Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Elbit Systems Deutschland: Neue Bundeswehr-Funkgeräte lösen Retrogeräte von 1982 ab

Erst vor einem Jahr hat die Bundeswehr für 600 Millionen Euro Funkgeräte aus dem Jahr 1982 nachbauen lassen. Nun werden neue angeschafft.
/ Achim Sawall
37 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das neue Funkgerät (Bild: Elbit Systems Deutschland)
Das neue Funkgerät Bild: Elbit Systems Deutschland

Das Bundesamt für Ausrüstung der Bundeswehr hat für rund 160 Millionen Euro neue Funkgeräte für einen Teil der Soldaten bestellt. Das gab das Beschaffungsamt am 7. Dezember 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . 1.852 Funkgeräte sollen bereits im ersten Quartal 2023 ausgeliefert werden. Aktuell sind(öffnet im neuen Fenster) knapp 265.000 Männer und Frauen bei der Bundeswehr beschäftigt – in Uniform und in Zivil.

Die Funkgeräte kommen von der Firma Elbit Systems Deutschland, einer Tochtergesellschaft des israelischen Militärtechnikkonzerns Elbit Systems. Elbit Systems aus Haifa in Israel kaufte 2004 den langjährigen wehrtechnischen Anbieter der Bundeswehr, Telefunken Racoms, und firmierte das Unternehmen im Jahr 2020 in Elbit Systems Deutschland um. Telefunken Racoms war der frühere Bereich AEG-Telefunken-Hochfrequenztechnik.

Die neuen Funkgeräte werden anteilig die Handfunkgeräte "der SEM Gerätefamilie und auch die UHF-Funkgeräte im System Infanterist der Zukunft ablösen" , erklärte das Amt. Die D-LBO Soldatenfunkgeräte nutzen laut den Angaben eine Mobile Adhoc Networking Wellenform, mit der Sprache, Positionsinformationen und IP-Daten parallel übertragen werden.

Bundeswehr ließ Retrogeräte nachbauen

Im September 2021 wurde berichtet, dass die Bundeswehr für rund 600 Millionen Euro Tausende SEM-Funkgeräte aus dem Jahr 1982 nachbauen lasse. Das Koblenzer Beschaffungsamt der Bundeswehr gab im Juli 2021 den Auftrag an den staatlich kontrollierten französischen Rüstungskonzern Thales Deutschland.

Thales hatte Teile der Stuttgarter Firma Standard Elektrik Lorenz übernommen, die in den 80-er Jahren mit dem SEM 80/90 die Standardfunkgeräte der Landstreitkräfte entwickelt und produziert hatte. Sie sind bis heute in den meisten Bundeswehrfahrzeugen eingebaut. Weil sich die Beschaffung neuer, digitaler Geräte immer wieder verzögerte, ließen die Militärs die alten erst einmal nachbauen. Deren Datenübertragungsrate beträgt 16 KBit/s. Das SEM 80/90 arbeitet im Frequenzbereich 30,000 bis 79,975 MHz.


Relevante Themen