Elektrifizierung von Kommunalfahrzeugen: Radnabenantrieb von Schaeffler serienreif

Schaeffler hat Radnabenantriebe vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) , die vor allem bei städtischen Fahrzeugen wie Kehrmaschinen, Transportern und Schneeräumfahrzeugen eingesetzt werden sollen.
Beim Radnabenantrieb sind alle erforderlichen Komponenten für Antrieb und Bremse direkt in der Felge montiert. Dadurch entsteht mehr Platz im Fahrzeug und die Manövrierfähigkeit im Stadtverkehr soll verbessert werden.
Zudem arbeiten die Antriebe nach Angaben von Schaeffler geräuscharm, so dass Kommunalfahrzeuge ihre Aufgaben in Fußgängerzonen, auf Straßen und in Wohngebieten besonders leise und mit erweiterten Betriebszeiten erfüllen können.
Eines der ersten Unternehmen, die ein Multifunktionsfahrzeug mit Schaefflers Radnabenantrieb auf den Markt bringen, ist Jungo.
So sind die Motoren aufgebaut
Die Radnabenmotoren von Schaeffler bestehen im Wesentlichen aus den Bauteilen Stator und Rotor, dem Untersetzungsgetriebe sowie einer integrierten Bremsanlage. Im Gegensatz zu einigen anderen Radnabenmotoren ist der Inverter nicht integriert und muss im Fahrzeug platziert werden.Ein Inverter steuert dabei ein bis zwei Radnabenmotoren.
Die Leistung der Motoren reicht von 7 bis 26 kW bei einer maximalen Leistung von 14 bis 60 kW. Das entsprechende Antriebsmoment beträgt dabei 730 Nm (nominal) beziehungsweise 1.650 Nm (maximal).
Die Radnabenmotoren sind mit einer Flüssigkeitskühlung ausgerüstet. Der Wärmeaustausch mit der Außenluft erfolgt über einen oder mehrere Kühler, die separat im Fahrzeug untergebracht werden müssen.
Radnabenmotoren gab es schon 1900
Der junge Ingenieur Ferdinand Porsche konstruierte für den Wiener Wagenbauer Jacob Lohner & Co. einen bahnbrechenden Elektroantrieb, der 1900 vorgestellt wurde. In den Radnaben der Vorderräder steckte jeweils ein 2,5 PS starker Elektromotor. Die Stromversorgung erfolgte durch Bleiakkus. Mit dieser Antriebstechnik erreichte der als Kutsche karossierte Lohner-Porsche(öffnet im neuen Fenster) eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 35 km/h. Dank der Radnabenmotoren war eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern möglich. Vom Lohner-Porsche wurden immerhin rund 300 Exemplare gebaut. Er hatte nach Angaben von Porsche einen Wirkungsgrad von 83 Prozent.



