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Ein Jahr Digitalministerium: Jetzt muss Wildberger liefern

Im Mai 2025 hat Karsten Wildberger sein Amt als Digitalminister angetreten. Spätestens im nächsten Jahr muss sein Haus erfolgreiche Produkte abliefern.
/ Friedhelm Greis
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Das Bundesdigitalministerium sitzt inzwischen in der Berliner Friedrichstraße. (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Das Bundesdigitalministerium sitzt inzwischen in der Berliner Friedrichstraße. Bild: Friedhelm Greis/Golem
Inhalt
  1. Ein Jahr Digitalministerium: Jetzt muss Wildberger liefern
  2. EUDI-Wallet und Deutschland-App auf dem Weg
  3. Kein Widerstand gegen Überwachungspläne

Seine Ernennung war die größte Überraschung zum Start der Bundesregierung vor einem Jahr. Die Personalie Karsten Wildberger hatten nur sehr wenige Personen auf dem Schirm.

Der Chef der Elektronikmärkte Saturn und Mediamarkt sollte neuen Schwung in die stockenden IT-Projekte der Bundesregierung bringen und nebenbei ein neues Ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) aufbauen. Richtig messbar ist sein Erfolg aber bislang noch nicht.

Mit der Ernennung Wildbergers ging Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) durchaus ein Risiko ein. Denn ein Ministerium lässt sich nicht führen wie ein Unternehmen. Minister kommen und gehen. Die verantwortlichen Beamten, vor allem in der mittleren Ebene, bleiben hingegen auf ihren Posten.

Gerade in der Digitalisierungspolitik fehlte es in den Häusern häufig an eigener Kompetenz, was durch teure Berater ausgeglichen werden sollte. Die sogenannte IT-Konsolidierung des Bundes war jahrelang ein teures Trauerspiel.

Arbeitsmethoden aus der Wirtschaft

Von daher dürfte es ein Vorteil gewesen sein, dass Wildberger das Ministerium neu aufbauen sollte. Natürlich übernahm er dazu etliche Abteilungen aus anderen Ministerien. Aber er konnte von Anfang an versuchen, seine ihm aus der Wirtschaft vertrauten Arbeitsmethoden umzusetzen.

Einem Spiegel-Bericht(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge ließ eine Stabsstelle für "Ziel- und Wirkungssteuerung" einrichten und seine Mitarbeiter in Managementmethoden wie OKR (Objectives and Key Results) schulen. Damit sollten die Arbeitsergebnisse messbarer werden.

Medienberichten zufolge interessiert sich Wildberger auch für Details, beispielsweise beim Glasfaserausbau, bei der Entwicklung der EUDI-Wallet oder des Deutschland-Stacks. Fortschrittsberichte lasse er sich im Zwei-Wochen-Abstand vorlegen. Laut Spiegel entschieden sich Mitarbeiter bereits wieder, in ihre früheren Ministerien zurückzukehren.

Zuletzt servierte Wildberger die beamtete Staatssekretärin Luise Hölscher ab, die aus dem Finanzministerium kam. "Es hat einfach nicht gepasst", sagte ein hoher Ministeriumsmitarbeiter dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zu der Personalie. Hölscher habe die ambitionierten Ziele des Ministers nicht erfüllt.

Zu finden sind diese in einem "Zielbild", das das Ministerium veröffentlichte(öffnet im neuen Fenster). "Nur mit einer neuen Arbeitsweise, einer neuen Form von Politik, wird es möglich sein, die Verstrickungen der Gegenwart aufzulösen und den Beton abzubauen, der sich über Jahrzehnte etabliert hat", heißt es darin. Deutschland habe sich "verknotet", das Ministerium wollen diesen Knoten entflechten.

Konkretere Pläne legte Wildberger Mitte April 2026 in einer Fragestunde des Bundestags dar(öffnet im neuen Fenster).


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