Electronic Arts: Bundestagsabgeordnete machen PR für Sim City

Es soll ein Experiment sein: Bundestagsabgeordnete von drei Parteien wollen mehrere Wochen lang ausprobieren, welche Auswirkungen ihr Wahlprogramm in Sim City hat. Dabei lassen sich die realpolitischen Gedanken da nur im Ansatz sinnvoll umsetzen.

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Klingbeil, Bär und Schulz spielen Sim City  (v. l. n. r.)
Klingbeil, Bär und Schulz spielen Sim City (v. l. n. r.) (Bild: Electronic Arts)

"Macht der Spiele: Der SimCity Wahlkampf-Check": So nennt die deutsche Niederlassung von Electronic Arts eine Aktion, in deren Rahmen drei Bundestagsabgeordnete Sim City spielen. Dorothee Bär (CSU), Lars Klingbeil (SPD) und Jimmy Schulz (FDP) haben sich bereiterklärt, die Städtebausimulation vier Wochen lang zu spielen. "Als Leitfaden für ihre Entscheidungen im Spiel legen sie die Wahlprogramme ihrer jeweiligen Partei für den Bundestagswahlkampf 2013 zugrunde", so die PR-Abteilung von EA.

Im Mehrspielermodus von Sim City wollten die Politiker als virtuelle Bürgermeister mehrere Bereiche der Politik nachstellen, vom Verkehrswesen über die Energieversorgung bis hin zum Steuersystem, kündigt EA an. "Die Herausforderungen für die drei Abgeordneten ähneln denen aus der Realpolitik: Es gilt, politische Vorhaben aus den einzelnen Bereichen sinnvoll aufeinander abzustimmen, Koalitionen für den Erfolg zu schmieden und sich so die Zustimmung der eigenen Bevölkerung zu sichern."

Wie dabei allerdings die Wahlprogramme eine mehr als symbolische Rolle spielen sollen, ist unklar. Vom ganz großen Rahmen abgesehen, lassen sich die politischen Positionen der Parteien nur sehr grob ins Spiel übertragen - etwa, wenn ein FDP-Politiker eher auf niedrige Steuern setzt als sein SPD-Kollege.

Viel mehr dürfte kaum möglich sein. Zwar gibt es im Wahlprogramm der SPD ein Kapitel mit der Überschrift "Soziale Stadt und Zusammenhalt der Regionen", was tatsächlich sehr nach Sim City klingt. Im Einzelnen geht es der SPD aber darum, wie bei der Städtebauförderung der "Finanzierungsanteil des Bundes erhöht werden kann, um Kofinanzierungsprobleme zu mindern", um die Ausgestaltung der kommunalen Finanzkraft und darum, einer "Privatisierung zentraler öffentlicher Aufgaben zu widerstehen". In Sim City können diese Einrichtungen, etwa Schulen, sowieso nur von der Stadt gebaut werden - das ist ein ziemlich zentraler Bestandteil der Spielmechanik.

Dorothee Bär, Mitglied der CSU-Bundestagsfraktion, sagt, dass sie sich auf Sim City freue: Ihrer Auffassung nach werden "politische Entscheidungen hier sofort spürbar", man könne die Wirkung sehen. "Andererseits bin ich auch froh, dass Politik nur im Computerspiel ausschließlich per Mausklick gemacht wird", sagt Bär. Ihr Kollege Jimmy Schulz, Mitglied der FDP-Bundestagsfraktion: "Ich fand Simulationsspiele schon immer faszinierend, da man mit diesen viel lernen und Zusammenhänge erkennen kann. Außerdem kommt der Spielspaß nie zu kurz. Ich freue mich daher auf das Projekt und einen spannenden, digitalen Wahlkampf."

Über den Verlauf und Fortschritt der Aktion will EA regelmäßig auf der deutschen Sim-City-Website und auf Facebook berichten.

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