Mass Effect und Frauenfußball

Golem.de: Ubisoft hat gerade angekündigt, hier in Berlin ein großes neues Blue-Byte-Entwicklerstudio zu eröffnen. Wann macht EA so etwas Ähnliches?

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Kosche: Es ist ja nicht so, dass wir hier nichts produzieren würden. Wir haben in Köln ein Team, das einen wesentlichen Teil von Fifa mitentwickelt, dort ist das gesamte Datenbank- und Lizenzteam angesiedelt, das hauptsächlich für Fifa Ultimate Team arbeitet. Und wir haben eine neue Gruppe aufgebaut, die für die Videos produziert, die wir etwa auf Youtube veröffentlichen.

Das ist natürlich kein einzelnes großes Game, aber es ist ein Zeichen, dass Deutschland auch für uns ein wichtiger Entwicklerstandort ist. Außerdem haben wir in Deutschland 30 Leute, die sich ebenfalls für EA weltweit um Lokalisierung der Spiele kümmern. Die übersetzen nicht selbst, aber betreuen das quasi als Projektmanager für rund 30 Sprachen. Gerade für unsere Bioware-Spiele ist das ein sehr großer Aufwand.

Golem.de: Wo wir gerade über Bioware sprechen: Haben Sie sich geärgert, als zum Start vor Mass Effect Andromeda in Teilen der Community vor allem über ein paar merkwürdige Gesichtsanimationen gestritten wurde?

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Kosche: Ich würde mir das anders wünschen, aber ich sehe so etwas auch als Zeichen dafür, dass unsere Produkte für viele Emotionen sorgen. Viel schlimmer fand ich die Diskussionen, als wir in Fifa die Frauenmannschaften integriert hatten. Aber bei aller Distanz zu dem Aufschrei damals: Auch hier gilt, dass wenn ich mich für etwas besonders interessiere, dass ich dann auch meine Meinung kundtun möchte. Und bei Andromeda merken wir, dass die Nachfrage enorm stark ist, trotz der negativen Kommentare.

Golem.de: EA setzt beim Vertrieb stark auf digitale Kanäle, etwa über Origin. Was glaube Sie, wann Media Markt und Konsorten ihre Spieleabteilungen schließen?

Kosche: Wir haben unseren Sitz ja in Köln, und wenn wir mit unseren Kollegen aus den USA in einen besonders großen Elektromarkt hier vor Ort gehen, dann können die gar nicht glauben, dass so etwas hier noch existiert. Die Menschen im deutschsprachigen Raum fassen gerne Boxed-Versionen an, deshalb wird es diese Medien hier viel länger physikalisch geben als woanders.

Golem.de: Wäre es Ihnen anders lieber, wegen der Margen?

Kosche: Mir ist wichtig, dass der Kunde das Spiel so bekommen kann, wie er es haben möchte. Ob es ein digitales oder ein verpacktes Produkt ist, ist uns zweitrangig. Außerdem hat der Handel ja auch Funktionen wie Werbung und Bekanntmachen. Die Titel nur auf dem Bildschirm zu sehen, ist unter einem bestimmten Blickwinkel ja weniger emotional, als wenn es groß in einem Regal steht.

Golem.de: Wie schätzen Sie eigentlich die Bedeutung von E-Sport für die Zukunft ein, etwa was Fifa angeht?

Kosche: Das ist für uns ein Riesenthema. Wir glauben, dass die Übertragung eines E-Sports-Bundesligaspiels bald ebenso wichtig sein könnte wie das reale Bundesligaspiel - und das mit allem, was dabei ist. Das wird ein sehr großer Markt.

Außerdem bedeutet E-Sport eine weitere Vergrößerung der Community, und eine noch weitere Emotionalisierung. E-Sport ist im Grund ja auch nur so etwas wie die Spitze des Eisbergs, neben den Profis gibt es auch viele Amateure, und für alle wollen wir mehr und mehr die Infrastruktur bereitstellen und sie unterstützen.

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