Abo
  • Services:
Anzeige
Electric Skin mit afghanischem Mädchen
Electric Skin mit afghanischem Mädchen (Bild: University of Central Florida)

Electric Skin: Nanoforscher entwickeln hautähnliches Farbdisplay

Electric Skin mit afghanischem Mädchen
Electric Skin mit afghanischem Mädchen (Bild: University of Central Florida)

Das Chamäleon braucht keine Beleuchtung, um die Farbe zu wechseln: Forscher haben sich ein Beispiel daran genommen und ein hauchdünnes Material ohne Hintergrundbeleuchtung entwickelt, dessen optische Eigenschaften durch Elektrizität beeinflussbar sind.

Anzeige

Das weltweit erste dehnbare Farbdisplay hat ein Forscherteam der University of Central Florida entwickelt (PDF). Die Wissenschaftler nennen es Electric Skin. Je nach angelegter Spannung kann das Display alle Farben im sichtbaren Wellenbereich variabel annehmen. Für Debashis Chanda, der das Team der Nano-Optics Group anführt, lieferte die Inspiration die Natur: "Traditionelle Displays benötigen eine Lichtquelle - Chamäleons dagegen sind bereits mit der Fähigkeit geboren, das Farbspektrum ihrer Haut ganz ohne eine Beleuchtung anzupassen."

Das Besondere am Electric Skin ist die Beschaffenheit: Durch den hauchdünnen Aufbau lässt sich das Material auf flexible Trägerstoffe kostengünstig aufdrucken. "Technologien wie LCD sind sperrig und starr. Oktopusse dagegen können ihre Hautfarbe in komplexen Mustern und Farben anpassen, während sie sich dehnen oder zusammenziehen. Wir fragten uns: Können wir ein hautähnliches Display erschaffen?"

  • Jedes der vier Bilder des afghanischen Mädchens ist das Resultat unterschiedlicher elektrischer Feldstärken. (Bild: University of Central Florida)
  • Nahaufnahmen der plasmonischen Nanostruktur mit unterschiedlichem Vergrößerungsfaktor: (e) 20 mm, (f) 10 mm, (g) 5 mm, (h) 150 nm
  • Eierschalenstruktur der Metallschicht, sichtbar mit dem Rasterelektronenmikroskop (Bild: University of Central Florida)
  • Variable Anordnung der Flüssigkristalle in zwei Perspektiven: kein elektrisches Feld (b), elektrisches Feld mit 10 V/µm (c), simuliertes Computermodell der Feldstärke (Bild: University of Central Florida)
Jedes der vier Bilder des afghanischen Mädchens ist das Resultat unterschiedlicher elektrischer Feldstärken. (Bild: University of Central Florida)

Mit dem Nanodrucker zum Displayshirt

Die Anwendungen sollen so vielfältig sein, dass einem Einsatz praktisch nur die eigene Phantasie Grenzen setzt. Denkbar ist ein militärischer Einsatz für eine Camouflage-Uniform, die der Soldat je nach Terrain beliebig anpassen kann. Im zivilen Bereich könnte das T-Shirt, das Kleid oder nur die Krawatte beliebige Muster oder Farben annehmen. Das gesamte Konsumverhalten könnte beeinflusst werden.

Ob der Bedarf an immer dünneren Bildschirmen für die Unterhaltungselektronik ein Sprungbrett liefert, ist noch nicht absehbar. Nicht nur der Preiskampf ist hart, auch die Anforderungen an Pixeldichte, Kontrast und Reaktionszeit sind hoch. Letztere soll unter 90 Millisekunden liegen, Zahlen zum Kontrastverhältnis liegen jedoch nicht vor. Da keine externe Beleuchtung notwendig ist, ist theoretisch von deutlich höheren Werten als bei traditionellen LC-Displays auszugehen.

