Eigene Firma: Googles autonome Autos sollen Geld verdienen

Google will sein Geschäft mit autonomen Autos in eine eigenständige Firma ausgliedern. Doch das genaue Geschäftsmodell will der IT-Konzern noch nicht verraten.

Artikel veröffentlicht am ,
Google will seine autonomen Autos in eine eigene Firma ausgliedern.
Google will seine autonomen Autos in eine eigene Firma ausgliedern. (Bild: Elijah Nouvelage/Reuters)

Googles Entwicklungssparte für autonomes Fahren steht offenbar vor einer vollständigen Ausgliederung aus der Forschungsabteilung X des Mutterkonzerns Alphabet. Bereits seit Beginn dieses Jahres würden die Finanzen der Autosparte separat geführt, sagte X-Chef Astro Teller am Mittwoch auf einer Veranstaltung des Wall Street Journals in Laguna Beach, USA. Derzeit komplettiere das Team eine Reihe von betrieblichen und rechtlichen Schritten für ein eigenständiges Geschäft. Einen genauen Termin für die Ausgründung nannte Teller hingegen nicht.

Stellenmarkt
  1. Testingenieur für Testautomatisierung an Prüfständen (m/w/d)
    Bertrandt Ingenieurbüro GmbH, Wolfsburg, Hamburg, Leipzig, Magdeburg
  2. Referent (m/w/d) Anwendung im Team IT-Steuerung
    Taunus Sparkasse, Frankfurt am Main
Detailsuche

Der Chef der sogenannten Moonshot-Projekte bei Google X Laboratories machte dem Bericht zufolge keine Angaben über das Geschäftsmodell der neuen Firmentochter. Als eigenständiges Unternehmen müsse die Autosparte vermutlich bald Umsätze erzielen, vermutet das Wall Street Journal. Gewinne würden zunächst wohl nicht erwartet. "Es wird in Zukunft sowohl Autos geben, die an Menschen verkauft werden, als auch Autos, die von Menschen geteilt genutzt werden. Alphabet hat seine eigenen Ideen, was wir davon machen werden", sagte Teller. Derzeit konzentriere sich das Unternehmen auf das Thema Sicherheit.

Schönwetter-Autos auf guten Straßen

Prinzipiell will Google aber an seinem revolutionären Konzept festhalten und von Beginn an autonom fahrende Autos verkaufen. "Man drückt einen Knopf und sagt dem Auto, wohin man fahren will", erläuterte Teller. Andere Hersteller wollen zunächst hoch- und vollautomatisierte Fahrzeuge auf den Markt bringen, die nur in bestimmten Verkehrssituation wie auf der Autobahn das Steuer übernehmen können.

Dennoch will sich Google dem Einsatz der Fahrzeuge auf anderer Ebene evolutionär nähern. So könnten die Autos schrittweise in immer mehr Städten zum Einsatz kommen. Beginnen würde Google mit Städten, die besonders geeignete Straßen und Wetterbedingungen für autonome Autos hätten. Anschließend könnten die Autos dann unter schwierigeren Bedingungen eingesetzt werden. "Jedes andere Unternehmen, das vernünftig agiert, würde vermutlich dasselbe tun: eingeschränkte Bedingungen für einen Roll-out herausfinden, um sicher Erfahrungen sammeln zu können", sagte Teller. Den autonomen Autos müsse das Fahren genauso wie einem menschlichen Fahranfänger nach und nach beigebracht werden.

Offenbar Streit über Auto-Pläne

Golem Karrierewelt
  1. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    12./13.12.2022, virtuell
  2. Automatisierung (RPA) mit Python: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    02./03.03.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Schon die Berufung von John Krafcik zu Googles Autochef im vergangenen Jahr war als Zeichen für eine Ausgründung der Sparte gesehen worden. Im vergangenen April hatte Teller zudem gesagt, die selbstfahrenden Autos seien "kurz davor, von X befördert zu werden".

Seitdem haben aber wichtige Manager das vor sieben Jahren gestartete Projekt verlassen. Neben Entwicklungschef Chris Urmson sollen auch der Hauptentwickler für die Software für autonomes Fahren, Jiajun Zhu, und Softwareentwickler Dave Ferguson nicht mehr dabei sein. Hintergrund für die Abgänge könnte der Streit über die Ausrichtung des Projekts sein. Im vergangenen Mai hatte Google angekündigt, rund 100 Testwagen von Fiat Chrysler mit der Fahrzeugtechnik auszustatten.

Andere Hersteller befürchten jedoch, durch eine Partnerschaft mit Google zu einer Art Zulieferer degradiert zu werden, der vom Know-how des IT-Konzerns abhängig ist. Aus diesem Grund hatten die deutschen Autohersteller BMW, Daimler und Audi im vergangenen Jahr den Kartendienst Here übernommen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Twitter
Was bisher bei Elon Musks Twitter 2.0 geschah

Nach der Twitter-Übernahme durch Elon Musk ist klar: Das Netzwerk hat wesentlich weniger Mitarbeiter. Es ist aber noch viel mehr passiert.
Ein Bericht von Oliver Nickel

Twitter: Was bisher bei Elon Musks Twitter 2.0 geschah
Artikel
  1. Responsible Disclosure: Obi macht das Melden einer Sicherheitslücke schwer
    Responsible Disclosure
    Obi macht das Melden einer Sicherheitslücke schwer

    Ein Sicherheitsforscher hat eine Lücke bei mehreren Unternehmen und Stadtverwaltungen gemeldet. Obi machte es ihm besonders schwer.

  2. Telefónica: Warum der LTE-Ausbau in der U-Bahn so lange dauert
    Telefónica
    Warum der LTE-Ausbau in der U-Bahn so lange dauert

    Seit August 2010 laufen in Deutschland LTE-Netze. Nun wird 5G langsam wichtiger, doch die Berliner U-Bahn ist noch immer nicht für alle mit 4G versorgt.

  3. Sono Motors: Solarauto Sion steht vor dem Aus
    Sono Motors
    Solarauto Sion steht vor dem Aus

    Sono Motors hat nicht mehr genug Geld für den Aufbau der Serienproduktion des Solarautos Sion. Nun soll die Community finanziell helfen. Mal wieder.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bei Amazon • Samsung SSDs bis -28% • Rabatt-Code für ebay • Logitech Mäuse, Tastaturen & Headsets -53% • HyperX PC-Peripherie -56% • Google Pixel 6 & 7 -49% • PS5-Spiele günstiger • Tiefstpreise: Palit RTX 4080 1.369€, Roccat Kone Pro 39,99€, Asus RTX 6950 XT 939€ [Werbung]
    •  /