Einigung mit Börsenaufsicht: Elon Musk muss als Verwaltungsratschef zurücktreten

Einige Tweets kosten Tesla 40 Millionen US-Dollar und Elon Musk sein Amt als Verwaltungsratschef beim Elektroautobauer. CEO darf Musk aber bleiben. Beinahe wären er und Tesla wesentlich günstiger davon gekommen.

Artikel veröffentlicht am ,
Tesla-Chef Musk handelt sich immer mehr Ärger mit der Börsenaufsicht ein.
Tesla-Chef Musk handelt sich immer mehr Ärger mit der Börsenaufsicht ein. (Bild: Steve Jurvetson/CC-BY 2.0)

Es waren die wohl teuersten Tweets in Teslas Geschichte: Gegen die Zahlung von 40 Millionen US-Dollar haben die Anwälte von Musk und Tesla nun eine Klageabwendung erreicht. Die Börsenaufsicht hatte eine Klage wegen der Täuschung von Anlegern eingereicht. 20 Millionen US-Dollar muss Musk zahlen, die gleiche Summe wird von Tesla beglichen. Zusätzlich muss Musk vorerst von seinem Posten als Verwaltungsratschef (Chairman) zurücktreten, darf aber CEO bleiben.

Stellenmarkt
  1. Embedded Software Entwickler Automotive (m/w/d)
    DRÄXLMAIER Group, Garching
  2. Softwareentwickler (m/w/d) Microsoft Dynamics 365 FO
    Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH, Höchstädt a. d. Donau
Detailsuche

Ein Verwaltungsrat hat in den USA eine ähnliche Kontrollstellung wie ein Aufsichtsrat hierzulande, doch er bestimmt auch stark die Unternehmensstrategie mit. Musk gibt diesen Posten nun für drei Jahre ab, heißt es in der Einigung mit der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission).

Musk muss kontrolliert werden

Was womöglich weit schwerer wiegt: Tesla muss auch Maßnahmen ergreifen, um die Kommunikation von Musk zu kontrollieren. Ein spontaner Tweet dürfte so kaum noch möglich sein. Zudem muss das Unternehmen zwei unabhängige Direktoren einstellen und einen ständigen Ausschuss aus unabhängigen Direktoren einsetzen, der die Offenlegung von Informationen und potenzielle Interessenkonflikte überwacht.

Die 40 Millionen US-Dollar sind nicht etwa für die Portokasse der SEC bestimmt, sondern sollen als Entschädigung an Investoren fließen. Musk hatte in mehreren Tweets Anfang August 2018 behauptet, dass der Börsenrückzug des Elektroautoherstellers finanziell gesichert sei. Diese Pläne zog Tesla dann wieder zurück. Beweise für die Finanzierung konnte Musk nicht vorlegen. Das Wall Street Journal berichtete, dass Musk nur mündliche Zusagen vom Saudiarabischen Staatsfonds gehabt habe.

Einen ersten Deal ließ Musk platzen

Die Klageeinreichung der SEC am Donnerstag war eine Reaktion auf die einseitige Aufkündigung eines vorherigen Deals zwischen Teslas Anwälten und der Aufsichtsbehörde. Die New York Times berichtete, dass Musk im Rahmen dieser Einigung nur zwei Jahre auf den Posten des Verwaltungsratschefs hätte verzichten müssen. Zudem wäre die Entschädigungssumme für ihn und Tesla nur halb so hoch gewesen wie bei der jetzigen Übereinkunft.

Angeblich ließ Musk die Vereinbarung platzen, weil der Vergleich mit der SEC ein Deal war, der unter dem Motto "weder zugeben noch leugnen" abgeschlossen werden sollte. Musk hätte nicht zugeben müssen, dass er wissentlich etwas Falsches getan habe. Doch er hätte auch nicht öffentlich erklären dürfen, dass er nichts Falsches getan habe - und das habe er nicht akzeptieren können, heißt es bei der New York Times unter Berufung auf drei mit den Gesprächen vertrauten Personen.

Musk kommentierte nach Platzen des ersten Deals in der New York Times: "Diese ungerechtfertigte Aktion der SEC hinterlässt bei mir tiefe Trauer und Enttäuschung. Ich habe immer im besten Interesse der Wahrheit, der Transparenz und der Anleger gehandelt. Integrität ist der wichtigste Wert in meinem Leben, und die Fakten werden zeigen, dass ich diese in keiner Weise gefährdet habe."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kim Schmitz' Lebensgeschichte
Die Dotcom-Blase

Glaubt man seiner Autobiografie, wollte Kim Schmitz als Jugendlicher einfach nur raus aus seinem Leben. Also schuf er sich ein neues: als Kim Dotcom.
Von Stephan Skrobisch

Kim Schmitz' Lebensgeschichte: Die Dotcom-Blase
Artikel
  1. Nachhaltigkeit: Amazon beim Aussortieren von Neuwaren zur Zerstörung gefilmt
    Nachhaltigkeit
    Amazon beim Aussortieren von Neuwaren zur Zerstörung gefilmt

    ITV News hat ein Video veröffentlicht, das Amazon beim Aussortieren neuer Produkte zeigen soll. Dabei geht es um große Stückzahlen.

  2. Urban Air Mobility: Volocopter fliegt in Paris
    Urban Air Mobility
    Volocopter fliegt in Paris

    Zu den Olympischen Spielen 2024 sollen die Lufttaxis des Unternehmens aus dem Badischen regulär im Einsatz sein.

  3. Amazon Prime Day 2021 - die Highlights am Dienstag
     
    Amazon Prime Day 2021 - die Highlights am Dienstag

    Gestern hat der Prime Day angefangen, heute um Mitternacht ist es schon wieder vorbei. Die letzten Stunden des Verkaufsevents bieten jede Menge Highlights.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

gadthrawn 03. Okt 2018

US Justizministerium ermittelt, nichts ist abgeschlossen...

SJ 02. Okt 2018

Vorliegend gibt es keinen Strafbefehl. Falls du es immer noch nicht verstanden hast: Es...

SJ 01. Okt 2018

Bisher ist Musk nichts dergleichen verurteilt worden. Wo kein Richter, da kein Vergehen.

ChMu 01. Okt 2018

Ach, wieso wurde der Handel dann heute nicht ausgesetzt? Wenn das, was mit Tesla gerade...

lear 01. Okt 2018

Teslas Aktiva stehen aber erhebliche externe Verbindlichkeiten gegenüber (*sehr...


Folgen Sie uns
       


  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Amazon Prime Day nur noch heute • Gaming-Laptops von Razer, MSI & Asus • MS Surface Pro 7 664,05€ • Bosch-Werkzeug • RAM von Crucial • Monitore (u. a. Acer 27" WQHD 144Hz 259€) • SSDs (u. a. Sandisk Ultra 3D 1TB 70,29€) • Gaming-Chairs • MM Gönn dir Dienstag [Werbung]
    •  /