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Einschreiben statt Prio-Brief: Eilige Briefe und Standardpost werden deutlich teurer

Der Prio-Brief wird Ende des Jahres eingestellt. Der Standardbrief der Deutschen Post könnte von 2025 an 95 Cent kosten.
/ Friedhelm Greis , dpa
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Die Deutsche Post darf das Briefporto deutlich teurer machen. (Bild: Kirill Kudryavtsev/Getty Images)
Die Deutsche Post darf das Briefporto deutlich teurer machen. Bild: Kirill Kudryavtsev/Getty Images

Wer es beim Briefversand eilig hat, der muss in Deutschland vom Jahr 2025 an ein Einschreiben versenden. Der sogenannte Prio-Brief werde Ende 2024 eingestellt, teilte die Deutsche Post mit. Stattdessen sollen deutlich teurere Einschreiben ermöglichen, dass eine Sendung besonders schnell ankommt. Entsprechende Überlegungen hatte die Post bereits zur Reform des Postgesetzes geäußert .

Darüber hinaus teilte die Bundesnetzagentur am 11. November 2024 mit, der Post im kommenden Jahr "eine deutliche Steigerung der Porti" zu ermöglichen. "Grund hierfür sind die erheblichen Rückgänge bei den Briefsendungsmengen und die von den regulierten Produkten zu tragenden sogenannten Lasten" , sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Der Mitteilung zufolge dürfen die Privatkundenbriefe und Geschäftsbriefe um bis zu 10,48 Prozent steigen. Privatkundenpakete dürfen um 7,21 Prozent teurer werden. Ein normaler Brief könnte laut Deutsche-Post-Chef Tobias Meyer dann 95 Cent statt bisher 85 Cent kosten.

Beim Prio-Brief(öffnet im neuen Fenster) zahlt man einen Aufpreis von 1,10 Euro zum normalen Porto und bekommt dafür die Zusicherung, dass er "mit einer höheren Wahrscheinlichkeit" schon am nächsten Werktag ankommt. Die Post bietet dafür "eine prioritäre Behandlung inklusive einer einfachen Sendungsverfolgung" .

Der Prio-Brief ist eine Nische, ein großer Erfolg war er nie. Die Post begründete das Produkt-Aus damit, "dass Briefe nicht mehr die gleiche Eilbedürftigkeit wie vor 20 Jahren haben, als es noch nicht die breite Konkurrenz durch elektronische Medien gab." Fast wortgleich lautete im März 2024 die Begründung für das Aus der Nachtflugbeförderung von Briefen .

Normale Briefe werden länger unterwegs sein

Außerdem spielt die Reform des Postgesetzes eine Rolle, die Anfang 2025 greift: Dann würde beim Prio-Brief Umsatzsteuer fällig, beim Einschreiben ist das nicht der Fall. Anlässlich der Reform des Post-Gesetzes im Juli 2024 hatte Post-Chef Meyer bereits angedeutet, dass der Prio-Brief eingestellt und durch Einschreiben ersetzt werden könnte.

Bislang ist der Vorteil des Prio-Briefs nur gering, weil der normale Versand in der Regel ohnehin schnell ist: Einer staatlichen Vorschrift zufolge müssen 80 Prozent der heute eingeworfenen Briefe am nächsten Werktag ankommen. Diesen Wert übertrifft die Post. Die meisten Standardbriefe, die 85 Cent kosten, sind also am nächsten Tag da – auch ohne Prio-Aufpreis. Das ändert sich: 2025 wird der Zeitdruck für die Post abgeschwächt, dann muss das Gros der Briefe erst nach drei Tagen ankommen.

Preis für eilige Briefe deutlich höher als normale Sendungen

Grundsätzlich würde das neue Postgesetz den Prio-Brief für Kunden attraktiver machen. Denn durch die Verlangsamung der Beförderung normaler Briefe würde der Prio-Brief als Spezialprodukt mit schneller Zustellung einen klaren Mehrwert haben: Empfänger hätten ihn schon am nächsten Tag und nicht erst in drei Tagen, wie es die neue Vorschrift vorsieht. Dennoch kommt das Aus.

Wer künftig einen eiligen Brief hat, der muss ein Einschreiben verschicken. Das werde "das Produkt für die schnellere Briefzustellung sein" , schreibt die Post. Für den Verbraucher wird es teurer: Der Preisaufschlag beträgt bei einem Einwurf-Einschreiben derzeit 2,35 Euro, etwa doppelt so viel wie beim Prio-Brief. Ein als Einwurf-Einschreiben verschickter Standard-Brief kostet aktuell 3,20 Euro. Wird er als Prio-Brief aufgegeben, sind es nur 1,95 Euro. Wie viel das Einschreiben 2025 kosten wird, ist noch unklar.


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