Eigene Firma: Googles autonome Autos sollen Geld verdienen

Google will sein Geschäft mit autonomen Autos in eine eigenständige Firma ausgliedern. Doch das genaue Geschäftsmodell will der IT-Konzern noch nicht verraten.

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Google will seine autonomen Autos in eine eigene Firma ausgliedern.
Google will seine autonomen Autos in eine eigene Firma ausgliedern. (Bild: Elijah Nouvelage/Reuters)

Googles Entwicklungssparte für autonomes Fahren steht offenbar vor einer vollständigen Ausgliederung aus der Forschungsabteilung X des Mutterkonzerns Alphabet. Bereits seit Beginn dieses Jahres würden die Finanzen der Autosparte separat geführt, sagte X-Chef Astro Teller am Mittwoch auf einer Veranstaltung des Wall Street Journals in Laguna Beach, USA. Derzeit komplettiere das Team eine Reihe von betrieblichen und rechtlichen Schritten für ein eigenständiges Geschäft. Einen genauen Termin für die Ausgründung nannte Teller hingegen nicht.

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Der Chef der sogenannten Moonshot-Projekte bei Google X Laboratories machte dem Bericht zufolge keine Angaben über das Geschäftsmodell der neuen Firmentochter. Als eigenständiges Unternehmen müsse die Autosparte vermutlich bald Umsätze erzielen, vermutet das Wall Street Journal. Gewinne würden zunächst wohl nicht erwartet. "Es wird in Zukunft sowohl Autos geben, die an Menschen verkauft werden, als auch Autos, die von Menschen geteilt genutzt werden. Alphabet hat seine eigenen Ideen, was wir davon machen werden", sagte Teller. Derzeit konzentriere sich das Unternehmen auf das Thema Sicherheit.

Schönwetter-Autos auf guten Straßen

Prinzipiell will Google aber an seinem revolutionären Konzept festhalten und von Beginn an autonom fahrende Autos verkaufen. "Man drückt einen Knopf und sagt dem Auto, wohin man fahren will", erläuterte Teller. Andere Hersteller wollen zunächst hoch- und vollautomatisierte Fahrzeuge auf den Markt bringen, die nur in bestimmten Verkehrssituation wie auf der Autobahn das Steuer übernehmen können.

Dennoch will sich Google dem Einsatz der Fahrzeuge auf anderer Ebene evolutionär nähern. So könnten die Autos schrittweise in immer mehr Städten zum Einsatz kommen. Beginnen würde Google mit Städten, die besonders geeignete Straßen und Wetterbedingungen für autonome Autos hätten. Anschließend könnten die Autos dann unter schwierigeren Bedingungen eingesetzt werden. "Jedes andere Unternehmen, das vernünftig agiert, würde vermutlich dasselbe tun: eingeschränkte Bedingungen für einen Roll-out herausfinden, um sicher Erfahrungen sammeln zu können", sagte Teller. Den autonomen Autos müsse das Fahren genauso wie einem menschlichen Fahranfänger nach und nach beigebracht werden.

Offenbar Streit über Auto-Pläne

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Schon die Berufung von John Krafcik zu Googles Autochef im vergangenen Jahr war als Zeichen für eine Ausgründung der Sparte gesehen worden. Im vergangenen April hatte Teller zudem gesagt, die selbstfahrenden Autos seien "kurz davor, von X befördert zu werden".

Seitdem haben aber wichtige Manager das vor sieben Jahren gestartete Projekt verlassen. Neben Entwicklungschef Chris Urmson sollen auch der Hauptentwickler für die Software für autonomes Fahren, Jiajun Zhu, und Softwareentwickler Dave Ferguson nicht mehr dabei sein. Hintergrund für die Abgänge könnte der Streit über die Ausrichtung des Projekts sein. Im vergangenen Mai hatte Google angekündigt, rund 100 Testwagen von Fiat Chrysler mit der Fahrzeugtechnik auszustatten.

Andere Hersteller befürchten jedoch, durch eine Partnerschaft mit Google zu einer Art Zulieferer degradiert zu werden, der vom Know-how des IT-Konzerns abhängig ist. Aus diesem Grund hatten die deutschen Autohersteller BMW, Daimler und Audi im vergangenen Jahr den Kartendienst Here übernommen.

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