Elektro-Kleinwagen: VW ID.Polo kommt mit 52-kWh-Akku und neuem E-Motor
Der Autohersteller Volkswagen hat die technischen Details seines vollelektrischen Kleinwagens Polo präzisiert. "Zum Debüt wird es den ID. Polo in drei Leistungsstufen geben: 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS)", teilte der Wolfsburger Konzern am 15. Dezember 2025 mit(öffnet im neuen Fenster). Darüber hinaus gibt es zwei Batteriegrößen: einen LFP-Akku mit nutzbaren 37 Kilowattstunden (kWh) und eine NMC-Variante mit nutzbaren 52 kWh.
Bereits zur IAA 2025 in München hatte VW mitgeteilt, dass es später noch einen leistungsstärkeren ID.Polo GTI mit 166 kW (229 PS) geben solle. Während der Vorverkauf der Basisversion im April 2026 beginnen soll, folgt die GTI-Version im Laufe des kommenden Jahres.
Reichweite bei 300 oder 450 km
Die prognostizierte Reichweite soll bei dem großen Akku wie gehabt bei 450 km liegen. Der ID.Polo mit dem kleinen Akku soll 300 km weit kommen, wobei die Werte noch nicht homologiert sind. Der cw-Wert liegt bei 0,264. Der große NMC-Akku lädt mit maximal 130 kW, der kleine Akku schafft immerhin eine Ladeleistung von 90 kW. Beide Akkuversionen laden mit 11 kW Wechselstrom.
"Die Prognosen für das DC-Laden von 10 bis 80 Prozent mit 90 kW gehen von rund 27 Minuten Ladezeit aus; mit 130 kW reduziert sich der Wert auf rund 23 Minuten", heißt es in der Mitteilung. Der Polo mit kleinem Akku dürfte insgesamt nur bedingt langstreckentauglich sein und eignet sich eher als Stadtauto.
Der ID.Polo wiegt rund 1.512 kg. Das Gewicht des Verbrenner-Polos variiert zwischen 1.141 und 1.372 kg. Medienberichten zufolge liegt die Höchstgeschwindigkeit bei der LFP-Version bei 160 km/h. Die beiden größeren Versionen würden bei 175 km/h abgeregelt.
Neue Einstiegsplattform MEB+
Der ID.Polo basiert auf der neu entwickelten Einstiegsplattform MEB+ (Modularer E-Antriebsbaukasten). Er verfügt über einen neuen Frontmotor vom Typ APP290 und eine neue, von Volkswagen entwickelte Leistungselektronik. APP steht dabei für die achsparallele Anordnung (Axial Parallel Position) von Antrieb und Getriebe, die 290 für das maximale Drehmoment in Newtonmetern.
Sämtliche Komponenten des Antriebs sind unter der Fronthaube positioniert. Dazu gehören auch das integrierte Ladegerät und der elektrische Klimakompressor. Die Ladebuchse befindet sich ebenfalls vorne an der rechten Seite.
Der MEB+ nutzt erstmals die von der VW-Tochter produzierte sogenannte Einheitszelle des Konzerns, die zunächst in der Gigafabrik Salzgitter gebaut wird.
Erstmals Cell-to-pack-Verfahren bei VW
Wie der neue BMW iX3 setzt VW dabei das Cell-to-pack-Verfahren ein, bei dem die Zellen ohne Modulgehäuse direkt zu einem Paket zusammengesetzt werden. "Das reduziert den Preis, den Bauraum und das Gewicht, sorgt für ein effizienteres Thermomanagement und erhöht die Energiedichte um rund 10 Prozent", schreibt VW.
Der ID.Polo ist 4,05 Meter lang, 1,82 Meter breit und 1,53 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,6 Meter. Die Außenmaße entsprechen mehr oder weniger denjenigen des aktuellen Verbrenner-Polos, allerdings stehen den Passagieren bei der Elektroversion zusätzliche 19 mm im Innenraum zur Verfügung.
Zudem ist das Kofferraumvolumen deutlich größer: Der Stauraum wächst um 24 Prozent von 351 auf 435 Liter. Mit umgeklappten Rücksitzen steigt das Ladevolumen auf 1.243 Liter, was 118 Liter mehr als beim bisherigen Polo sind. Das zusätzliche Volumen rührt daher, dass sich an der Hinterachse keinerlei Antriebskomponenten befinden und der Stauraum unter dem Kofferraumboden sogar für mehrere Getränkekisten Platz bietet.
Neues Fahrwerk
Für den MEB+ konstruierten die Entwickler zudem ein neues Fahrwerk. Das Ziel sei gewesen, "eine optimale und für Volkswagen typische Lösung zu konzipieren". Vor diesem Hintergrund sei ein Verbund aus einer MacPherson-Vorderachse und einer besonders kompakt bauenden Verbundlenker-Hinterachse entstanden. Der Fahrkomfort soll den der Verbrennerversion deutlich übertreffen. So seien die Eigenfrequenzen der Vorder- und Hinterachse um jeweils 5 Prozent reduziert worden.
Der ID.Polo ist zudem mit Anhängerkupplung lieferbar. Die Stützlast beträgt 75 kg, die gebremste Anhängelast liegt bei 1.200 kg.
Wie bereits zur IAA mitgeteilt, haben Käufer die Wahl zwischen drei Ausstattungsvarianten. Der Grundpreis des Einstiegsmodells soll "in vielen Märkten" weiterhin bei weniger als 25.000 Euro liegen. Zu den technischen Highlights der Baureihe wird laut VW "optional die neueste Generation des Travel Assist gehören, der unter anderem einen automatischen Spurwechsel ermöglicht und erstmals eine Ampel-Erkennung bietet". Ebenfalls neu in dieser Klasse seien der Parkassistent Plus mit Memory-Funktion und eine 360-Grad-Umgebungskamera.
Produktion im spanischen Seat-Werk
VW hatte die erste Studie zum Elektro-Polo im März 2023 unter dem Namen ID.2all vorgestellt. Inzwischen kehrte das Unternehmen wie Mercedes-Benz zu den bislang üblichen Modellbezeichnungen zurück.
Der Mitteilung zufolge leitete die VW-Tochter Seat/Cupra das Projekt. Das Design stamme aus Wolfsburg. Gebaut werde der Polo im spanischen Seat-Werk Martorell.
Harte Konkurrenz aus China
Mit dem ID.Polo nimmt das Angebot im elektrischen Kleinwagensegment zu. Dazu zählen bislang derCitroën ë-C3 (Praxistest), der Hyundai Inster (Praxistest) und der Leapmotor T03 (Test).
Von den Außenmaßen her konkurriert der ID.Polo am ehesten mit dem Citroën ë-C3 und dem BYD Dolphin Surf (Probefahrt), der zwischenzeitlich für weniger als 20.000 Euro angeboten wurde(öffnet im neuen Fenster). Auf Basis der MEB-Einstiegsplattform sind zudem der Cupra Raval und der Skoda Epiq(öffnet im neuen Fenster) geplant. Der noch günstigere ID.Every1 soll im Jahr 2027 auf den Markt kommen, möglicherweise als ID.Up.
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