Zum Hauptinhalt Zur Navigation

ehemaliger Microsoft-Entwickler: "Windows ist Mist."

Youtuber Dave Plummer findet Telemetriedaten, Werbung und Kontozwang in Windows 11 gar nicht gut. Sein Vorschlag: Ein Windows-Profimodus.
/ Oliver Nickel
134 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Dave Plummer steht mit seiner Meinung sicher nicht allein da. (Bild: Pixabay.com)
Dave Plummer steht mit seiner Meinung sicher nicht allein da. Bild: Pixabay.com / Pixabay-Inhaltslizenz

Der ehemalige Microsoft-Entwickler Dave Plummer von Daves Garage hat in einem neuen Video(öffnet im neuen Fenster) seine Message direkt an den Anfang gestellt. "Windows ist Mist" , sagt er. Ihm ist das Betriebssystem im aktuellen Zustand vor allem zu intransparent und nicht flexibel genug. Er hat das Gefühl, dass vor allem Power-User, die sich mit spezifischen Dingen in Windows auskennen und damit experimentieren, in Windows 11 zu kurz kommen.

"Die Gespräche sollten sich heute um Power User drehen, da sie den Ton angeben" , sagt Plummer. "Sie sind diejenigen, die Freunde um Rat bitten, die Fragen auf Arbeit beantworten und die auf Reddit und X das Narrativ vorgeben." Plummer schlägt deshalb einen Professional-Modus in Windows 11 vor. Das Betriebssystem sollte über einen systemweiten Schalter in einen Zustand versetzt werden, der Power-Usern diverse Möglichkeiten bietet.

Drei Dinge sollten sich laut Plummer anschließend verändern. Windows sollte präzise werden und sich kurzfassen, also etwa keine Appvorschläge mehr unterbreiten oder Websuchen in der lokalen Appsuche mehr anzeigen. Zweitens sollten sich Windows-Einstellungsmöglichkeiten an einem Platz finden. "Wenn etwas innerhalb der Systemeinstellungen geändert werden kann, dann soll dieses Feature auch dort zu finden sein und denselben Umfang haben wie das Pendant in der alten Systemsteuerung. Keine Schnitzeljagd mehr!"

Als dritten Punkt nennt Plummer bessere Werkzeuge in Windows. So sollte Windows Terminal zur Standard-Kommandozeilen-App werden und der Paketmanager Winget als First-Party-Tool in Windows integriert werden. Andere Features wie Open SSH, tar, curl, grep und Co. sollten stets verfügbar sein.

Telemetrie, Werbung und Kontozwang

Diese Dinge sind für Plummer nur "die Spitze des Eisbergs" . Probleme mit Windows 11 werden dabei in drei oder vier kleinere Bereiche aufgeteilt: Das Sammeln von Telemetriedaten, der Microsoft-Accountzwang, Unterbrechungen durch Windows-Updates und "Das Gefühl, dass der Desktop der einzige unmonetarisierte Platz ist, der leere Bereiche hasst."

Das Problem der Telemetriedaten sieht Plummer erst einmal als notwendig an. Entwickler müssten schließlich durch Userdaten erfahren können, welche Fehler das Betriebssystem hat und wie diese möglicherweise behoben werden können. Plummer fehlt aber ein systemweiter Datenbericht, in den alle an Microsoft gesendete Pakete eingetragen und beschrieben werden. User sollen so stets wissen dürfen, welche Daten das OS an den Konzern sendet und warum. Auch könnte der Bericht auf eine Dokumentation verweisen, um User selbst bei der Fehlersuche zu unterstützen.

Zusätzlich soll Windows wieder die klare Option geben, das OS auch mit einem lokalen Account einrichten zu können. Plummer sieht dabei auch die klaren Vorteile eines Microsoft-Kontos – etwa die Möglichkeit der 2FA-Authentifizierung. Allerdings fühlen sich User durch den bei Windows 11 durchgesetzten Onlinezwang bedrängt. "Lasst uns wieder dahin zurückkehren, Agenden nicht mit Präferenzen zu verwechseln" , sagt er.

Windows Update mit zwei Kerneln

Für das Problem mit Windows-Updates sieht Plummer im vorgeschlagenen Pro-Modus ein unterschiedliches Verhalten vor. Windows soll nicht mehr neu starten, wenn User gerade auf dem OS arbeiten. Es sollen keine Updates ohne Vorwarnung eingespielt werden, die auf einmal neue Features und ein verändertes User-Interface einführen. Zudem sollen in klarer Sprache Abhängigkeiten angezeigt werden, die von einem Update beeinflusst werden können.

Plummer stellt sich bei Updates ein Zwei-Kernel-System vor: Läuft Windows mit einem neuen Update instabil, kann es direkt mit wenig Aufwand auf das letzte funktionierende Update zurückspringen. Ähnlich funktioniert es nach seinen Erfahrungen bereits im Rechenzentrumsbereich, wo Ausfälle zum finanziellen Ruin führen können.

Das vierte Problem sieht Plummer im Windows-Trend, überall Werbung und Empfehlungen einzublenden. "Das OS fühlt sich wie ein Verkaufskanal für alle anderen Microsoft-Produkte an" , sagt der ehemalige Microsoft-Entwickler. In einem möglichen Pro-Modus könnte das alles abgeschaltet werden. Plummer ergänzt: "Vertrauen ist wertvoller als jede Klickdurchsatzrate" .


Relevante Themen