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Elektro-Fähre: 250 Tonnen schwerer Schiffsakku geht in Betrieb

Die Fähre für über 2.000 Passagiere soll zukünftig eine 60 km lange Route befahren. Die Batterie muss hohen Standards genügen.
/ Mario Petzold
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Stephen Casey, CEO von Incat, steht in einem von vier Batterieräumen der Fähre. (Bild: Incat)
Stephen Casey, CEO von Incat, steht in einem von vier Batterieräumen der Fähre. Bild: Incat

Incat Tasmania(öffnet im neuen Fenster) , ein Hersteller von Hochgeschwindigkeitskatamaranen, hat die Inbetriebnahme der nach eigenen Angaben größten Schiffsbatterie der Welt bekanntgegeben. Wobei zunächst einer von insgesamt vier Abschnitten des Stromspeichers, der aus insgesamt 5.016 Batterien besteht, mit Strom versorgt wurde. Damit sollen bis Ende des Jahres Testläufe auf See stattfinden.

Die Masse des Energiespeichers soll bei 250 Tonnen liegen. Die Kapazität beträgt 40 Megawattstunden, was weniger als 4 Tonnen Schiffsdiesel entspricht. Das ergäbe eine Energiedichte von 160 Wattstunden je kg für die Batterie. Dieser selbst für Akkumulatoren allenfalls durchschnittliche Wert kommt dadurch zustande, dass jede der 5.016 Einheiten ein eigenes Kühlsystem und eine Abschirmung besitzt. So wird verhindert, dass eine fehlerhafte, überhitzende Batteriezelle auf die übrigen Abschnitte übergreift.

Groß dimensionierte Fähre

Gleichzeitig spielt das hohe Gewicht des Speichers nur eine untergeordnete Rolle. Die Fähre Hull 096 ist 130 m lang und soll zukünftig mehr als 2.000 Passagiere und 200 Pkw aufnehmen können. Ihre Gesamtmasse dürfte demnach bei vielen Tausend Tonnen liegen, die Bruttoraumzahl(öffnet im neuen Fenster) vergleichbarer Schiffstypen liegt bei mehr als 10.000.

Die Fähre soll an der Grenze zum offenen Meer eingesetzt werden. Ihre Reichweite ist jedoch durch die Batteriekapazität auf ungefähr 60 km begrenzt, was der Distanz zwischen den beiden zukünftigen Häfen entspricht, die sie verbinden soll.

Lebensdauer noch unklar

Sie wird in der Trichtermündung des Rio de la Plata im Atlantik zwischen Buenos Aires, Argentinien, und Colonia del Sacramento, Uruguay, verkehren. Die Überfahrt soll 90 Minuten dauern und anschließend ist ein Ladevorgang mit einer Dauer von 40 Minuten vorgesehen.

Laut einem Bericht von IEEE Spectrum(öffnet im neuen Fenster) dürfte in den nächsten Jahren vor allem die Alterung der Batteriezellen entscheidend sein. Ein dazu befragter Experte und Professor für maritime Elektrifizierung, Mehdi Zahed, geht von einer Lebensdauer des Speichers von fünf bis zehn Jahren aus, während eine solche Fähre für mindestens 20 Jahre ausgelegt ist.

Wobei schon fünf Jahre in Betrieb geschätzten 5.000 Ladezyklen entsprechen würden.


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