Einnahmen über News Showcase deutlich höher

Denn über das im Oktober 2020 gestartete Programm News Showcase fließen deutlich höhere Summen an etliche Verlage. Laut Corint machen die ENP-Zahlungen nur zwischen 10 und 15 Prozent der Showcase-Zahlungen aus. Allerdings gibt es für die Showcase-Beträge keine besondere rechtliche Grundlage. Google könnte jederzeit entscheiden, das Nachrichtenangebot wieder einzustellen. Ohne die ENP-Vereinbarungen müssten die Suchergebnisse hingegen stark gekürzt werden.

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Ein weiteres Problem: An den Einnahmen aus News Showcase müssen die Verlage die Urheber nicht beteiligen. Die ENP-Einnahmen müssen hingegen mindestens zu einem Drittel an die Autoren weitergegeben werden. Daher ist es aus Sicht der beteiligten Verlage sinnvoll, sich mit niedrigen ENP-Einnahmen zufrieden zu geben und auf die höheren Showcase-Einnahmen zu setzen.

Darüber hinaus haben sich die Verlage zulasten der Urheber wieder einen Anteil an den Vergütungsansprüchen der VG Wort gesichert. Diese Einnahmeverluste für die Autoren werden nicht annähernd durch die Einnahmen durch das Leistungsschutzrecht ausgeglichen.

"Für einen Popanz verkämpft"

Aus Sicht des Journalistenverbandes DJV ist die Entwicklung nach einem Jahr Leistungsschutzrecht daher nicht besonders zufriedenstellend. "Nach allem, was wir wissen, haben sich die Verlage viele Jahre lang für einen Popanz verkämpft, den es jetzt zwar auf dem Papier gibt, der aber - bisher zumindest - nicht einen warmen Geldfluss in die Kassen der Medienunternehmen spült", sagte Pressesprecher Hendrik Zörner auf Anfrage von Golem.de.

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Dabei kritisiert der DJV, dass die Verlage nicht versucht hätten, das neue Recht gemeinsam gegenüber Google durchzusetzen, sondern nur nach außen geschlossen aufgetreten seien. "Hinter den Kulissen wurden dann Individualabsprachen mit Google getroffen. Und schon war die Front durchbrochen", sagte Zörner.

BDZV kritisiert Zahlungen nach "Gutsherrenart"

Unzufrieden mit der Situation ist auch der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), der jahrelang vehement für das Leistungsschutzrecht lobbyiert hat. Die Zahlungen durch Google und Facebook erfolgten "nach Gutsherrenart", wobei Facebook überhaupt nichts für das Leistungsschutzrecht zahlen wolle. "Hier hoffen wir auf ein robustes Einschreiten des Bundeskartellamts, das nach neuem Wettbewerbsrecht möglich ist und zum Beispiel in Frankreich gerade erfolgte", sagte Sprecherin Anja Pasquay auf Anfrage von Golem.de.

Die beiden größten Plattformen missbrauchen nach Ansicht des BDZV "ihre Markmacht, um eine sachgerechte Bepreisung des Leistungsschutzrechts zu umgehen. Das muss aufhören." Die bisher von Google vorgelegten Lösungsvorschläge seien "untauglich und würden die Marktmacht des Quasimonopolisten noch vergrößern", sagte Pasquay.

Auch Corint hofft derzeit vor allem auf das Bundeskartellamt.

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 Was verdient Google an den Verlagen?Bundeskartellamt soll es richten 
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janlange 07. Jun 2022 / Themenstart

Es mag vielleicht nicht "legal" sein. Aber hier stimmt der Geldfluss komplett. Der...

Sharra 06. Jun 2022 / Themenstart

Glaube ich dir aufs Wort.

Extrawurst 06. Jun 2022 / Themenstart

Wer kennt es nicht, wenn auf dem Zeugnis steht: Kevin gibt sich Mühe

berritorre 06. Jun 2022 / Themenstart

Natürlich kosten Journalisten Geld. Und guter Journalismus ist sicher sein Geld wert...

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