Electricity Market Report 2023: IEA erwartet steigenden Strombedarf in den kommenden Jahren

Der Einsatz an erneuerbaren Energien steigt weltweit. Dennoch erwartet die IEA, dass die Kohlendioxidemissionen noch einige Jahre auf dem aktuellen Stand bleiben.

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Offshore-Windräder (Symbolbild): Der Anteil der erneuerbaren Energien soll weltweit bis auf 35 Prozent im Jahr 2025 steigen.
Offshore-Windräder (Symbolbild): Der Anteil der erneuerbaren Energien soll weltweit bis auf 35 Prozent im Jahr 2025 steigen. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Mehr erneuerbare Energien, weniger Kohlestrom: Die Internationale Energieagentur (IEA) hat eine Studie zum Strommarkt veröffentlicht. Danach wächst der Sektor der erneuerbaren Energien weiter. Das Wachstum der Stromnachfrage ist etwas gesunken.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am weltweiten Strommix betrug laut dem Electricity Market Report 2023 im vergangenen Jahr 29 Prozent. Die IEA geht davon aus, dass der Anteil bis auf 35 Prozent im Jahr 2025 steigen wird. Gleichzeitig werde, so prognostiziert die IEA, der Anteil der Kohle- und Gasverstromung sinken.

Die Kohlendioxidemissionen aus der weltweiten Stromerzeugung werden jedoch nicht sinken. Sie hätten 2022 einen historischen Höchststand erreicht und würden bis 2025 in etwa auf demselben Niveau bleiben. Zwar würden in einigen Regionen der Welt die Emissionen aufgrund der Stilllegungen von Kohlekraft- und Gaskraftwerken zurückgehen. Allerdings werde das Wachstum der Stromnachfrage im asiatisch-pazifischen Raum sowie im Nahen Osten den Rückgang wettmachen.

Die Emissionen in Europa stiegen 2022

Für Europa erwartet die IEA bis 2025 einen Rückgang der Emissionen durch fossile Bennstoffe in der Stromerzeugung um durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr. 2022 war das aber nicht der Fall: Da seien - dem globalen Trend zum Trotz - die Kohlendioxidemissionen wegen des höheren Einsatzes von Kohle gestiegen. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft hingegen ging aufgrund von Dürreperioden zurück. Der Anteil von Atomstrom sank aufgrund von Wartungsarbeiten und Stilllegungen.

Die Nachfrage nach Strom wuchs im vergangenen Jahr weniger als in den Jahren vor der Coronapandemie. Da lag das Wachstum in der Stromnachfrage im Schnitt bei 2,4 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es zwei Prozent. Das wird aber nicht so bleiben: Die IEA erwartet, dass die Nachfrage in den kommenden drei Jahren stärker wachse, um voraussichtlich drei Prozent. Den größten Anteil am wachsenden Strombedarf haben demnach China, Indien und die Länder Südostasiens. 2025 könnte auf China ein Drittel des weltweiten Stromverbrauchs entfallen.

"Die weltweit wachsende Nachfrage nach Strom wird sich beschleunigen und in den kommenden drei Jahren um mehr als das Doppelte des derzeitigen Stromverbrauchs von Japan steigen", sagte IEA-Direktor Fatih Birol. "Die gute Nachricht ist, dass die erneuerbaren Energien und die Atomenergie schnell genug wachsen, um fast den gesamten zusätzlichen Bedarf zu decken, was darauf hindeutet, dass wir bei den Emissionen im Stromsektor kurz vor einem Wendepunkt stehen."

Indien und die USA verbrauchten deutlich mehr Strom

Der Stromverbrauch entwickelte sich 2022 unterschiedlich: In Indien etwa stieg er stark an, ebenso in den USA, wegen gestiegener Nachfage aus der Wirtschaft, aber auch bei den Privathaushalten wegen eines heißen Sommers und eines kalten Winters. In China fiel das Wachstum aufgrund der Einschränkungen durch die Zero-Covid-Politik weniger stark aus.

In der Europäischen Union ging der Stromverbrauch sogar um 3,5 Prozent zurück. Das lag zum einen daran, dass die Industrie wegen der hohen Energiepreise und durch den Ukrainekrieg bedingter Versorgungsmängel die Produktion erheblich drosselte, zum anderen an ungewöhnlich mildem Winterwetter.

Ohnehin werde Stromnachfrage und -angebot in den kommenden Jahren weltweit zunehmend wetterabhängig sein, teilte die IEA mit. Wegen extremer Trockenheit im Sommer 2022 in Europa, China und Indien wurden Klimaanlagen verstärkt genutzt, mussten Atomkraftwerke wegen Wassermangels stillgelegt werden und konnten Wasserkraftwerke keinen Strom liefern. In den USA kam es im Dezember zu massiven Stromausfällen nach schweren Winterstürmen. Diese Ereignisse zeigten, dass eine schnellere Dekarbonisierung und ein beschleunigter Einsatz an sauberer Energie notwendig sei, heißt es in dem Bericht.

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