Eigene Cloud: E-Mails nach Hause holen

E-Mails sollten zu Hause aufbewahrt werden und nicht auf den Servern der Provider. Wir erklären die Installation eines eigenen Imap-Servers. Der kann auf unserem Debian-Server laufen, dessen Einrichtung wir bereits beschrieben haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Wir haben unseren Cloud-Server um einen Imap-Server erweitert.
Wir haben unseren Cloud-Server um einen Imap-Server erweitert. (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Ein eigener Imap-Server zu Hause hat einen wichtigen Vorteil: Wir haben selbst Kontrolle darüber, wer unsere E-Mails lesen kann. Es gibt aber noch weitere Vorzüge, etwa dass unser E-Mail-Server die E-Mails von unseren zahlreichen Konten abholt und zentral sammelt. Dadurch lassen sie sich später besser archivieren. Wir erklären, wie ein solcher Imap-Server unter Debian aufgesetzt werden kann. Als Basis dient der Artikel "Daten nach Hause holen", in dem wir die Installation freier Dropbox-Alternativen beschrieben haben.

Inhalt:
  1. Eigene Cloud: E-Mails nach Hause holen
  2. Konfiguration des Imap-Servers
  3. Fetchmail einrichten

Es gibt aber auch einige Nachteile, die wir nicht verschweigen wollen: Zum einen sollte der Server daheim auch über das Internet erreichbar sein. Dazu brauchen wir eine dynamische Domain und unser Router muss das verschlüsselte Imaps-Protokoll an den Server weiterleiten können. Dazu kommt der Mehraufwand der Pflege, denn mit jedem offenen Port vergrößert sich auch die Angriffsfläche unseres Servers. Zwar befindet sich unser Server hinter der Firewall des Routers, er sollte dennoch stets auf den aktuellen Stand gebracht werden, um Sicherheitslücken zu schließen.

Bewährte Kombination

Wir verwenden eine seit Jahren erprobte Kombination aus Postfix, Dovecot und Fetchmail. Es gibt zahlreiche weitere Möglichkeiten und andere Software, darunter der Imap-Server Courier, der aber etwas komplizierter zu konfigurieren ist. Dafür gibt es zahlreiche How-tos im Internet. Für Einsteiger ist die oben genannte Kombination aber empfehlenswert. Persönliche Erfahrungen haben gezeigt, dass es kaum Probleme gibt, wenn Dovecot einmal läuft. Dieser Imap-Server ist äußerst robust.

Bleibt noch die Frage nach der Sicherheit und der Verschlüsselung. Wir speichern unsere E-Mails in unserem Home-Ordner, den wir wahlweise bei der Einrichtung des Cloud-Servers verschlüsselt haben. Solange das Verzeichnis eingehängt ist und der Server läuft, ist die Partition aber lesbar und muss es auch sein. Dann sind die E-Mails ebenfalls vom Administrator, vom Benutzer und möglichen Einbrechern einzusehen. Ohnehin sollten E-Mails mit kritischem Inhalt lieber mit PGP oder S/Mime im Client verschlüsselt werden. Dann können sie nur vom Empfänger oder vom Nutzer selbst gelesen werden. Für eine verschlüsselte Verbindung zwischen Client und Imap-Server verwenden wir wieder unsere eigenen Zertifikate. Einige Clients lassen sich damit nur mit einem Mehraufwand konfigurieren.

Pakete installieren

Stellenmarkt
  1. Java / Java Script Software Entwickler (m/w/x)
    über grinnberg GmbH, Wiesbaden
  2. Software-Engineer (m/w/d) Linux Embedded
    eSystems MTG GmbH, Wendlingen
Detailsuche

Wir beginnen mit der Installation der benötigten Pakete unter Debian 7.0. Dafür melden wir uns mit su als Root an. Zunächst richten wir Postfix mit apt-get install postfix ein. Bei der Abfrage nach der Art der Konfiguration wählen wir Internet mit Smarthost aus, da wir später unsere E-Mails mit Fetchmail abholen wollen. Als Namen für die System-E-Mail tragen wir die dynamische Domain ein, die wir bereits für unseren Cloud-Server gewählt haben. Die Zeile in der nächsten Abfrage nach dem SMTP-Relay-Server lassen wir komplett leer. Damit ist die Konfiguration von Postfix zunächst abgeschlossen.

Mit apt-get install dovecot-imapd installieren wir den Imap-Server Dovecot. Unter Umständen kann es dabei zu einem Fehler kommen, der mehrere Meldungen generiert, darunter Address family not supported by protocol. Demnach ist IPv6 auf dem Server nicht aktiviert. Mit modprobe ipv6 lässt sich das neue Internetprotokoll systemweit aktivieren und die Installation läuft nach einer erneuten Eingabe von apt-get install dovecot-imapd problemlos durch. Damit IPv6 auch nach einem Neustart des Servers wieder automatisch aktiviert wird, geben wir in der Konfigurationsdatei /etc/modules in einer neuen Zeile die Zeichenkette ipv6 ein. Anschließend geben wir noch sudo apt-get -f install ein, um die Konfiguration von IPv6 abzuschließen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Konfiguration des Imap-Servers 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


archy 20. Okt 2014

Hey, es gibt ein kleines Problem, wenn man fetchmail die emails über imap abholen lässt...

widdermann 30. Jun 2014

Ach und das geht per Brief nicht? Oder Telefon? Oder gar persönlich? DAS Argument zieht...

User_x 27. Jun 2014

ist halt die frage, die man sich sebst stellen muss. will man alles aus der hand geben...

DrFakkamann 27. Jun 2014

Wen zur Hölle interessiert bitte die Ökobilanz? WTF?!



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Storytelling
IT-Projekte beginnen mit guten Geschichten

Wer in Unternehmen über das Geld verfügt, versteht nicht unbedingt etwas von IT. Wie wir Vorgesetzte von Projekten überzeugen können.
Ein Ratgebertext von Felix Uelsmann

Storytelling: IT-Projekte beginnen mit guten Geschichten
Artikel
  1. US-Streaming: Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat
    US-Streaming
    Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat

    Netflix hat zunehmend Probleme, neue Abonnenten zu halten. Der Anteil an Neukunden, die nach einem Monat wieder kündigen, steigt.

  2. 3GAE & 3GAP: Samsungs 3-nm-Verfahren skaliert zweistufig
    3GAE & 3GAP
    Samsungs 3-nm-Verfahren skaliert zweistufig

    Höhere Performance, niedrigere Leistungsaufnahme, gestiegene Dichte: Samsung will bei der Halbleiterfertigung wieder vorne liegen.

  3. Rufus Beta 3.19: Installationstool umgeht Onlinekontozwang von Windows 11
    Rufus Beta 3.19
    Installationstool umgeht Onlinekontozwang von Windows 11

    Windows 11 ohne Microsoft-Konto installieren: In der Beta 3.19 von Rufus ist das wieder möglich. Das Tool kann auch andere Sperren umgehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RX 6800 679€ • Samsung SSD 2TB (PS5-komp.) 249,90€ • MindStar (Zotac RTX 3090 1.399€) • Nanoleaf günstiger • Alternate (TeamGroup DDR4-3600 16GB 49,99€, Be Quiet Silent Tower 159,90€) • iPhone SE (2022) günstig wie nie: 481,41€ • Switch OLED günstig wie nie: 333€ [Werbung]
    •  /