BMW i3 mit deutlich höherer Reichweite
Mit Blick auf die potenzielle Reichweite von 800 km spricht Mercedes von einer Benchmark bei elektrischen Mittelklasse-Limousinen. Doch diese Marke wurde schon längst gerissen, als BMW vor einem Monat seinen elektrischen 3er ankündigte, der mit einer Akkuladung bis zu 900 km weit kommen soll. Auch bei der Ladeleistung liegt der i3 mit bis zu 400 kW vorne.
Es ist daher kein Zufall, dass Mercedes bei der C-Klasse den Fokus auf den Komfort legt und von einer "neuen Komfortzone der Extraklasse" spricht. So begrüße das Auto die Fahrer "mit einer umfangreichen, ganzheitlich orchestrierten Welcome-Inszenierung, um ein einladendes und stilvolles Erlebnis zu kreieren".
Noch kein Level 2++ zum Marktstart
Der Komfort dürfte jedoch nicht billig sein und den Einstiegspreis des C 400 deutlich nach oben treiben. Funktionen, die bei Tesla oder Herstellern aus China und Korea serienmäßig vorhanden sind, gibt es bei Mercedes nur als Extra. Immerhin gibt es in der Basisversion schon elektrisch verstellbare Komfortsitze mit Sitzheizung und Lordosenstütze. Die Massagefunktion kostet als "digitales Extra" hingegen zusätzliche 59,50 Euro.
Die Preisgestaltung bei den Extras dürfte mit der des GLC vergleichbar sein. So kostet das Paket Agility & Comfort mit Hinterachslenkung und Luftfederung 2.844 Euro. Nur mit diesem Paket lässt sich die maximale Reichweite erzielen. Ein zusätzlicher Lenk- und Spurwechselassistent ist für 1.785 Euro im Paket MB.Drive Assist enthalten.
Das überwachte autonome Fahren, Level 2++ genannt, ist zum Marktstart in Deutschland nicht verfügbar. Ein Mercedes-Sprecher bestätigte auf Nachfrage von Golem, dass die neue S-Klasse sowie die neuen Modelle des GLE und GLS serienmäßig die erforderlichen Sensoren erhalten sollten. Ein reines Softwareupdate reicht daher nicht aus, um die in Europa noch nicht zugelassene Funktion des Drive Assist Pro später nachzurüsten.
T-Modell in Deutschland sehr beliebt
Damit Beifahrer weitere Inhalte auf dem Bildschirm sehen können, ist das Advanced-Plus-Paket mit digitalen Extras erforderlich. Es kostet beim GLC zusätzliche 3.570 Euro. Für weitere 1.487,50 Euro lässt sich aus dem Superscreen der Hyperscreen machen. Daher dürfte sich mit allen Extras eine C-Klasse für fast 100.000 Euro konfigurieren lassen. Das ist für eine Mittelklasse-Limousine eine ordentliche Stange Geld.
Ohnehin verkauft sich von der C-Klasse aktuell der Kombi am besten. Laut ADAC bestellen in Deutschland zwei von drei Käufern das sogenannte T-Modell. Ob und wann eine solche Version auf den Markt kommt, ist unklar. In China ist hingegen die Limousine beliebter. Ob die C-Klasse erfolgreich ist, dürfte maßgeblich von den dortigen Verkaufszahlen abhängen. Einem Bericht des Handelsblatts(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge sind die aerodynamischen Modelle wie der EQE und EQS in China Ladenhüter. Selbst die neue Coupé-Limousine CLA enttäusche dort bislang.
| C 400 4Matic | |
|---|---|
| Motorleistung | 360 kW |
| Akkukapazität | 94,5 kWh |
| max. DC-Ladeleistung | 330 kW |
| DC-Laden: 10-80 % | 22 min |
| Länge/Breite/Höhe | 4.883/1.892/1.503 mm |
| Radstand | 2.962 mm |
| Wendekreis | 12,1 m |
| Kofferraumvolumen (VDA) | 470 Liter |
| Stauraum Frunk | 101 Liter |
| Leergewicht inkl. Fahrer | 2.460 kg |
| Zuladung | 505 kg |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 4,0 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h |
| Verbrauch kombiniert | 18,5 - 14,1 kWh/100km |
| Reichweite | 592 - 762 km |
| Preis | 67.711 Euro |
Der Fokus auf Komfort und den Innenraum als Wohlfühlzone zielt daher konsequent auf den chinesischen Markt. Dort ist der Preiskampf bei der E-Mobilität aber weiter hart. Selbst mit der neuen Produktoffensive ist es daher alles andere als ausgemacht, dass der Konzern wieder in die Erfolgsspur zurückkommt und die Verkaufszahlen und Gewinnmargen ebenso wachsen wie die Länge der Automodelle.
Nachtrag vom 20. April 2026, 16:39 Uhr
Nach Einschätzung von Mercedes-Designer Robert Lesnik ist derzeit offen, ob es eine Kombi-Version der neuen C-Klasse geben wird. Lesnik sagte dem Portal Autocar(öffnet im neuen Fenster) zu Begründung: "Letztendlich kauft sie niemand."
Weder in den USA noch in China gebe es einen Markt für Kombi-Modelle. "Dann bleibt noch Europa, und wenn man sich eine Mercedes E-Klasse ansieht, ist sie ziemlich teuer – wer kann sich also in Europa tatsächlich so ein Auto leisten?", fragte Lesnik. Die Entscheidung über künftige Erweiterungen der Modellpalette werde auf der wirtschaftlichen Rentabilität basieren.
Offenlegung: Die Kosten für die Reise nach Portugal für eine Fahrveranstaltung sowie mehrere Produktpräsentationen hat Mercedes-Benz übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.
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