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Elektrischer Lieferwagen: Bund förderte Streetscooter mit 50 Millionen Euro

Die Entwicklung des Streetscooters ist jahrelang mit Millionen Beiträgen gefördert worden. Die Post erhielt als Hersteller sogar die Kaufprämie.

Artikel veröffentlicht am ,
Hohe Förderung durch die Bundesregierung
Hohe Förderung durch die Bundesregierung (Bild: Streetscooter)

Die Bundesregierung hat Entwicklung und Vertrieb des elektrischen Kleintransporters Streetscooter mit mehr als 50 Millionen Euro gefördert. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (PDF) auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Demnach erhielten die Aachener Streetscooter GmbH und die Deutsche Post seit 2013 aus neun Programmen insgesamt 30,5 Millionen Euro für Entwicklung und Anschaffung der Lieferwagen. Darüber hinaus bezuschusste die Bundesregierung die Anschaffung der Streetscooter durch die Kaufprämie mit mehr als 20 Millionen Euro. Davon dürfte die Deutsche Post am meisten profitiert haben.

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Streetscooter ist eine Ausgründung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen. 2014 kaufte die Post das Unternehmen, weil sie ihre Fahrzeugflotte umweltfreundlicher gestalten wollte. 2017 kündigte sie an, die Fahrzeuge auch zu verkaufen. Unter anderem liefert der Onlinehändler Amazon mit Streetscootern aus.

Dennoch stellt die Post das frühere Vorzeigeprojekt noch in diesem Jahr ein. Die Suche nach einem Partner oder Käufer war erfolglos verlaufen. Der Hersteller soll im vergangenen Jahr einen Verlust von 100 Millionen Euro gemacht haben. Der Gründer des Streetscooter-Projekts, der Aachener Professor Günther Schuh, hat nach Angaben der Aachener Zeitung dennoch der Post ein Angebot für den Streetscooter vorgelegt.

Die Post verteidigte die umfangreiche Förderung. Man habe "wie andere Anbieter und Käufer von Elektrofahrzeugen auch" staatliche Förderung erhalten, sagte ein Sprecher der Deutschen Post DHL der Wirtschaftswoche, die zuerst über die Anfrage berichtet hatte. "Diese E-Fahrzeuge sind auch weiterhin und in den nächsten Jahren bei Deutsche Post DHL im Einsatz für eine CO2-freie Zustellung", sagte der Sprecher weiter.

Nach Ansicht des FDP-Abgeordneten Reinhard Houben zeigen die Zahlen, "dass die Förderung aus Projektmitteln und Kaufprämie wohl zu hoch war". Bessere Bedingungen für Risikokapital wären sicherlich erfolgreicher als direkte Subventionen des Staates, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion der Wirtschaftswoche. Elektrolieferwagen seien in Ballungsräumen sehr sinnvoll. "Der StreetScooter war aber nicht leistungsfähig genug", sagte Houben.

Keine Gespräche zur Rettung von e.Go

Die Bundesregierung verteidigt in der Antwort an die FDP-Fraktion die Förderung. Diese habe "in der Frühphase des Unternehmens einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung emissionsarmer, umweltschonender elektrischer Nutzfahrzeuge geleistet". Es sei derzeit nicht bekannt, wie viele Arbeitsplätze durch das Produktionsende verloren gingen. Ein Teil der 500 Mitarbeiter soll für die Instandhaltung der bestehenden Flotte weiterbeschäftigt werden. Die Post betreibt inzwischen rund 11.000 Fahrzeuge, 15.000 sollen es werden.

Schuh hatte die Entscheidung der Post kritisiert. Inzwischen ist auch sein zweites Projekt zur Elektromobilität, der Kleinwagen e.Go, von der Insolvenz bedroht. Nach Angaben der Bundesregierung gibt es jedoch keine Kontakte "bezüglich Möglichkeiten einer öffentlichen Förderung bzw. einer Unterstützung im Rahmen des Wirtschaftstabilisierungsfonds".

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 06. Mai 2020

Sehe ich auch so. Egal ob Photovoltaik oder E-Autos, es ist und bleibt Unsinn. Der ganze...

norbertgriese 05. Mai 2020

Oder hab ich mich grad verrechnet? 50 Mio (30 Mio und Prämie) geteilt durch 11000 gebaute...

Sharra 05. Mai 2020

Kein Skandal. Der FDPler hat doch deutlich gesagt worum es ihm ging. Sein Klientel hätte...


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