Eine Vision für die Zukunft: Dave Filoni ist der neue Herr über Star Wars

Die Zukunft von Star Wars sieht rosiger denn je aus. Denn Lucasfilm hat Dave Filoni zum Chief Creative Officer ernannt. Damit ist er bei der Entwicklung neuer Stoffe nicht nur dabei, sondern ausschlaggebend. "Jetzt bin ich der sogenannte Chief Creative Officer von Lucasfilm" , erklärte Filoni Vanity Fair(öffnet im neuen Fenster) .
"In der Vergangenheit wurde ich bei vielen Projekten hinzugezogen und habe sie erst gesehen, nachdem sie sich bereits ein gutes Stück entwickelt hatten," sagte Filoni. In seiner neuen Rolle sei er "bei allem von Grund auf dabei."
Filoni ist bei Star-Wars-Fans beliebt. Er ist seit den frühen 2000er Jahren für Lucasfilm tätig und wurde von George Lucas selbst ausgewählt, um Star Wars: The Clone Wars zu leiten. Seitdem hat er Star Wars: Rebels, Star Wars: The Bad Batch, The Mandalorian und Ahsoka entwickelt und arbeitet an einem Star-Wars-Film. Es war nur folgerichtig, ihm die Kontrolle über diese weit, weit entfernte Galaxie zu geben.
Eine Vision
Bei manchen Projekten wie Obi-Wan Kenobi oder Andor hatte Filoni zwar eine beratende Funktion, mit seiner neuen Aufgabe ist er aber richtig involviert. Das ist gut, weil Filoni weit vorausdenkt. Er plant über Jahre hinweg(öffnet im neuen Fenster) . "Ich plane immer lange voraus. Das tue ich wirklich" , sagte er.
Filoni wird nun bei der Geburt jedes neuen Star-Wars-Projekts dabei sein. Zu erwarten ist damit eine Vision, eine führende Hand, die noch fehlte. Im Grunde wird Dave Filoni für Lucasfilm das, was James Gunn für DC Studios ist.
Die Kreativität will er beflügeln, nicht ersticken: "Ich schreibe den Leuten nicht vor, was sie tun sollen. Aber ich werde versuchen, ihnen dabei zu helfen, die beste Geschichte zu erzählen, die sie erzählen wollen. Ich muss in der ganzen Galaxis eine Hilfe sein, fast wie ein Teil des Jedi-Rates."
Erben des Imperiums
Filoni sprach auch über einige Projekte. Eines ist sein Film, der auf Timothy Zahns Roman Erben des Imperiums basiert, aber natürlich modifiziert werden muss. Filoni erklärte hier, dass man nicht die klassischen Kämpfe von Sturmtrupplern gegen Soldaten der Rebellen beziehungsweise der Neuen Republik sehen werde.
"Ich bereite einen größeren Konflikt mit den imperialen Resten vor" , sagt Filoni. "Dieser Konflikt kann nicht einfach das widerspiegeln, was wir bisher gesehen haben. Er muss eine andere Form annehmen. Es kann nicht nur das Imperium gegen das sein, was wie die Rebellion aussieht, oder sogar die Republik. Es muss visuell anders sein."
Bestätigt wurde mit Filonis Beförderung im Grunde auch, dass an der zweiten Staffel von Ahsoka gearbeitet wird. Am Ende der ersten Staffel sieht man Baylan Skoll, gespielt von Ray Stevenson, der auf der Welt Peridea in einer anderen Galaxie auf die Statuen der Mortis-Götter trifft. Filoni war klar, dass dies ein Verweis auf Star-Wars-Mythologie ist, die nur den eingefleischtesten Fans etwas sagte, aber er fand, dass nicht nur das Bildnis großartig war, sondern auch gezeigt wird, wie es mit Baylan Skolls Reise weitergehen soll.
Zweiten Staffel von Ahsoka und Film mit Rey Skywalker
Klar ist aber auch, dass Baylan Skoll neu besetzt werden muss. Eine Entscheidung darüber wurde noch nicht getroffen, aber die Geschichte dieser Figur ist zu gut, als dass man sie aufgeben dürfte. Es ist auch eine Verbeugung vor Ray Stevenson, wenn man die von ihm erschaffene Figur weiterführt.
Filoni erinnerte sich an einige Gespräche mit Stevenson, der im Mai verstorben ist. Er sah Skoll als Schurken in der Geschichte(öffnet im neuen Fenster) , Stevenson aber nicht. "Darum spielst du das auch so gut, weil dein Baylan sich als Held sieht" , sagte ihm Filoni.
Die zweite Staffel von Ahsoka wird sehr wahrscheinlich vor Heir to the Empire – dem Film – kommen und dann den Boden dafür bereiten. In der ersten Staffel von Ahsoka trifft sie in der Welt zwischen den Welten auf Anakin Skywalker, ihren alten Meister. Filoni denkt nicht, dass er der Charakterisierung von Anakin Skywalker noch etwas hinzufügen kann. Aber das heißt nicht, dass er nicht weiterhin auftauchen wird.
Er ist am Ende der Staffel als Macht-Geist auf Peridea zu sehen, der aus der Ferne zu seiner ehemaligen Schülerin blickt. "Alles, in das Anakin verwickelt ist, dreht sich um sie. Es geht um ihre Sichtweise auf Anakin. Es geht darum, was Anakin ihr beigebracht hat. Er ist hier mehr in einer Obi-Wan-Rolle, wie wir sie in den alten Filmen gesehen haben" , sagt Filoni.
Der neue Film mit Rey Skywalker
Filoni war nicht daran beteiligt, als die erste Idee für den nächsten Film der Skywalker-Saga Gestalt annahm, als CCO wird er nun aber stark involviert sein. Daisy Ridley spielt wieder Rey – aber viele Jahre später, als sie begonnen hat, eine neue Jedi-Akademie zu etablieren.
"Ich kenne die Storyline für einen Film. Das heißt nicht, dass das alles ist, aber das wurde mir gesagt" , erzählte Ridley Collider. Sie wisse nicht, wie schnell es nach den Streiks losgehen wird. "Aber ja, bisher kenne ich die Geschichte eines Films und ich denke, die Leute werden sehr begeistert sein."
Das führte Kathleen Kennedy(öffnet im neuen Fenster) weiter aus: "Was wir erforschen, ist die Entwicklung der Jedi. Wir bewegen uns 15 Jahre nach Episode IX. Die Erste Ordnung ist gefallen, die Jedi befinden sich im Chaos – es stellt sich sogar die Frage, wie viele es überhaupt noch gibt – und Rey baut den neuen Jedi-Orden auf, basierend auf dem Text, der ihr gegeben wurde und den Luke ihr vermittelt hat."
Künftig mehr wie aus einem Guss
Von Fans wurde häufig bemängelt, dass keine einende Vision hinter den Star-Wars-Projekten steht. Zu oft gab es das Gefühl, dass bei Lucasfilm niemand vorausplant. Das wird sich nun wahrscheinlich ändern.
Filoni kennt Star Wars in- und auswendig und ist für die Kreativen, die die einzelnen Projekte entwickeln, der erste Ansprechpartner. Seit Disney Lucasfilm im Jahr 2014 kaufte, sah die Zukunft nicht mehr so rosig aus wie jetzt. Das vergangene Jahrzehnt mag man als die wilden Jahre ansehen, künftig soll und wird das Franchise mehr wie aus einem Guss aussehen.



