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Ein Wurm tobt auf Github: 73 Microsoft-Projekte nach Supply-Chain-Angriff gesperrt

Zahlreiche Softwareprojekte von Microsoft sind auf Github plötzlich gesperrt worden. Offenbar hat der Miasma-Wurm sie kompromittiert.
/ Marc Stöckel
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Auf Github wurden mehrere Repositories von Microsoft gesperrt. (Bild: EVA HAMBACH/AFP via Getty Images)
Auf Github wurden mehrere Repositories von Microsoft gesperrt. Bild: EVA HAMBACH/AFP via Getty Images

Der Supply-Chain-Angriff mit dem Miasma-Wurm, durch den erst kürzlich mehrere NPM-Pakete von Red Hat kompromittiert wurden, hat nun offenbar auch Microsoft erwischt. Wie Sicherheitsforscher von Opensourcemalware in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) schildern, nahm Github am 5. Juni innerhalb von weniger als zwei Minuten 73 Code-Repositorys Microsofts vom Netz, die wohl allesamt kompromittiert waren.

Die Repos gehören den Angaben zufolge zu vier von Microsoft verwalteten Github-Organisationen: Azure(öffnet im neuen Fenster), Azure-Samples(öffnet im neuen Fenster), Microsoft(öffnet im neuen Fenster) und Microsoftdocs(öffnet im neuen Fenster). Deaktiviert wurden sie wohl alle am 5. Juni gegen 18 Uhr deutscher Zeit. Betroffen sind unter anderem mehrere Azure-Tools und Komponenten des Durable-Task-Frameworks(öffnet im neuen Fenster).

Die meisten betroffenen Repos gehören zur Organisation Azure. Allein dort sollen es 49 Stück sein. Hinzu kommen 13 Repos von Azure-Samples, zehn von Microsoft und eines von Microsoftdocs. Eine vollständige Auflistung aller vom Netz genommenen und Microsoft zugeschriebenen Github-Repos ist im Beitrag von Opensourcemalware zu finden.

"Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen"

Wer versucht, eines der betroffenen Softwareprojekte auf Github aufzurufen(öffnet im neuen Fenster), erhält eine Meldung, dass das jeweilige Repository "aufgrund eines Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen von Github" gesperrt wurde. Laut einem Moderator in Microsofts Forum(öffnet im neuen Fenster) liegt die Ursache der Sperrung in einem "internen Verwaltungsproblem" begründet. Nähere Details dazu nannte er jedoch nicht.

Die Forscher von Opensourcemalware vermuteten hingegen, dass die Projekte von der jüngsten Angriffskampagne mit dem Wurm Miasma betroffen sind. Dazu passt auch der Umstand, dass die betroffenen Repos innerhalb eines sehr kurzen Zeitfensters offline genommen wurden. Dies deutet eher auf eine automatisierte Schutzmaßnahme als auf einen manuellen Eingriff hin.

Andere Sicherheitsforscher(öffnet im neuen Fenster), darunter jene von OX Security(öffnet im neuen Fenster), bestätigten die Verbindung zu der Miasma-Kampagne später auf X. Und auch Forscher von Safedep brachten in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) kürzlich erfolgte Änderungen in Microsofts Durable-Task-Repository mit beobachteten Miasma-Attacken in Verbindung.

Miasma-Wurm sammelt Zugangsdaten

Bei Miasma handelt es sich um eine Variante des von TeamPCP entwickelten Wurms Mini-Shai-Hulud, dessen Quellcode die berüchtigte Hackergruppe später veröffentlicht hat. Miasma nutzt automatisch kompromittierte Zugangsdaten aus, um Softwareprojekte zu kapern und dort Schadcode einzuschleusen, der in CI/CD-Pipelines und auf Entwicklersystemen weitere Anmeldeinformationen einsammelt. Diese werden dann abermals für Angriffe auf weitere Projekte verwendet.

Wer eines der betroffenen Microsoft-Projekte im Einsatz hat, sollte seine Systeme und Konten daher dringend auf eine mögliche Kompromittierung prüfen und gegebenenfalls alle darüber zugänglichen Anmeldeinformationen rotieren. Auch Github-Zugänge sind dabei zu untersuchen, denn Miasma nutzt diese, um erbeutete Daten über neu angelegte Repos auszuleiten. Weitere Handlungsempfehlungen finden Betroffene im Blog von Opensourcemalware(öffnet im neuen Fenster).

Nachtrag vom 9. Juni 2026, 12:01 Uhr

Gegenüber Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) hat Microsoft inzwischen bestätigt, die Github-Repos offline genommen zu haben, um sie auf "mögliche schädliche Inhalte zu untersuchen". Einige der betroffenen Projekte sollen schon wieder online sein. Die Untersuchungen laufen aber wohl noch. Anwender, die die betroffenen Repos abgerufen haben, sollen bereits benachrichtigt worden sein.


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