Eigenes Netz: Deutsche Bahn will eigene Mobilfunkmasten aufstellen
Die Deutsche Bahn prüft, entlang der Gleise mit schwacher oder nicht vorhandener Mobilfunkversorgung selbst ein Netz aufzubauen. Das berichtet die Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Sabina Jeschke, die Technik- und Digitalisierungsvorständin der Deutschen Bahn. Eigene Sende- und Empfangsmasten könnten aufgestellt werden.
"Wenn die Kunden gute Mobilfunkverbindungen haben wollen, müssen wir sie ihnen anbieten", sagte Jeschke der Wirtschaftswoche. Für den Mobilfunk seien die Netzbetreiber verantwortlich. Doch sollte in Verhandlungen zwischen der Bahn und den Unternehmen keine Verbesserung erreicht werden können, müsse die Bahn "auch über unkonventionelle" Wege nachdenken, sagte die studierte Informatikerin, die Professorin an der RWTH Aachen(öffnet im neuen Fenster) ist.
Bahn: Verlassen wir uns auf Vodafone, Deutsche Telekom und O2?
Für Jeschke sei die zentrale Frage: "Verlassen wir uns auf Vodafone, Deutsche Telekom und O2 – oder müssen wir selbst die Initiative ergreifen?" Dabei ist fraglich, in welchem Frequenzbereich die Bahn eine eigene Mobilfunkversorgung aufbauen will. Im freien 5-GHz-Bereich ist eine Versorgung entlang der Strecke technisch offenbar nicht möglich. Denkbar ist jedoch eine eigene Mobilfunkversorgung der Bahn in Kooperation mit den Netzbetreibern, denen die Frequenzen gehören. Dafür müssten Verträge für die Mitnutzung durch die Bahn geschlossen werden.
Laut dem Chip-Netztest vom November 2017 ist die Netzqualität im Zug bei allen drei Netzbetreibern und der Deutschen Bahn nicht ausreichend.
Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte auf der Cebit im Jahr 2016 erklärt, dass die Bahnstrecken von genügend Funktürmen ausgeleuchtet werden müssten. "29.000 Kilometer sind nicht ausgeleuchtet", sagte Grube.
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