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Effizienzgewinne: KPMG drückt Prüfungsgebühren mit KI-Argument

KPMG hat ihren Wirtschaftsprüfer Grant Thornton zu einer Preissenkung gedrängt – mit der Begründung, dass KI die Kosten für Audits senken solle.
/ Andreas Donath
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KPMG-Niederlassung (Bild: KPMG)
KPMG-Niederlassung Bild: KPMG

KPMG verlangt von ihrem Wirtschaftsprüfer Grant Thornton UK, dass Kosteneinsparungen durch KI-Implementierung sich in niedrigeren Gebühren widerspiegeln sollten. Nach Angaben von Insidern deutete KPMG sogar einen Wechsel des Wirtschaftsprüfers an, falls Grant Thornton keiner deutlichen Reduzierung zustimmen würde, berichtet die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) .

Die Verhandlungen fanden im vergangenen Jahr statt. Obwohl die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften erhebliche Ressourcen in KI-Tools investierten, um die Prüfungsplanung zu optimieren und Routineprozesse zu automatisieren, bleibt fraglich, ob sie diese Effizienzgewinne an Kunden weitergeben werden. Daten von Ideagen Audit Analytics(öffnet im neuen Fenster) , die Offenlegungen börsennotierter Unternehmen überwachen, zeigen, dass Prüfungsgebühren generell weiter gestiegen sind, obwohl Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in KI-Technologien investieren.

Grant Thornton prüft KPMG International, die in Großbritannien ansässige Dachorganisation, die die unabhängigen, lokal geführten KPMG-Partnerschaften weltweit koordiniert.

KI-Technologie und Prüfungskomplexität

Während der Verhandlungen argumentierte KPMG International laut FT, dass Grant Thornton KI und andere neue Technologien nutzen sollte, um die operative Effizienz zu verbessern. Die Firma machte zudem geltend, dass ihre Finanzunterlagen relativ unkompliziert seien und die mehrjährige Geschäftsbeziehung Grant Thornton bereits erhebliches Wissen über das Unternehmen verschafft habe.

Die im Januar beim britischen Companies House eingereichte Dokumente zeigen laut FT, dass Grant Thornton einer niedrigeren Gebührenstruktur zustimmte.

Laut der Einreichung zahlte KPMG International 357.000 US-Dollar für die Prüfung 2025 gegenüber 416.000 US-Dollar im Jahr 2024.

Die Verhandlungen zwischen KPMG und ihrem Wirtschaftsprüfer könnten andere Unternehmen ermutigen, ähnliche Gebührensenkungen von ihren Wirtschaftsprüfern zu verlangen.


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