Was verdient Google an den Verlagen?

Google selbst verweist auf eine Studie des Webseitenoptimierers Sistrix aus dem Jahr 2019, wonach journalistische Inhalte für Google nicht sehr relevant sind.

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Von den rund 53 Millionen untersuchten Suchbegriffen war demnach nur bei 132.772 Suchbegriffen der Fall, "dass die organischen Suchergebnisse journalistisch geprägt sind und zusätzlich Anzeigen eingeblendet werden. Damit sind nur 0,25 Prozent der journalistisch geprägten Suchbegriffe für Google kommerziell auch relevant." Das dürfte unter anderem auch daran liegen, dass auf dem Dienst Google News ohnehin keine Anzeigen geschaltet werden.

Forderung von 420 Millionen Euro

Allerdings rückt Google bis heute keine eigenen Zahlen heraus, wie viel Umsatz und Gewinn mit dem Werbegeschäft in Deutschland gemacht wird und welcher Anteil daran auf journalistischen Inhalten beruht. Zudem hängt die Attraktivität einer Suchmaschine auch davon ab, wie viele Inhalte dort zu finden sind. Würde Google keine Medieninhalte anzeigen, würden die Nutzer eher zur Konkurrenz wechseln. Wobei die Medien wiederum teilweise sehr viele Klicks verlören, wenn sie in den Google-Angeboten nicht zu finden wären.

Corint Media setzt natürlich seine Forderung maximal hoch an und verlangt eine Vergütung in Höhe von 420 Millionen Euro im Jahr. Google hingegen hat der Verwertungsgesellschaft nur 3,2 Millionen Euro angeboten. Allerdings gibt es immer noch keine offiziellen Verhandlungen, sondern lediglich Gespräche. Letzteres gilt auch für Facebook, das überhaupt keine Lizenzgebühren zahlen will.

Geringe Einnahmen, hohe Anwaltskosten

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Verklagt wurde hingegen Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing. Während die Verwertungsgesellschaft angeblich 20 Millionen Euro forderte, wollte der US-Konzern nur 700.000 Euro zahlen. Die mit den juristischen Streitigkeiten verbundenen Anwaltskosten haben im vergangenen Jahr daher wieder zu einem hohen Minus bei Corint Media geführt. Denn bislang hat offenbar nur eine Tochterfirma des Axel-Springer-Verlags, Upday, einen Lizenzvertrag mit Corint Media geschlossen.

Einnahmen in Höhe von 49.000 Euro standen Ausgaben in Höhe von 2,2 Millionen Euro gegenüber. Seit 2014 hat die Verwertungsgesellschaft mehr als 18 Millionen Euro dafür ausgegeben, das Leistungsschutzrecht juristisch durchzusetzen. Die geringen Einnahmen zwischen 2014 und 2019 mussten sogar zurückgezahlt werden, weil die deutsche Regelung vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) für unzulässig erkannt wurde. Ausgenommen davon war nur eine Einmalzahlung der Deutschen Telekom für das damalige Firmenportal T-Online.de in Höhe von 700.000 Euro.

Corint Media verteidigt die Ausgaben mit den Worten: "Unsere Rechteinhaber investieren in diese Durchsetzung und wissen, dass es sich um eine Investition handelt, die einen Zukunftsmarkt für Verlage schaffen wird, nachdem die beiden wichtigsten Märkte - Anzeigen und Vertrieb - beständig erodieren."

Zudem hat Sache mit Googles ENP mehrere Haken.

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 Ein Jahr Leistungsschutzrecht: Der immerwährende Kampf um die Google-MillionenEinnahmen über News Showcase deutlich höher 
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janlange 07. Jun 2022 / Themenstart

Es mag vielleicht nicht "legal" sein. Aber hier stimmt der Geldfluss komplett. Der...

Sharra 06. Jun 2022 / Themenstart

Glaube ich dir aufs Wort.

Extrawurst 06. Jun 2022 / Themenstart

Wer kennt es nicht, wenn auf dem Zeugnis steht: Kevin gibt sich Mühe

berritorre 06. Jun 2022 / Themenstart

Natürlich kosten Journalisten Geld. Und guter Journalismus ist sicher sein Geld wert...

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