Realistisch ist das Szenario, dass die Technik die Basis für all jene neuen Geräteklassen liefert, für die man flexible OLED-Panels zur Marktreife bringen möchte. Die Produktion der organischen Leuchtdioden, die ähnlich flexibel gefertigt werden können, ist für die Displayzulieferer derzeit nur bei kleineren Diagonalen wirtschaftlich. Ebenso ein Faktor ist die im Verhältnis zu LC-Displays viel kürzere Lebensdauer. Genau dort könnte die Electric Skin neue Maßstäbe setzen, da keine organischen Ausgangsstoffe einfließen.

Der Aufbau der Electric Skin kann grob in zwei Bereiche gegliedert werden: eine reflektierende Metallschicht und eine darüberliegende Anordnung aus Flüssigkristallen. Diese können die Polarisation des eintreffenden Lichts, das von der 30 nm dünnen Aluminiumschicht wieder reflektiert wird, variabel anpassen. Die Anordnung der Kristalle kann durch das Prinzip des Oberflächenplasmons angepasst werden.

Variable Polarisation dank Oberflächenplasmons 

eye home zur Startseite
Nastert 29. Jul 2015

Am besten sowas http://www.mariposa-toys.de/images/produkte/i67/67246.jpg :D



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Consultix GmbH, Bremen
  2. CGM Deutschland AG, Hannover
  3. Rohde & Schwarz Cybersecurity GmbH, München, Hamburg, Köln, Leipzig, Darmstadt, Berlin
  4. Robert Bosch GmbH, Leonberg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 19,99€ - Release 19.10.
  2. 12,99€
  3. 9,99€

Folgen Sie uns
       


  1. MacOS 10.13

    Apple gibt High Sierra frei

  2. WatchOS 4.0 im Test

    Apples praktische Taschenlampe mit autarkem Musikplayer

  3. Werksreset

    Unitymedia stellt Senderbelegung heute in Hessen um

  4. Aero 15 X

    Mehr Frames mit der GTX 1070 im neuen Gigabyte-Laptop

  5. Review Bombing

    Valve verbessert Transparenz bei Nutzerbewertungen auf Steam

  6. Big Four

    Kundendaten von Deloitte offenbar gehackt

  7. U2F

    Yubico bringt winzigen Yubikey für USB-C

  8. Windows 10

    Windows Store wird zum Microsoft Store mit Hardwareangeboten

  9. Kabelnetz

    Eazy senkt Preis für 50-MBit/s-Zugang im Unitymedia-Netz

  10. Nintendo

    Super Mario Run wird umfangreicher und günstiger



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Unterwegs auf der Babymesse: "Eltern vibrieren nicht"
Unterwegs auf der Babymesse
"Eltern vibrieren nicht"
  1. Optimierungsprogramm Ccleaner-Malware sollte wohl Techkonzerne ausspionieren
  2. Messenger Wire-Server steht komplett unter Open-Source-Lizenz
  3. Apache Struts Monate alte Sicherheitslücke führte zu Equifax-Hack

E-Paper-Tablet im Test: Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
E-Paper-Tablet im Test
Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
  1. Smartphone Yotaphone 3 kommt mit großem E-Paper-Display
  2. Display E-Ink-Hülle für das iPhone 7

Watson: IBMs Supercomputer stellt sich dumm an
Watson
IBMs Supercomputer stellt sich dumm an
  1. IBM Watson soll auf KI-Markt verdrängt werden
  2. KI von IBM Watson optimiert Prozesse und schließt Sicherheitslücken

  1. Re: Was nützt das? Suchen nach Krümeln?

    Lord Gamma | 20:50

  2. Re: Was ihnen Golem unterschlägt

    Reitgeist | 20:50

  3. Amateure

    m_jazz | 20:46

  4. Die Handys sind ein Krampf

    Basmyr | 20:46

  5. Re: Android als Seniorensystem?

    BLi8819 | 20:40


  1. 19:40

  2. 19:00

  3. 17:32

  4. 17:19

  5. 17:00

  6. 16:26

  7. 15:31

  8. 13:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel