Eisenbahn: Züge für 258 Millionen, die nicht durch die Tunnel passen

Die spanische Eisenbahngesellschaft hat sich bei Zügen vermessen - jetzt muss unter anderem deren Chef gehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Eine Bahnstrecke in Asturien
Eine Bahnstrecke in Asturien (Bild: Adif)

Die Geschichte klingt wie aus einer Komödie: Die staatliche spanische Eisenbahngesellschaft Renfe hat 31 neue Triebwagen für die Provinzen Asturien und Kantabrien bestellt, sich dabei aber offenbar vermessen. Die neuen Züge passen nicht durch alle Tunnel der kurvenreichen Strecken in den teilweise abgelegenen und von der Bahn nur spärlich erschlossenen Regionen.

Der Gesamtwert betrug laut der Nachrichtenagentur dpa 258 Millionen Euro. Der spanischen Regierung zufolge sollen aber für die Steuerzahler noch keine Kosten entstanden sein, da der Fehler noch im Designprozess entdeckt wurde.

Nachdem die spanische Zeitung El Comercio den Skandal Ende Januar 2023 aufgedeckt hatte, hat die Fehlplanung jetzt Konsequenzen: Der Chef der Eisenbahngesellschaft Renfe, Isaías Táboas, sowie die Staatssekretärin für Transport, Isabel Pardo de Vera, traten zurück, wie die Tageszeitung berichtete. Zuvor wurden nur untergeordnete Mitarbeiter entlassen, was zu Kritik führte.

Kette von Fehlern

Die Züge wurden bereits 2020 bestellt. Aktuellen Analysen zufolge kam es durch eine Reihe von Fehlern dazu, dass es so lange dauerte, bis die falsche Bestellung Konsequenzen hatte. So sollen beispielsweise ineffektive Strukturen innerhalb von Renfe und des Schienennetzbetreibers Adif zu dem Problem beigetragen haben.

Zudem sollen wichtige Informationen, etwa die maximal mögliche Breite der neuen Triebwagen, nicht allen Akteuren ohne weiteres zur Verfügung gestanden haben. Zwischen den unterschiedlichen beteiligten Akteuren soll es zudem eine unzureichende Koordination gegeben haben.

Die spanische Ministerin für Transport, Raquel Sánchez, nahm die Rücktritte an und übernahm auch selber persönliche Verantwortung. Für die freien Positionen gibt es bereits Nachfolger.

Bis in Asturien und Kantabrien endlich neue Züge fahren, sollen weitere drei Jahre vergehen: 2026 sollen Züge eingeführt werden, die auf den aktuellen, 40 Jahre alten Modellen basieren. Bis dahin wird der Nahverkehr in den betroffenen Regionen kostenlos sein.

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katze_sonne 04. Mär 2023

Auf jeden Fall. Immer zwischen den Zeilen lesen. Aber auch nicht ins Schwurbeln...

JE 22. Feb 2023

Eben. Fehler passieren. Ob nun Züge nicht durch Tunnel passen, Marssonden wegen...

ElTentakel 22. Feb 2023

Naja, eigentlich ist das nur ein Problem des Anforderungsmanagements, das kann einem auch...

ElTentakel 22. Feb 2023

Tatsächlich baut man schon einige Zeit weiter auseinander, die Linie 2 konnte mit...



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