Heftige Kritik an Fireeye

Das Vorgehen von Fireeye gegen ERNW hat in der IT-Security-Community zu vielen Diskussionen geführt. Insbesondere, dass Fireeye mit juristischen Methoden gegen Sicherheitsforscher vorging, empfanden viele als unangemessen. "Es ist verstörend zu sehen, wie Fireeye Forscher behandelt, die Sicherheitslücken melden", äußerte sich etwa der Kryptograph Matthew Green auf Twitter. Andere wurden noch deutlicher: "Der Fehler war hier, überhaupt mit dem Hersteller zu verhandeln", schrieb der seit kurzem für Uber arbeitende Charlie Miller, bekannt durch den kürzlich erfolgten Hack eines Chrysler-Jeeps. "Gebt ihnen einen fairen Zeitraum bis zur Veröffentlichung und dann bleibt dabei." Auf der 44CON wurden Aufkleber mit der Aufschrift #FUCKFIREEYE verteilt.

Fireeye rechtfertigte sein Vorgehen in einem langen Blogeintrag. Enno Rey, Geschäftsführer von ERNW, stellte seine Sicht der Dinge ebenfalls in einem Blogeintrag dar und drückte seine Enttäuschung über das Vorgehen von Fireeye aus.

Zum von Kristian Erik Hermansen geforderten Bug-Bounty-Programm schreibt Fireeye, dass es dabei einige Schwierigkeiten gebe und das Unternehmen sich daher bisher gegen ein solches Programm entschieden habe. Offenbar will Fireeye daran auch vorläufig nichts ändern. Der Konzern verweist dabei auch darauf, dass in ihrem Umfeld - also Unternehmen, die ähnliche IT-Sicherheitsprodukte herstellen - kein einziges Unternehmen ein Bug-Bounty-Programm öffentlich bekanntgegeben habe.

Fireeye verteidigt sich

Zum Streit mit ERNW schreibt Fireeye, dass es mehrfach versucht habe, die Forscher darauf hinzuweisen, dass der Entwurf ihres Berichts sensible Informationen enthalte, und sie die Bitte geäußert hätten, diese zu entfernen. "Wir haben um ein persönliches Treffen in Las Vegas gebeten, um zu sehen, ob wir zu einem gemeinsam vereinbarten Bericht gelangen könnten", schreibt Fireeye. "Unglücklicherweise hatten wir zu diesem Zeitpunkt keine Garantie, dass ERNW die Inhalte dieses Entwurfs nicht veröffentlichen oder mündlich bekanntgeben würde."

Deshalb habe sich das Unternehmen entschlossen, einen Warnbrief zu senden und anschließend, nachdem ERNW diesen nicht unterschreiben wollte, die einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Hamburg zu erwirken. Weder aus den Veröffentlichungen von ERNW noch aus dem Blogeintrag von Fireeye geht hervor, auf welcher Rechtsgrundlage das Landgericht Hamburg diese einstweilige Verfügung erteilte.

Fireeye will reden

Fireeye betont in dem Blogeintrag, dass es sich der IT-Sicherheitsforschung eng verbunden fühle. "Lasst uns weiter reden", schreibt Fireeye und betont: "Wir sind aktiv in der Forschergemeinschaft und schätzen Feedback, um unsere Produkte zu verbessern." Unsere Anfrage an Fireeye blieb bislang unbeantwortet.

Wir haben versucht, mit den Forschern von ERNW über die Vorfälle zu sprechen. Sie erklärten uns, dass sie aufgrund der einstweiligen Verfügung nichts über Details des Vorfalls sagen möchten. Alle Informationen im Artikel stammen aus den öffentlich zugänglichen Quellen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Buffer Overflows und Symlink-Angriffe ermöglichen Root-Zugriff
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


irata 17. Sep 2015

Security through obscurity? So wie das Voynich-Manuskript? Hat man in 100 Jahren, oder...

M.P. 17. Sep 2015

Also darf auch der ADAC nicht bei Crash-Tests gefundene Schwächen eines Fahrzeuges...

M.P. 17. Sep 2015

Die Einstweilige Verfügung ist aber nicht gegen das "Geld kassieren" erfolgt, sondern...

Anonymer Nutzer 17. Sep 2015

Nach diesem absolut kopfkranken Urteil mal wieder vom LG Hamburg, dürften ja wohl alle...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /