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Ein Jahr Routerfreiheit: Die Freiheit, die keiner haben will

Seit einem Jahr können auch Kabelnetzkunden ein beliebiges Endgerät anschließen. Doch von der Routerfreiheit machen nur wenige Gebrauch. Ein einziger Hersteller profitiert bislang davon.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Die Fritzbox 6490 ist das bislang einzige frei käufliche Kabelmodem in Deutschland.
Die Fritzbox 6490 ist das bislang einzige frei käufliche Kabelmodem in Deutschland. (Bild: AVM)

Von den netzpolitischen Projekten der großen Koalition lässt sich alleine die Abschaffung des Routerzwangs vor einem Jahr als eindeutiger Erfolg bezeichnen. Trotz starken Widerstands von Seiten der Kabelnetzbetreiber haben sich Union und SPD nicht von ihren Plänen im Koalitionsvertrag abbringen lassen. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist es (fast) allen Kunden tatsächlich möglich, die Zugangsdaten von ihren Providern zu erhalten und ein Endgerät ihrer Wahl anzuschließen. Doch auch nach einem Jahr hat nur ein geringer Anteil der Nutzer von der neuen Wahlfreiheit Gebrauch gemacht.

Inhalt:
  1. Ein Jahr Routerfreiheit: Die Freiheit, die keiner haben will
  2. Kunden können Geld sparen
  3. Warten auf noch bessere Geräte

Nach Angaben der drei großen Kabelnetzbetreiber Vodafone/Kabel Deutschland, Unitymedia und Primacom/Tele Columbus liegt deren Anteil bei etwa einem Prozent und darunter. So nutzen etwa 25.000 Unitymedia-Kunden ein eigenes Kabelmodem. Bei einer Kundenzahl von etwa 3,45 Millionen entspricht das einem Anteil von 0,75 Prozent. Bei Vodafone dürften etwa 34.000 Kunden ein eigenes Endgerät angemeldet haben, da dort der Anteil bei knapp einem Prozent liegt. Bei Primacom/Tele Columbus ist bei 0,7 Prozent der 520.000 Internetanschlüsse ein eigenes Endgerät angeschlossen.

Vor allem AVM profitiert

Insgesamt haben sich damit bundesweit etwa 70.000 bis 80.000 Kunden einen Kabelrouter angeschafft. Profitiert hat davon vor allem ein Unternehmen: AVM. Laut Unitymedia handelt es sich bei 99 Prozent der angemeldeten Geräte um Fritzboxen des Berliner Herstellers. Bei den anderen Providern dürfte das ähnlich sein.

Das ist kein Wunder. Denn Verbraucher können derzeit nur zwischen den drei Fritzboxen 6430, 6490 und 6590 wählen. Der mehrfach angekündigte TP-Link-Router Archer CR700v ist immer noch nicht auf dem Markt. Andere Hersteller halten sich zurück. Netgear sagte auf Anfrage von Golem.de, dass weiterhin nicht geplant sei, ein Kabelmodem oder einen Kabelrouter auf den deutschen Markt zu bringen.

Herstellerverband sehr zufrieden

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Daher wundert es auch nicht, dass der Verbund der Telekommunikations-Endgerätehersteller (VTKE), dem AVM angehört, die Routerfreiheit als "Erfolgsmodell" bezeichnet. "Der wiederhergestellte Wettbewerb um das beste Endgerät - wie zum Beispiel Router, Telefone, Telefonanlagen, Alarmierungssysteme usw. - hat in den vergangenen Monaten zu einer größeren Vielfalt an innovativen, leistungsfähigen Produkten im Markt geführt", teilte der Verband in der vergangenen Woche mit (PDF). Diese Vielfalt ist bei Kabelmodems zwar größer als früher, aber immer noch bescheiden.

Einer Umfrage zufolge, die das Institut Ipsos im Juni 2017 im Auftrag des VTKE durchführte, wollen 50 Prozent der Befragten künftig ein eigenes Endgerät am Anschluss einsetzen. Angesichts der Tatsache, dass bislang nur ein Prozent der Kabelkunden dies gemacht hat, scheint dieser Anteil sehr hoch zu sein. Oder nicht auf Kabelmodems zuzutreffen.

Kunden können Geld sparen 
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win.ini 07. Aug 2017

Vielen Dank an die Antworten, mehr werden's wohl nicht werden. Ich schätze ich müsste es...

GenXRoad 04. Aug 2017

+1 Den meisten reicht das provider gerät eigentlich auch aus ;)

MojoMC 04. Aug 2017

Bei welchen denn? Nein, ehrlich, die Info wäre mir wichtig. Denn das wäre natürlich die...

derdiedas 04. Aug 2017

Und warum muss ich SIP am Router machen? Es gibt bereits Mobilgeräte die gleich IP Fähig...

derdiedas 04. Aug 2017

Ich habe eine Kabel Deutschland Anschluss mit 200MBit und das Cisco Modem das "nur" das...


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