Einführung verzögert sich: Neue RFID-Tags von Zara lassen sich zu leicht entfernen
Der bekannte Modehändler Zara wollte in diesem Sommer weltweit eine neue RFID-basierte Sicherheitstechnik einführen, um in seinen Filialen ausgestellte Kleidungsstücke vor Diebstahl zu schützen. Aufgrund von Problemen mit den dafür erforderlichen Security-Tags soll sich die Einführung des neuen Systems jedoch verzögern. Einem Bericht von Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) zufolge lassen sich die RFID-Tags im Rahmen erster Tests zu einfach erkennen und entfernen.
Im Vergleich zu den üblicherweise bei Modehändlern eingesetzten Hardtags, die deutlich erkennbar sind und bei der Bezahlung vom jeweiligen Kassenpersonal entfernt werden, sollen die neuen RFID-Tags deutlich kleiner und unauffälliger sein. Bei Anfang dieses Jahres in Spanien durchgeführten Tests experimentierte der Zara-Mutterkonzern unter anderem mit einem speziellen Faden, in dem die RFID-Technik eingewebt war. Anschließend wurde dieser Faden in die Nähte der jeweiligen Kleidungsstücke eingenäht.
Ziel des neuen Systems sei es, Ladendiebstähle durch das Ersetzen der deutlich sichtbareren Hardtags um 60 Prozent zu reduzieren. Zara-Mitarbeiter äußerten jedoch Bedenken, dass sich die neuen RFID-Tags von Dieben dafür umso einfacher entfernen lassen. Darüber hinaus seien aber ebenfalls Lieferengpässe für die verzögerte Einführung des neuen Systems verantwortlich.
Schäden durch Ladendiebstähle nahmen zuletzt zu
Schon in einem im März veröffentlichten Bericht über die Geschäftsergebnisse des Jahres 2022(öffnet im neuen Fenster) wies Inditex auf die Einführung der neuen Sicherheitstechnologie hin. Diese werde "eine deutliche Verbesserung des Kundenerlebnisses ermöglichen, die Interaktion mit unseren Produkten erleichtern und den Einkaufsprozess verbessern" , so das Unternehmen. Das neue System bilde außerdem eine wichtige Grundlage für die Digitalisierung der Ladengeschäfte sowie deren Anbindung an die Onlineplattformen des Konzerns.
Der Wunsch, Zara-Filialen durch neue technische Maßnahmen vor Diebstählen zu schützen, kommt nicht von ungefähr. Erst im Juni berichtete das ZDF(öffnet im neuen Fenster) darüber, dass die durch Ladendiebstähle verursachten Schäden hierzulande im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent angestiegen sind. Das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI hat den Gesamtschaden im vergangenen Jahr auf rund 3,7 Milliarden Euro beziffert.
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