Einkaufszentrum in China: Rauchalarm macht Toilettentüren transparent

Ein Einkaufszentrum im chinesischen Shenzhen hat ein ungewöhnliches System installiert, um das Rauchen in Toiletten zu unterbinden. Seit August 2025 testet das International Centre im Jinzuo Building einem Bericht der South China Morning Post(öffnet im neuen Fenster) zufolge eine Technik, die Glas-Kabinenwände bei Raucherkennung transparent werden lässt.
Die Scheiben der WC-Türen sind normalerweise blickdicht. Registrieren Sensoren Rauch, wird die Stromzufuhr zum Glas unterbrochen – innerhalb von Sekunden wird die Tür durchsichtig. Warnschilder informieren Nutzer vor Betreten der Kabinen über das System. Ein Reset-Knopf soll versehentliche Aktivierungen korrigieren können.
So funktioniert elektrochromes Glas
Die Technologie basiert auf elektrochromem Glas, das seine Transparenz durch elektrische Spannung verändert. Zwischen zwei Glasscheiben befindet sich eine dünne Schicht aus speziellen Materialien, die auf elektrische Impulse reagieren. Bei angelegter Spannung ordnen sich Ionen in dieser Schicht so an, dass das Glas undurchsichtig erscheint.
Wird die Stromzufuhr unterbrochen, kehren die Ionen in ihre ursprüngliche Position zurück – das Glas wird transparent. Genau diesen Effekt nutzen die Einkaufszentren: Die Rauchsensoren kappen bei Alarm die Stromversorgung der Scheiben. Der Vorgang dauert nur wenige Bruchteile von Sekunden und ist vollständig reversibel. Sobald der Strom wieder fließt, wird das Glas erneut blickdicht.
Positive Resonanz trotz Datenschutzbedenken
Mitarbeiter berichteten lokalen Medien von überwiegend positiven Reaktionen der Ladenbesitzer und Kunden. Zuvor hätten die Zentren zahlreiche Beschwerden über rauchende Personen in den Toiletten erhalten.
China verbiete das Rauchen in geschlossenen öffentlichen Räumen streng, heißt es in dem Bericht. Warnschilder und Geldstrafen zeigten bisher wenig Wirkung.
Gemischte Reaktionen im Netz
In sozialen Medien löste das System geteilte Reaktionen aus. Einige Nutzer begrüßten nach Angaben der Zeitung die Maßnahme und forderten eine landesweite Einführung. Andere äußerten Datenschutzbedenken: Die Technologie könnte unbeteiligte Personen bloßstellen.
Ein chinesischer Rechtsexperte warnte in der South China Morning Post sogar, die Einkaufszentren könnten bei Systemfehlern haftbar gemacht werden. Ob die transparenten Türen das Verhalten dauerhaft ändern, wird die Testphase zeigen.