1,48 m hoch und 1,86 m breit. Das Kofferraumvolumen des Kombi gibt Opel mit 516 Liter an, bei umgeklappten Sitzen wächst der Stauraum auf bis zu 1.553 Liter.

Der Innenraum wird auf den ersten Blick sehr aufgeräumt. Als digitale Anzeigeeinheiten gibt es zwei 10 Zoll große Bildschirme. Einstellungen wie die Klimatisierung sollen sich weiterhin per Tastendruck regeln lassen. Im Paket Intelli-Drive 2.0 sind laut Opel ein Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung, ein aktiver Spurhalte-Assistent, Müdigkeitserkennung, Querverkehrswarner und ein semi-adaptiver Spurwechsel-Assistent enthalten.

Bislang hat Opel unter anderem den Corsa , den Mokka (g+) und Zafira (g+) elektrifiziert. Bei unseren Tests hat uns vor allem das Navigationssystem gestört, das auf längeren Strecken keine sinnvolle Routenplanung ermöglichte.

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Starke Konkurrenz durch MG5

Der chinesische Elektrokombi MG5 ist bereits im vergangenen März in Deutschland auf den Markt gekommen . Dieser verfügt über einen Akku mit einer Kapazität von 61,1 kWh. Mit einem Einstiegspreis von 40.000 Euro vor Abzug der Kaufpreise ist das Fahrzeug noch relativ günstig.

In einer ganz anderen Preisliga spielt hingegen der von Audi im März 2022 vorgestellte A6 Avant E-Tron Concept . Die Reichweite soll je nach Antriebsvariante und -leistung bis zu 700 km nach dem Prüfzyklus WLTP betragen. Zudem positioniert Audi den Kombi in der Oberklasse. Wann der Avant auf Basis der geplanten PPE-Plattform auf den Markt kommt, ist aber noch unklar.


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