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Einsparungen: VW will Konzern grundlegend umbauen

VW verdient zu wenig Geld mit seinen Autos. Auch ein Einstieg in die Rüstungsproduktion ist geplant.
/ Michael Linden
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Volkswagen-Logo (Symbolbild) (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Volkswagen-Logo (Symbolbild) Bild: Sean Gallup/Getty Images

Der Volkswagen-Konzern steht offenbar vor einem tiefgreifenden Umbau. In einer internen Information räumt der Vorstand ein, dass die bisherigen Sparmaßnahmen nicht ausreichen, wie das Handelsblatt berichtet(öffnet im neuen Fenster). Trotz bereits eingesparter Milliarden Euro reiche das Geld nicht, um den Konzern zukunftsfähig aufzustellen.

Finanzvorstand Arno Antlitz wird in dem Schreiben mit den Worten zitiert, das Geschäftsmodell müsse grundlegend verändert werden. Angesichts geopolitischer Verwerfungen seien strukturelle und nachhaltige Verbesserungen nötig.

Noch wenig Konkretes

Details zu möglichen Einsparungen nannte der Konzern in der Unterrichtung nicht. Laut Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) beriet der Aufsichtsrat am Montag zwar über den Stand des Sanierungsprogramms, Beschlüsse sollen dabei aber keine gefasst worden sein. Auch eine neue Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting soll in diesem Rahmen vorgestellt worden sein.

Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im März 2026 angekündigt, an einem neuen Zielbild des Volkswagenkonzerns für 2030 zu arbeiten. Das bisherige Geschäftsmodell funktioniere nicht mehr; nicht bei VW, nicht in der Branche und nicht in Deutschland insgesamt. Nun nannte Blume erste Eckpunkte: Das Produktportfolio soll verschlankt, der Konzern auf weniger Plattformen und Technologien konzentriert werden.

Auch die Zuständigkeiten zwischen Konzern, Marken und Regionen sollen klarer geregelt werden. Ressourcen, so das Ziel, sollen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Mehrwert schaffen. Wie das konkret aussehen soll, bleibt vorerst offen.

Wie ernst ist die Lage? – Vorstände zeichnen düsteres Bild

Blume hatte bereits wenige Tage zuvor im Manager Magazin angekündigt(öffnet im neuen Fenster), weltweit Produktionskapazitäten abzubauen. Die globale Kapazität soll auf nachhaltig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken – was in etwa dem aktuellen Absatz entspricht. Im vergangenen Jahr lieferte der Konzern weltweit rund 8,98 Millionen Fahrzeuge aus.

Was bedeutet das für Werke und Jobs? – Entscheidung offen

Derzeit baut VW konzernweit rund 50.000 Stellen ab – davon 35.000 bei der Kernmarke. Betriebsbedingte Kündigungen sind laut Vereinbarung mit der IG Metall bis 2030 ausgeschlossen. Der Stellenabbau läuft über Altersteilzeit und Abfindungen.

Einstieg in die Rüstungsproduktion

In einem Interview mit der Bild-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) äußerte sich Blume auch konkret zu den Rüstungsplänen für das Werk Osnabrück: VW befinde sich in intensiven Gesprächen mit Unternehmen der Verteidigungsbranche, eine Entscheidung solle noch in diesem Jahr fallen.

Der Konzernchef sieht darin eine Chance, die rund 2.300 Arbeitsplätze am Standort zu sichern. Dabei hat er Rückendeckung von Betriebsratschefin Daniela Cavallo, die eine Rüstungskooperation bereits Anfang März befürwortet hatte. Laut einem Bericht der Financial Times vom März(öffnet im neuen Fenster) verhandelt VW unter anderem mit dem israelischen Staatskonzern Rafael Advanced Defence Systems über die Fertigung von Komponenten für das Raketenabwehrsystem Iron Dome.


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