Ladetechnik zu groß für Laternenmasten

Der Auftrag an den Berliner Anbieter Ubitricity musste am Dienstag neu ausgeschrieben werden, weil der erste Versuch technisch nicht umgesetzt werden konnte. Nun sollen die Ladepunkte in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf in den Jahren 2021 und 2022 installiert werden.

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Ubitricity entwickelte in den vergangenen Jahren ein Ladesystem, mit dem Straßenlaternen ohne großen Aufwand zu Ladepunkten umgerüstet werden können. Mit einem speziellen Ladekabel, in das ein geeichter Zähler integriert ist, kann ein Auto die Steckdose in der Laterne freischalten und den Verbrauch direkt mit dem Stromanbieter abrechnen. Ein solcher Ladepunkt ist günstiger als eine Wallbox oder Ladesäule mit eigener Abrechnungsfunktion. Auf diese Weise stattete Ubitricity in London schon ganze Straßenzüge aus.

TAR-Niederspannnung verhindert Realisierung

Die Berliner Lösung sollte jedoch ohne das spezielle Ladekabel und damit "diskriminierungsfrei" für alle Elektroautobesitzer funktionieren. Dazu hätte Ubitricity einen eichrechtskonformen Zähler mit Ablesefunktion in die Laterne integrieren müssen. Einem Bericht des Berliner Tagesspiegel zufolge scheiterte dieses Konzept jedoch an den Vorgaben der Technischen Anschlussregel (TAR) Niederspannung. "Im Fortschritt des Projekts wurde festgestellt, dass die aktualisierten bundesweit geltenden technisch-regulatorischen Anforderungen an Netzanschlüsse mit stationären Messstellen eine Realisierung in öffentlichen Beleuchtungsmasten nicht wie geplant erlauben", zitierte der Tagesspiegel eine Firmensprecherin.

Ein sogenanntes abgesetztes Display, bei dem das Smartphone als Messwertanzeige diene, sei wegen der Anforderungen an eine sichere Datenübertragung nicht zulässig. Unklar sei zudem, ob die Ladestationen vom kommenden Jahr an über einen vernetzten Stromzähler verfügen müssten. Das Problem an dem erforderlichen Konzept: In den Berliner Laternen lässt sich die aufwendige Technik nicht unterbringen. Daher müsste sie außen an den Masten angebracht werden. Das macht das Konzept jedoch deutlich teurer. Dem Tagesspiegel zufolge will sich Ubitricity dennoch für das Projekt bewerben, um auf dem Heimatmarkt präsent zu sein. Bislang wurden erst wenige Laternen mit proprietären Lösungen ausgestattet.

Expansion von We Share abgesagt

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Share Now teilte auf Anfrage von Golem.de mit, weiterhin 3.000 Elektroautos in der Flotte zu betreiben. Das entspreche einem Anteil von 25 Prozent. "Vollelektrische Flotten betreiben wir in Amsterdam, Madrid, Stuttgart und Paris. In Deutschland sind neben Stuttgart elektrische Fahrzeuge auch in den Standorten Hamburg und München verfügbar", sagte eine Sprecherin.

We Share stoppte hingegen die Anfang des Jahres angekündigte europaweite Expansion wegen der Coronavirus-Pandemie. "Wann und wo es hier weitergeht, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Es bleibt aber dabei, dass wir mit We Share weiter expandieren wollen", sagte Fischer. Mit der Akzeptanz des Angebots in Berlin ist das Unternehmen zufrieden. "Mit über 100.000 Kunden gehören wir zu den größten Carsharern der Stadt. Uns nutzen 40 bis 50 Prozent unserer Kunden jeden Monat und absolvieren in dieser Zeit eine signifikante sechsstellige Anzahl an Fahrten." Daher gehe "der Weg in Richtung Rentabilität".

Der neue ID.3 würde für die Kunden eine höhere Reichweite im Vergleich zum E-Golf bedeuten. Dann würden Fahrten ins Berliner Umland nicht mehr so schnell zur sogenannten Reichweitenangst führen, wie sie auch Golem.de in einem Test erfahren musste. Wenn beim ID.3 dann auch noch die Software richtig funktioniert, dürfte einem Ausflug nach Brandenburg nichts mehr im Wege stehen.

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 Elektrisches Carsharing: We Share bringt den ID.3 nach Berlin
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