EFF: Elite-Unis gründen offenbar Patenttroll

Universitäten wie Columbia, Harvard oder Yale wollen gemeinsam ihre Patente durchsetzen. Die EFF warnt vor einem klassischen Patenttroll.

Artikel veröffentlicht am ,
Die EFF wirft den Universitäten vor, einen Patenttroll zu gründen.
Die EFF wirft den Universitäten vor, einen Patenttroll zu gründen. (Bild: Ysingrinus/Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Die auf Technik- und IT-Themen spezialisierte US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat eine Recherche zu einem Konsortium veröffentlicht, das zusammen 15 teils sehr namhafte Universitäten gegründet haben. Der einzige Zweck dieser Organisation ist laut der EFF die Lizenzierung und Durchsetzung der an den Universitäten entstandenen Patente. Der Aufbau und Zweck erinnert die EFF jedoch an einen Patenttroll.

Stellenmarkt
  1. Senior Projekt Manager mit Schwerpunkt Projekt Support (m/w/d)
    BWI GmbH, München
  2. IT Systemadministrator Windows (m/w/d)
    GGEW GRUPPEN- GAS- UND ELEKTRIZITÄTSWERK BERGSTRASSE AKTIENGESELLSCHAFT, Bensheim
Detailsuche

Als Patenttrolle werden Unternehmen bezeichnet, deren einziger Zweck das Halten und Lizenzieren von Patenten ist. Dies geschieht aber explizit nicht, um mit den geschützten Erfindungen eigene Produkte herzustellen. Vielmehr verdienen sie allein an den Lizenzen, die sie auf die Schutzrechte in ihrem Portfolio vergeben. Die EFF kritisiert regelmäßig derartige Unternehmen.

Zu den Universitäten, die das von der EFF kritisierte Konsortium gegründet haben, gehören Elite-Universitäten der sogenannten Ivy-League wie etwa Brown, Columbia, Cornell, Harvard, die University of Pennsylvania, Princeton und Yale. Hinzu kommen weitere vor allem für die IT-Industrie wichtige Forschungs- und Lehreinrichtungen wie Caltech oder die UCLA und UC Berkeley.

Im Fall der Universitäten ließe sich noch einwenden, dass diese ausschließlich Forschung betreiben und die Umsetzung der patentierten Ideen dann der Industrie überlassen bleiben sollte. Auch die EFF schreibt dazu: "Es ist eine gute Nachricht, wenn Universitäten Technologie mit der Privatwirtschaft teilen und wenn Startup-Unternehmen auf der Grundlage der universitären Forschung gegründet werden. Auch deshalb wird so viel universitäre Forschung öffentlich gefördert."

Ziele erinnern an einen Patenttroll

Golem Akademie
  1. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Vier-Halbtage-Workshop
    10.-13.05.2022, Virtuell
  2. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    19./20.05.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Zusätzlich zu seiner grundsätzlichen Kritik an dem aktuellen Patentsystem, dem inzwischen nachgesagt wird, Innovationen oft zu verhindern, weist die EFF aber noch auf eine weitere Besonderheit des Konsortiums hin. Demnach zielten die Universitäten wohl darauf, ihre Softwarepatente etwa im Bereich autonomer Fahrzeuge oder Internet of Things an möglichst viele Dritte zu lizenzieren, sofern kein exklusiver Vertrag für ein einzelnes Patent erreicht werden konnte.

Hohe Rabatte bei den Amazon Blitzangeboten

Aus Sicht der EFF hat es nun also den Anschein, dass die Universitäten ihre "schlechtesten" Patente sammeln, aus denen nie eine echte Erfindung werden würde, und dann "mutmaßliche Patentverletzer zu finden, sie zu beschuldigen und Geld einzusammeln". Das beschriebene Vorgehen stehe dem öffentlichen Interesse, das Universitäten eigentlich vertreten sollten, laut der EFF klar entgegen und erinnere an einen Patenttroll.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


ds4real 15. Jun 2021

Mich wundert, dass man Forschung immer noch fördert. Man sollte nur die Bereiche der...

derdiedas 15. Jun 2021

Ich finde Patenttrolle super, denn um so mehr es von ihnen gibt um so eher wird das...

emdotjay 15. Jun 2021

Ich glaube die öffentlichen Förderungen machen bei den drei Universitäten Peanuts aus...

Joker86 15. Jun 2021

... also nicht aufregen, der Rest erfidnet nur BWL :-P



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Raspberry Pi
Besser gießen mit Raspi und Xiaomi-Pflanzensensor

Wer keinen grünen Daumen hat, kann sich von Sensoren helfen lassen. Komfortabel sind sie aber erst, wenn die Daten automatisch ausgelesen werden.
Eine Anleitung von Thomas Hahn

Raspberry Pi: Besser gießen mit Raspi und Xiaomi-Pflanzensensor
Artikel
  1. Activision Blizzard: Ausgewogene-Charakter-Tool sorgt für Diskussionen
    Activision Blizzard
    Ausgewogene-Charakter-Tool sorgt für Diskussionen

    Sexuelle Orientierung, ethnische Abstammung? Entwickler von Call of Duty und Overwatch können ein Werkzeug für mehr Vielfalt verwenden.

  2. Bundesländer: Umweltminister einig über Autobahn-Tempolimit
    Bundesländer
    Umweltminister einig über Autobahn-Tempolimit

    Die Landesumweltminister der Bundesländer haben sich einstimmig für ein Tempolimit auf Autobahnen ausgesprochen. Was fehlt, ist dessen Höhe.

  3. Emirates Telecommunications Group: Abu Dhabi wird größter Anteilseigner von Vodafone
    Emirates Telecommunications Group
    Abu Dhabi wird größter Anteilseigner von Vodafone

    Für 4,4 Milliarden US-Dollar hat Emirates Telecommunications Group 10 Prozent an Vodafone erworben. Der staatliche Konzern ist bekannt für seine Internet-Inhaltefilter.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 46% Rabatt auf Mäuse & Tastaturen • Grafikkarten günstig wie nie (u. a. RTX 3080Ti 12GB 1.285€) • Samsung SSD 1TB (PS5-komp.) günstig wie nie: 143,99€ • Microsoft Surface günstig wie nie • Jubiläumsangebote bei MediaMarkt • Bosch Prof. bis zu 53% günstiger[Werbung]
    •  /