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Eisregen: Mobilfunknetz trotzt noch dem harten Winter

Trotz regionalem Eisregen bleibt das Mobilfunk -Netz noch stabil. Doch eine dicke Klareisschicht wäre ein Mobilfunkkiller.
/ Achim Sawall
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Eine Mobilfunkanlage in rund 1.570 Meter Höhe in den Chiemgauer Alpen (Bild aus dem Jahr 2019) (Bild: Vodafone Deutschland)
Eine Mobilfunkanlage in rund 1.570 Meter Höhe in den Chiemgauer Alpen (Bild aus dem Jahr 2019) Bild: Vodafone Deutschland

Die drei deutschen Mobilfunknetze von Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica haben bisher den Winter trotz regional auftretenden zentimeterdicken Klareises bisher gut überstanden. Das hat eine kleine Umfrage von Golem bei den Netzbetreibern ergeben.

"Wir spüren keine Auswirkungen im Betrieb unserer Netze, weder im Festnetz noch im Mobilfunk. Lediglich der Glasfaserausbau muss eine witterungsbedingte Pause einlegen, wie das im Winter immer mal wieder vorkommen kann" , sagte Telekom-Sprecherin Nicole Schmidt.

"Der harte Winter hat bislang keine negativen Auswirkungen auf unser Mobilfunknetz – dieses läuft durchweg in sehr guter Qualität. Im Gegenteil: Im Winter ist die Reichweite der jeweiligen Mobilfunk-Sendemasten vor Ort oftmals sogar noch größer als im Sommer – und damit die Empfangsqualität noch etwas besser. Denn Topografie, Witterung und Vegetation setzen dem Wirkungsradius der Mobilfunktechnik mitunter physikalische Grenzen – und im Winter haben wir eine deutlich geringere Vegetation als im Sommer" , sagte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Wichtig sei vor allem, dass die Kunden ihre Smartphones und Tablets vor Kälte schützen.

Auch Telefónica erklärte: "Wir sehen hier keine Auswirkungen."

Mobilfunkantennen können Schneelasten gut ableiten

Die modernen Mobilfunkantennen der Ausrüster sind so konstruiert, dass sie Schneelasten gut ableiten. Zudem sind die Trägersysteme für extreme Wind- und Eislasten zertifiziert. Netzelemente können durch Abschirmungen und Einschaltung von automatischen Heizungen an Knotenpunkten winterfest gemacht werden . Die meisten Standorte verfügen über Batteriepuffer, die einen Stromausfall von zwei bis vier Stunden überbrücken können. Das hat im Januar 2026 bei lokalen Netzausfällen oft ausgereicht, bis die Energieversorger die Störung behoben hatten.

Flächendeckendes, zentimeterdickes Klareis durch Eisregen wäre jedoch extrem gefährlich für die Mobilfunkinfrastruktur. Das ist bisher jedoch nur regional aufgetreten. Wenn die Antennenpanels mit einer 2 bis 3 cm dicken Eisschicht überzogen wären, würde ein Großteil der Sendeleistung im Eis absorbiert oder gestreut, anstatt die Smartphones zu erreichen.

Klareis hat eine hohe Dichte und wirkt auch beim Richtfunk als Backhaul wie eine Barriere. Ein Teil der Funkwellen wird geschluckt, ein anderer reflektiert, anstatt die Antenne zu erreichen. Hier hilft eine aktive Beheizung.

Bei der Berliner Straßenbahn führte dagegen der Eisregen Ende Januar und Anfang Februar 2026 zum totalen Stillstand. Die Oberleitungen wurden innerhalb kürzester Zeit von einem zentimeterdicken Eispanzer umschlossen. So konnte der Stromabnehmer der Bahn keinen Kontakt mehr zum Kupferdraht herstellen. Es floss kein Strom mehr und die Bahnen blieben sofort stehen. Der Fall hat eine Debatte über die notwendigen Investitionen in "winterfeste" Technik ausgelöst.


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