Electronic Arts: Frostbite und Halo haben Battlefield 2042 geschadet

Jedes neue Battlefield hatte in den vergangenen Jahren mit Startschwierigkeiten zu kämpfen, beim jüngsten Serienableger Battlefield 2042 sind die Probleme aber nachhaltiger. Das sieht offensichtlich auch Electronic Arts inzwischen so.
Bei einer Mitarbeiterbesprechung hat Laura Miele, Chief Studios Officer bei EA, nun laut einem Bericht auf Xfire(öffnet im neuen Fenster) über Details gesprochen. Eine Ursache der Probleme sei gewesen, dass die Frostbite-Engine wegen ihres Alters massiv überarbeitet werden musste.
"Das Spiel wurde quasi auf einer neuen Engine aufgebaut" , sagte Miele. Das sei einer der Gründe für viele Fehler gewesen. Dazu sei dann noch die Coronakrise gekommen, weswegen die meisten Mitarbeiter im Homeoffice gewesen seien, was die Arbeit erschwert habe.
Nach Angaben von Miele habe sich die Entwicklung von Battlefield 2042 in den Monaten auf einem halbwegs guten Weg befunden. Zwar habe es neue Rekorde für die Anzahl der Bugs gegeben. Dennoch seien die frühen Rückmeldungen von Spielern eher positiv gewesen.
Sogenannte Mock Reviews hätten Wertungen im Bereich von hohen 70er bis niedrigen 80er vorausgesagt. Diese Tests werden bei so gut wie allen halbwegs wichtigen Titeln vor der Veröffentlichung angefertigt – meist von ehemaligen Spielejournalisten. Die Firmen wissen also im Normalfall früh, was sie von der Presse und der Community zu erwarten haben.
Hat Halo Infinite die Maßstäbe verschoben?
Bei Battlefield 2042 sei das aber laut Miele anders gewesen. Grund: Der von Microsoft in seinem sehr guten Zustand kostenlos veröffentlichte Multiplayer von Halo Infinite habe die Maßstäbe verschoben. Im direkten Vergleich habe Battlefield 2042 sehr viel schlechter ausgesehen.
Nach Angaben von Miele sei es nachträglich eine schlechte Entscheidung gewesen, das Spiel ohne Sprachchat und Ranglisten auszuliefern – das hätte allerdings nahezu jeder Gamer auch schon vorher sagen können.

Battlefield 2042 ist bei der Community weitgehend durchgefallen. Auf Steam kommt der Titel auf Basis aller Bewertungen – rund 100.000 – auf ein "Größtenteils negativ" . Mit einer Petition auf Change.org(öffnet im neuen Fenster) fordern derzeit über 200.000 Spieler, dass EA offiziell Rückerstattungen anbietet.