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Effizienz: Emissionen der Luftfahrt ließen sich fast sofort halbieren

Ohne Wasserstoff , ohne Elektroantrieb, sondern allein durch den bestmöglichen Einsatz der vorhandenen Technik kann die Luftfahrt deutlich sauberer werden.
/ Mario Petzold
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Zu leere Flugzeuge und zu alte Flotten belasten die CO2-Bilanz der Luftfahrt. (Bild: Getty Images/David Gray)
Zu leere Flugzeuge und zu alte Flotten belasten die CO2-Bilanz der Luftfahrt. Bild: Getty Images/David Gray

Die Analyse von 27 Millionen Flügen zwischen 26.000 Städten mit 3,5 Milliarden Passagieren durch die eine Forschungsgruppe der University of Oxford(öffnet im neuen Fenster) , Großbritannien, zeigt, dass Flugzeuge und deren Kapazität sehr ineffizient eingesetzt werden. Die Studie, die in Nature Communications Earth & Environment(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht wurde, legt dar, dass bis zu 75 Prozent der Emissionen der weltweiten Luftfahrt eingespart werden könnten.

Dafür muss weder revolutionäre Technik eingesetzt noch müssen Verbote ausgesprochen oder Preise angehoben werden. Stattdessen werden lediglich drei entscheidende Maßnahmen empfohlen.

Im Idealfall so viel CO 2 wie ein sparsamer Verbrenner

Würden lediglich die Flugzeuge eingesetzt, die derzeit am effizientesten sind, gehobene Klassen bei den Sitzplätzen entfernt und bei Flügen auf eine Auslastung von mindestens 95 Prozent geachtet, könnten der Studie zufolge 50 bis 75 Prozent der Emissionen gespart werden.

Die Arbeitsgruppe kam zu dem Schluss, dass bei den ineffizientesten Flügen 900 g CO 2 pro km und Passagier ausgestoßen werden. In den besten Szenarien sind es dagegen 30 g, was ungefähr einem voll besetzten Pkw mit Verbrennungsmotor entspricht. 900 g entsprechen dagegen einem mittelgroßem, voll beladenem Lkw mit einer Person an Bord.

Jede Maßnahme wirkungsvoll

Kämen nur noch die aktuell effizientesten Flugzeuge zum Einsatz, eine Boeing 787-9 oder ein Airbus A321 neo, könnten bis zu 28 Prozent eingespart werden. Bis die weltweite Flotte jedoch auf diese Typen oder noch effizientere Nachfolgemodelle umgestellt ist, werden noch Jahrzehnte vergehen.

Vermutlich noch wirksamer wäre die Streichung von Business- und First-Class-Sitzen. Auf diesen Plätzen liegt der CO 2 -Ausstoß teils beim Fünffachen im Vergleich zu den normalen Sitzen. Die Abschaffung könnte 22 bis 57 Prozent der Emissionen einsparen.

Die Auslastungsquote von Flügen liegt im weltweiten Durchschnitt bei 79 Prozent. Bei den untersuchten Flügen fanden sich aber auch Quoten von 20 Prozent. Eine Anhebung auf durchschnittlich 95 Prozent würde laut der Untersuchung noch einmal 16 Prozent der Emissionen einsparen.

Signifikante Auswirkungen

Dass alle Maßnahmen umgesetzt werden, erscheint dem Autorenteam der Studie wenig wahrscheinlich. Würden aber alle Fluggesellschaften ihre effizientesten Flugzeuge, über die sie bereits verfügen, auf den Strecken einsetzen, die sie bereits bedienen, könnten im Grunde sofort 11 Prozent der Emissionen gespart werden.

Bei einem weltweiten CO 2 -Ausstoß von 1 Milliarde Tonnen ergäbe allein diese Sofortmaßnahme eine Einsparung von 110 Millionen Tonnen, was den durchschnittlichen Emissionen von 25 Millionen Menschen entspricht. Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt(öffnet im neuen Fenster) legen jedoch nahe, dass die Wirkung auf die Erderwärmung durch den Ausstoß in großer Höhe dreimal so stark ist wie auf dem Erdboden.

Dem Forschungsteam zufolge wäre es am effektivsten, den CO 2 -Ausstoß entsprechend zu besteuern, um die Einsparungen lohnenswert zu machen.


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