Eisenbahn: Mutmaßlicher Computerfehler legt Züge in Polen lahm

Ein mutmaßlicher Computerfehler stoppt Züge: In weiten Teilen Polens ist der Zugverkehr ausgefallen. Die Bahn ist ein wichtiges Transportmittel, um ukrainische Flüchtlinge in Sicherheit zu bringen.
Es handele sich um einen landesweiten Ausfalls der elektronischen Bahnverkehrsleitsysteme, teilte der Infrastrukturminister Andrzej Adamczyk per Twitter mit(öffnet im neuen Fenster) . Rund 80 Prozent des polnischen Bahnverkehrs seien betroffen, heißt es in einem anderen Tweet des Ministers(öffnet im neuen Fenster) . Der Infrastrukturbetreiber PKP Polskie Linie Kolejowe (PKP PLK) arbeite daran, die Störungen zu beheben.
Betroffen sind laut PKP PLK 19 der 33 Leitzentralen des Landes und 820 Kilometer des Streckennetzes mit wichtigen Knoten. Es kam deshalb zu Verspätungen und Zugausfällen. Die Ursache ist laut Adamczyk noch ungeklärt. Allerdings trat das Problem nicht nur in Polen auf. Vergleichbare Störungen gab es auch in Italien, Indien, Singapur und möglicherweise Pakistan.
Ein Softwarefehler war die Ursache
Laut Alstom ist ein Fehler in der Datenkodierung die Ursache. Der Fehler sei in einer von Bombardier gelieferten Software aufgetreten. Alstom hatte den kanadischen Konkurrenten Anfang vergangenen Jahres übernommen .
Die Annahme eines Cyberangriffs lag nahe – im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gab es verschiedene Cyberoperationen, wie etwa der mutmaßliche Angriff auf das KA-SAT-Satellitennetzwerk , vom dem unter anderem tausende Windkraftanlagen in Europa betroffen waren.
Alstom schließt jedoch aus, dass eine solche Attacke die Ursache für die Fehlfunktion sei. Die Sicherheit der Fahrgäste sei nicht gefährdet gewesen. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind fast zwei Millionen Menschen aus der Ukraine nach Polen geflohen. Die Bahn bietet den Flüchtlingen kostenlose Fahrkarten an.



