Eisen-Luft-Akku: Form Energy baut Akkufabrik in West Virginia

Rost als Energiespeicher: Das US-Unternehmen Form Energy baut eine Akkufabrik im US-Bundesstaat West Virginia. Dort sollen künftig Akkus für Netzspeicher produziert werden, die hauptsächlich aus Eisen bestehen.
Die Akkus sollen Strom speichern, indem Rost in elementares Eisen umgewandelt wird. Beim Entladen reagiert der Luftsauerstoff mit dem Eisenmetall zu Eisenoxid, also Rost. Umgekehrtes Rosten nennt das Team des Massachusetts Institute of Technology (MIT) diesen Prozess. Um die Technik zu vermarkten, wurde das Form Energy gegründet.
Die ersten Metall-Luft-Batterien wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Vorteil dieser Akkus ist, dass keine teuren Materialien wie Lithium benötigt werden. Deshalb sollen sie günstig in der Herstellung sein: Laut Form Energy liegt der Preis bei 20 US-Dollar pro Kilowattstunde – Lithium-Ionen-Akkus kosten wegen der stark gestiegenen Lithium-Preise derzeit etwa das Zehnfache.
Ein Modul hat die Größe einer Waschmaschine
Die Module der Eisen-Luft-Speicher vom Form Energy sollen etwa die Größe einer Waschmaschine haben. Sie sollen zu größeren Leistungsblöcken zusammengestellt und als Netzspeicher eingesetzt werden.
Der erste Netzspeicher mit diesen Akkus soll im US-Bundesstaat Minnesota entstehen. Er soll eine Leistung von 1,5 Megawatt liefern und die Kleinstadt Cambridge etwa vier Tage lang mit Strom versorgen können, wenn kein Strom aus Windkraft- und Solaranlagen zur Verfügung steht.
Für den Einsatz in Elektroautos hingegen eignen sich die Eisen-Luft-Akkus nicht: Sie sind zu schwer. Zudem laden sie nur langsam und geben die Energie auch nur langsam wieder frei. Sie können also keine Lastspitzen ausgleichen – ein Netzspeicher mit diesen Akkus braucht dazu also zusätzlich noch einen weiteren Speicher, der das kann.
Die Fabrik für die Eisen-Luft-Akkus entsteht in Weirton am Ohio River. In der Stadt in West Virginia wurde früher Stahl hergestellt. Dort sollen 750 Arbeitsplätze entstehen, zu den Investoren gehören unter anderem der Stahlkonzern Arcelormittal und von Bill Gates mitgegründete Initiative Breakthrough Energy . Die Produktion soll Anfang 2024 starten.