Elbrus-8SV: Russische Achtkern-CPU erreicht 1,5 GHz

Der Prozessor aus Moskau nutzt eine stark Compiler-abhängige VLIW-Architektur.

Artikel veröffentlicht am ,
Roadmap von 2016 mit Elbrus-8SV
Roadmap von 2016 mit Elbrus-8SV (Bild: MCST)

Wer schon immer wissen wollte, wie Russlands selbst entwickelte Elbrus-Prozessoren arbeiten, sollte einen Blick in das Architecture Reference Manual werfen (blu via Anandtech): Dort beschreibt das Moskauer Zentrum für Sparc-Technologie (MCST) das aktuelle Octacore-Design, den Elbrus-8SV, etwas genauer. Verglichen zu aktuellen Chips von AMD, Intel oder auch Zhaoxin weichen die Elbrus-Designs deutlich ab.

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Den Elbrus-8SV (englische Schreibweise, zu deutsch 8SW) selbst gibt es schon seit über einem Jahr, es handelt sich - der Name impliziert es bereits - um einen Prozessor mit acht Kernen. Laut dem MCST wird der Chip beim taiwanischen Auftragsfertiger TSMC im 28-nm-Verfahren produziert, die CPU misst 333 mm² bei 2,78 Milliarden Transistoren. Jeder Kern weist 64 KByte L1-Daten- und 128 KByte L1-Instruktionen-Cache auf, hinzu kommen 512 KByte L2-Puffer pro Core und ein 16 MByte fassender L3-Cache für alle acht.

Laut dem MCST läuft der Elbrus-8SV mit einer Frequenz von 1,5 GHz bei rund 80 Watt. Die theoretische Rechenleistung bei einfacher Genauigkeit (FP32) liegt bei 576 Gflops und bei doppelter Genauigkeit (FP64) halbiert sie sich auf 288 Gflops. Daten erhält der Prozessor über vier ECC-geschützte DDR4-2400-Kanäle, was zusammen auf 68,3 GByte/s Bandbreite hinausläuft. Der Elbrus-8SV lässt sich als 4-Sockel-Konfiguration für Server koppeln.

Intern arbeitet der Chip mit einer VLIW-Befehlssatzarchitektur (Very Long Instruction Word), daher sind aufseiten des Compilers wie GCC und Sprachen wie C(++), Fortran oder Java sehr viele Optimierungen erforderlich, um eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen. ARM- oder x86-Designs lassen sich leichter auslasten, weshalb CPUs wie Intels Itanium - zuletzt der Kittson - nie wirklich erfolgreich waren. In Russland hat VLIW allerdings Tradition, schon der Elbrus-3 von 1986 basierte darauf. Die aktuellen Chips unterstützen x86 per Binary Translation und laufen mit dem Linux-basierten Elbrus OS.

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mwo (Golem.de) 07. Jun 2020

Das hat jetzt etwas länger gedauert als erwartet, aber es war auch etwas komplizierter...

gadthrawn 03. Jun 2020

SPARC Relativ bewährte Technik, ähnlich wie MIPS. Risc-V Neu, bisher hauptsächlich...

schueppi 03. Jun 2020

Ich glaube das war eine der besten Antworten zur Belegung der Aussage... :) +1

klink 02. Jun 2020

Hier ein Auszug aus der Wiki mittels Übersetzer. Elbrus-16C - 16-Kern-Mikroprozessor der...

soulflare 02. Jun 2020

Umso besser. ;) Fiel mir nur gerade gehäuft auf.



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