Ehrgeizige Ziele: Autonomes Fahren beunruhigt Tesla-Ingenieure

Elon Musks ehrgeizige Ziele für die Autopilot-Technik in den Tesla-Fahrzeugen bereiten einigen seiner Ingenieure große Sorgen, die sich in Warnungen, Streits und Kündigungen zeigen.

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Elon Musk
Elon Musk (Bild: Steve Jurvetson/CC-BY 2.0)

Elon Musk hatte im vergangenen Jahr angekündigt, dass neue Fahrzeuge des Unternehmens mit einem Hardware-Upgrade ausgerüstet sein werden, das es ihnen erlaubt, in Zukunft autonom zu fahren. Dies war offenbar ein wenig zu hoch gegriffen. Dem Chef des Autopilot-Teams, Sterling Anderson, wurde es offenbar zu viel. Zwei Monate nach der Ankündigung verließ er das Unternehmen. Nach einem Bericht des Wall Street Journals ist das kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten verließen mindestens zehn Ingenieure und vier Top-Manager das Unternehmen, darunter auch Andersons Nachfolger, der weniger als sechs Monate bei Tesla blieb.

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Teslas verfügen seit Oktober 2016 über die zweiten Generation der Autopilot-Hardware, die zur Orientierung im Verkehr mehr Kameras und weitere Sensoren nutzt. Teslas HW1- oder Hardware-1-Fahrzeuge verwenden Sensoren und Algorithmen von Mobileye.

Bei den neueren Fahrzeugen setzt das US-Unternehmen auf Bilderkennung und baut acht Kameras ein, die einen 360-Grad-Rundumblick mit bis zu 250 Metern Reichweite garantieren sollen. Die Reichweite der zwölf Ultraschallsensoren werde verdoppelt, hieß es in einem Blogbeitrag. Ein Frontradar soll sicherstellen, dass die Erkennung von Objekten auch bei schlechten Wetterverhältnissen wie Nebel oder starkem Regen möglich ist.

Entsprechende Technik wird auch von Ford, GM, Daimler, aber auch von Alphabets Waymo sowie Uber entwickelt. Die Entwickler stecken in dem Dilemma, dass Fahrer, die kaum noch etwas zu tun haben und die Fahrfunktion dennoch ständig überwachen müssen, schnell unaufmerksam und schläfrig werden. Bei Tests mit automatisiert fahrenden Autos ist es beispielsweise Ford aufgefallen, dass es Fahrern schwer fällt, auf Dauer aufmerksam zu sein und das Auto zu überwachen. Die von den Assistenzsystemen gesteuerte Fahrt sei so eintönig gewesen, dass die Fahrer sogar eingeschlafen seien, sagte Raj Nair, Leiter der Produktentwicklung bei Ford, der US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Entsprechend hoch sind die Hürden bei der Entwicklung teilautomatisiert fahrender Autos.

Der Entwicklungsdruck ist einigen Ingenieuren bei Tesla offenbar zu viel geworden. Sie warnen vor allem davor, dass mit dem Leben der Kunden gespielt werde, und diskutieren, wie viel Zeit man dem Fahrer geben müsse, um das Lenkrad wieder zu übernehmen, wenn die autonomen Fahrfunktionen eines Autos zum Beispiel nicht mehr funktionieren. Es würden auch Mechanismen fehlen, um sicherzustellen, dass der Fahrer konzentriert bleibe. Warnungen, dass das Produkt nicht fertig sei, werden offenbar nicht ernst genug genommen.

Bis Ende dieses Jahres plant Musk, ein Auto zu zeigen, das von Los Angeles nach New York ohne Zutun des Fahrers fährt.

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Stepinsky 02. Sep 2017

Und da Elon Musk persönlich die Algorithmen entwickelt, hat er natürlich mehr Erfahrung...

Stepinsky 02. Sep 2017

Und was machst du, wenn das Auto gar nicht feststellt, dass es überfordert ist...

Stepinsky 02. Sep 2017

Sehr schönes Beispiel: eine Kutsche zu steuern brauchte eine andere Kompetenz. Sie wurde...

Kondratieff 29. Aug 2017

Interessant! Danke für die Info. Wieder was gelernt :D

plutoniumsulfat 28. Aug 2017

Das macht trotzdem kein Leben wertvoller oder wertloser als ein anderes.


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