Elektrischer Kleinwagen: Keine Rettung mehr für Next e.GO Mobile
Nach der zweiten Insolvenz innerhalb weniger Jahre ist der Aachener Elektroautohersteller Next e.GO Mobile nicht mehr zu retten. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens werde eingestellt, berichtet das Portal Kfz-betrieb.vogel.de(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf den Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth von der Kanzlei Andres Partner. Das jüngste Insolvenzverfahren wurde Anfang des Monats gestartet .
Die Liquidierung wurde nach Angaben des Insolvenzverwalters unumgänglich, "da trotz intensiver Bemühungen kein Käufer gefunden werden konnte, der die Finanzierung bis zur Produktionsreife des neuen Modells e.wave X übernimmt" . Den aktuell noch verbliebenen rund 200 Mitarbeitern soll dem Bericht zufolge "zeitnah" gekündigt werden.
Erste Insolvenz im Jahr 2020
Das Unternehmen stellte Anfang März 2024 den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens . Als Gründe für diesen Schritt nannte e.GO damals die aktuellen Herausforderungen in der Elektrofahrzeugindustrie sowie die Volatilität der Kapitalmärkte.
Das Unternehmen, das aus dem Umfeld der RWTH Aachen hervorgegangen war, hatte sich zum Ziel gesetzt, einen vollelektrischen Kleinwagen in Serie zu produzieren. Vom ersten Modell, dem e.GO Life, wurden jedoch nur wenige Exemplare gebaut und verkauft . Große Hoffnungen ruhten auf dem Nachfolgemodell e.wave X , für das angeblich bereits 11.000 Vorbestellungen vorlagen.
Doch offenbar führten Verzögerungen bei der EU-Zulassung des e.wave X zu erneuten finanziellen Problemen. Laut Berichten der Aachener Zeitung(öffnet im neuen Fenster) wurden die Produktionsmitarbeiter bereits Anfang dieses Jahres in Kurzarbeit geschickt, Anfang März folgten dann auch andere Teile der damals noch 320 Mitarbeiter zählenden Belegschaft.
Bereits im Oktober 2019 stand das Unternehmen kurz vor der Insolvenz. Damals konnte e.Go Mobile aber noch durch seine Anteilseigner gerettet werden . Im April 2020 beantragte Firmengründer Günther Schuh dann eine Insolvenz im Schutzschirmverfahren . Im September 2020 übernahm schließlich ein niederländischer Investor das Unternehmen und nannte es in Next e.Go Mobile um.
Nachtrag vom 3. Juni 2024, 16:42 Uhr
Ein externer Sprecher bestätigte auf Anfrage von Golem.de den Bericht: "Der Insolvenzverwalter hat die Belegschaft der Next.e.GO Mobile SE am 28. Mai 2024 persönlich im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung darüber informiert, den Geschäftsbetrieb des Unternehmens endgültig einzustellen, da trotz intensiver Bemühungen kein Käufer gefunden werden konnte, der die Finanzierung bis zur Produktionsreife des neuen Modells e.wave X übernimmt" , teilte Kommunikationsberater Thomas Feldmann mit.
Den noch rund 200 verbliebenen Mitarbeitern müsse zeitnah gekündigt werden. "Darüber hinaus wird der Insolvenzverwalter kurzfristig die Verwertung der wesentlichen Vermögenswerte des Unternehmens einleiten, um die bestmögliche Befriedigung der Gläubigerinnen und Gläubiger zu erreichen" , hieß es weiter.
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